In Renningen steigen die Gebühren für Kindertageseinrichtungen, Spielgruppen und Kindertagespflege Foto: dpa/Uwe Anspach

In Renningen steigen die Elternbeiträge zum 1. September. Bei einer Ganztagsbetreuung in der Krippe werden pro Kind bis zu 50 Euro zusätzlich im Monat fällig.

Für Renninger Eltern wird es teurer. Der Gemeinderat hat mit großer Mehrheit zugestimmt, dass die Gebühren in Kindertageseinrichtungen, Spielgruppen und Kindertagespflege erhöht werden. Für Krippenkinder (bei einem Kind in der Familie) werden ab dem 1. September mindestens 32 Euro im Monat zusätzlich fällig, bei Kindergartenkindern sind es mindestens elf. Zudem wurden die Vergaberichtlinien für die Vergabe von Kitaplätzen aktualisiert. Es bleibt das Problem, dass bei Krippen- und Ganztagsplätzen nicht alle Eltern auf ihre Kosten kommen können.

Die Stadt folgt mit der Beitragserhöhung der Empfehlung des Gemeindetags, Städtetags und der Kirchenleitungen, dass ein gewisser Anteil der Kosten für Betreuungseinrichtungen von den Eltern getragen wird. Die Empfehlung lautet auf 20 Prozent. Den Rest zahlt die Allgemeinheit.

Beiträge steigen um 8,5 Prozent

Manche Kommunen halten sich recht genau daran, andere bleiben deutlich unter diesen 20 Prozent, um die Eltern nicht zu stark zu belasten. In Renningen lag der Elternanteil für Krippen 2022 ziemlich genau bei 20 Prozent, bei Kindergärten bei 19 Prozent. Kosten für Sprachförderung, Ausbildung und Vertretung seien dabei aber nicht eingerechnet, erklärte Daniel Dreßen, der Leiter der Abteilung Kinder und Familie im Rathaus. Bei der Spielgruppe und bei Kindertagespflegen liegt der Anteil der Eltern sogar bei jeweils rund 30 Prozent.

Wegen der steigenden Kosten vor allem für Personal sollen nun auch die Gebühren steigen – um 8,5 Prozent. In der Tagespflege sind die Leistungen für die Betreuer zum Jahresanfang um sogar um mehr als 15 Prozent gestiegen. Da der Deckungsgrad bei der Tagespflege bisher allerdings schon so hoch war, werden die Elternbeiträge nicht mehr erhöht als bei den anderen Angeboten. Eltern eines Kindes in der Krippe zahlen bei einer Betreuungszeit von 30 Stunden in der Woche bald 408 statt 376 Euro. Bei Ganztagsbetreuung steigen die Beiträge von 602 auf 653 Euro. Bei der Regelbetreuung im Kindergarten steigen die Beiträge von 127 auf 138 Euro, bei verlängerten Öffnungszeiten von 159 auf 173 Euro.

Gehälter und Sachkosten steigen

Dennis Metzulat von der SPD sprach sich mit Nachdruck gegen die Erhöhung aus. „Mir ist klar, dass wir die Versäumnisse von Bund und Land nicht gänzlich kompensieren können“, schränkte er ein. Doch die Eltern seien in den vergangenen Jahren immer größeren Belastungen ausgesetzt gewesen.

Ein weiteres Problem: Fast 90 Prozent der Familien, die eigentlich Anspruch auf Förderungsangebote hätten, hätten davon gar keine Kenntnis. Wo klammen Städten wie Leonberg und Weil der Stadt die finanziellen Möglichkeiten fehlen, „könnten wir als reiche Stadt ein Zeichen setzen und die Familien entlasten – als Signalwirkung“.

Die anderen Ratsleute stellten sich aber hinter die Erhöhung. Melanie Lederer (Freie Wähler) beispielsweise verwies auf die tariflichen Lohnerhöhungen und gestiegenen Sachkosten. Gleichzeitig Eltern entlasten, Erzieher gut bezahlen und moderne Kitas einrichten – um all dem gerecht zu werden, brauche es Kompromisse. Der Vorschlag der Verwaltung wurde bei einer Gegenstimme angenommen. Die Erhöhung bedeutet für die Stadt bei den Kindertageseinrichtungen Mehreinnahmen in Höhe von rund 130 000 Euro pro Jahr.

Strenge Vergaberichtlinien für Krippen

Damit die Platzvergabe für Kindergärten und Krippen möglichst transparent ausfallen, hat die Stadt eine Vergaberichtlinie, die regelmäßig fortgeschrieben wird. Neben einigen Abwandlungen im Punktesystem gilt eine wesentliche Änderung der Aufnahme für die begehrten Ganztages- und Krippenplätze. „Zukünftig müssen grundsätzlich beim Aufnahmegespräch in der Kinderkrippe beziehungsweise bei der Aufnahme in eine Ganztagsbetreuungsform im Kindergarten ohne weitere Aufforderung die aktuellen Arbeitgeberbescheinigungen vorgelegt werden, aus denen der Betreuungsbedarf ersichtlich wird“, erklärte Daniel Dreßen. Diese Angaben müssen in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden.

Die Vergaberichtlinien entschlacken nicht nur die Verwaltung. Sie sind außerdem notwendig, da der Bedarf an den beiden Betreuungsformen sehr hoch ist. Alle Eltern haben einen Anspruch auf eine Regelbetreuung im Kindergarten. „Hier können wir auch jedem einen Platz anbieten“, so Dreßen. Anders sieht es jedoch bei Ganztags- und Krippenplätzen aus. Zum jüngsten Stichtag „konnten wir nicht alle Anfragen befrieden“, berichtete er im Gemeinderat. Im Bereich Krippe kamen etwa 20 Kinder auf die Warteliste.