Das einstige Gasthaus Krone gehört zu den prägenden Häusern in Bonlanden. Seit Kurzem ist es abgesperrt – aus Sicherheitsgründen. Droht dem früheren Wirtshaus nun der Abriss?
Das verschlungene Wirtshausschild, geschmückt mit Ranken, Blüten und natürlich der großen goldenen Krone, erinnert noch an die Glanzzeit des Hauses, ansonsten fristet das Gebäude Kronenstraße 16 in Bonlanden ein trauriges Dasein. Seit Jahren schon steht das einstige Wirtshaus Krone leer, im Eingangsbereich liegt Schmutz, die Fassade ist genauso vergilbt wie der Schriftzug im Fenster, der an eine ehemalige Einzelhandelsnutzung erinnert.
Hier wurde im Jahr 1912 Alfons Fügel geboren, später sollte er als Opernsänger eine große Karriere machen. Deswegen ist das Geburtshaus des gefeierten Tenors auch eine Station auf dem historischen Rundweg durch Bonlanden.
Das Geburtshaus von Alfons Fügel ist marode
Seit Kurzem aber ist das Haus mit einem Zaun abgesperrt. Ein Schild an dem massiven Gitter verrät, dass dieser Zustand noch bis Ende dieses Jahres anhalten soll. Daniela Sattler, die stellvertretende Leiterin des Filderstädter Hochbauamts, erklärt: „Es besteht die Gefahr, dass Teile vom Dach runterfliegen.“ Der Zaun rund ums Haus sei aufgestellt worden, um vorbeigehende Menschen und auch parkende Autos zu schützen.
Dabei gab es in der Verwaltung eigentlich Pläne, das Alfons-Fügel-Haus einer neuen Nutzung zuzuführen, nämlich es zu einem Quartiersbüro für Bonlanden zu machen. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie gab es Ortsbegehungen. Dabei allerdings wurde vom Hochbauamt festgestellt, dass sich das leer stehende Gebäude in einem maroden Zustand befindet. Noch schlechter bestellt ist es laut der Expertin um die Scheune hinter dem Haupthaus. Ein statisches Gutachten habe ergeben, dass sie einsturzgefährdet sei.
Das imposante Schild des bekannten Wirtshauses soll gerettet werden
Ob die ehemalige Krone überhaupt noch zu retten ist, ist unklar. Laut Daniela Sattler wurde eine Wirtschaftlichkeitsprüfung in Auftrag gegeben. Sie soll ermitteln, ob ein Erhalt des Gebäudes wirtschaftlich zumutbar ist – oder ob es abgerissen werden muss. In letzterem Fall gebe es Überlegungen, einen Neubau mit einer ähnlichen Silhouette zu erstellen.
Das prägnante Wirtshausschild soll zuvor gesichert werden, sagt Daniela Sattler. „Der Plan ist, dass man es abschraubt und einlagert.“ Mit einem Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsprüfung rechnet sie für Ende September. Nach verwaltungsinternen Gesprächen werde es einen Vorschlag an den Gemeinderat geben, voraussichtlich im ersten Quartal 2026.