Quelle: Unbekannt

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert bietet die Eßlinger Zeitung den Schulen in ihrem Verbreitungsgebiet das Projekt „Zeitung in der Schule“ an. EZ-Geschäftsführer Andreas Heinkel betont im Interview den hohen Stellenwert, den dieses Projekt in seinem Verlag genießt.

EsslingenZehntausende Schüler aus dem Verbreitungsgebiet der Eßlinger Zeitung haben in den vergangenen 25 Jahren bei „Zeitung in der Schule“ mitgemacht. Doch nicht nur in vielen Schulen des Landkreises schätzt man dieses Projekt – auch bei der EZ genießt es einen hohen Stellenwert, wie Bechtle-Geschäftsführer Andreas Heinkel im Interview erläutert.

Was hat die Eßlinger Zeitung vor mehr als 25 Jahren bewogen, „Zeitung in der Schule“ auf den Weg zu bringen?
Zeitungen machen sich schon lange Gedanken darüber, wie sie nachrückenden Generationen die Lust am Lesen, die Lust am Einbringen in die Gesellschaft und die Lust am regionalen Engagement vermitteln können. All das ist untrennbar mit der Lust an der Tageszeitung verbunden. Die Eßlinger Zeitung gehörte zu den ersten, die diesen Weg mit einem Projekt wie „Zeitung in der Schule“ gegangen sind. Weil alle Verlage, die sich dafür entschieden haben, rasch gemerkt haben, wie wertvoll solche Angebote sein können, wenn sie gut gemacht sind, gehört „Zeitung in der Schule“ heute in vielen Häusern zum selbstverständlichen Programm.

Manche meinen, dass Jugendliche kein großes Interesse an Zeitungen hätten. Teilen Sie diesen Eindruck?
Das mag auf manche Jugendlichen zutreffen. Aus Untersuchungen wissen wir jedoch, dass die Nutzungswerte in dieser Altersgruppe besser sind, als manche vermuten. Wir tun der Jugend Unrecht, wenn wir vermuten, dass sie sich nicht mehr für das interessiere, was in der Welt und um sie herum in der Region passiert. Jugendliche holen sich ihre Informationen heute aus sehr unterschiedlichen Quellen. Eine davon ist die Tageszeitung. Die Herausforderung für uns besteht darin, jungen Menschen den Wert einer Tageszeitung bewusst zu machen. Projekte wie „Zeitung in der Schule“ eignen sich dafür perfekt.

Ein Argument dürfte sein, dass die Tageszeitung unter Jugendlichen als das verlässlichste Medium überhaupt gilt ...
Das ist unbestritten: Wenn die Tageszeitung für etwas steht, dann ist es die Glaubwürdigkeit der Informationen, die wir verbreiten. Da sind wir unangefochten die Nummer eins, und zwar in allen Altersklassen. Sobald schwierigere Themen auftauchen, greift man instinktiv zur Tageszeitung, um Informationen zu bekommen und zu plausibilisieren. Das ist in Zeiten einer ständigen Diskussion über angebliche oder tatsächliche „Fake News“ für Jugendliche ein wichtiger Aspekt. Wir stehen für hochwertigen Journalismus. Unsere Leser haben ein feines Gespür dafür, dass sie sich auf uns und die Informationen, die wir bieten, verlassen können.

Mehr als 100 Klassen nutzen jedes Jahr die Angebote von „Zeitung in der Schule“. Das bedeutet 100 Unterrichtsbesuche unserer Redakteure, 100 Besuche im Druck- und Verlagshaus. Lohnt sich der Aufwand?
Auf jeden Fall. Wir empfinden diese Arbeit auch nicht als Last, sondern als eine wunderbare Chance, jungen Menschen ganz konkret zu zeigen, welcher Aufwand und welches Engagement nötig sind, damit unsere Leser jeden Morgen die Eßlinger Zeitung im Briefkasten oder am Kiosk finden. Die meisten können sich gar nicht vorstellen, was es bisweilen für ein Kraftakt ist, um die bestmögliche Zeitung zu den Leserinnen und Lesern zu bringen. Dass wir jedes Jahr ein Projekt dieser Größenordnung stemmen können, wäre ohne das große Engagement von Redaktion, Marketing und Vertriebsabteilung allerdings nicht möglich. Alle stehen dahinter, weil sie von dieser Idee überzeugt sind.

Haben Sie den Eindruck, dass Schüler die Zeitung nach dem Projekt anders sehen?
Auf jeden Fall. Gerade junge Menschen, die leider nicht mehr jeden Morgen am Frühstückstisch eine Tageszeitung vorfinden, können erkennen, welchen Wert dieses Medium für sie im Alltag haben kann.

Die Klassen sind eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen am Projekt zu beteiligen. Was nimmt ein Verlagsgeschäftsführer aus der Lektüre solcher Artikel für sich mit?
Am schönsten ist für mich die Erkenntnis, dass das Medium Zeitung lebt. Und ich stelle mir jedes Mal vor, wie die Schülerinnen und Schüler mit der Zeitung, in der ihre Artikel abgedruckt wurden, nach Hause kommen und ihren Eltern oder Großeltern stolz zeigen, was sie geleistet haben.

„Zeitung in der Schule“ wird schon lange von der Stiftung der Kreissparkasse unterstützt. Wie wichtig ist solch ein Partner?
Die Kreissparkasse und ein regionales Zeitungshaus wie das unsere haben in einem Punkt ganz ähnliche Interessen: Es ist uns beiden ein Anliegen, dass sich Menschen in die Gesellschaft vor Ort einbringen. Das lässt sich in solchen gemeinsamen Projekten wunderbar leben und dokumentieren.

Hat „Zeitung in der Schule“ eine Zukunft?
Unbedingt. Genau wie ich überzeugt bin, dass die Tageszeitung eine Zukunft hat, weil sie für eine demokratische und lebendige Gesellschaft unverzichtbar ist, brauchen wir Projekte, die die Bedeutung der Tageszeitung immer wieder deutlich machen.

Interview: Alexander Maier.

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