Die Krone Alt-Hoheneck ist mit ihrer Hausmannskost und Gastfreundschaft für viele Ludwigsburger eine Institution. Künftig wird sie noch mehr als Gastronomie- und Kulturstätte sein.
Früher war eine Gaststätte ein Ort, an dem spät abends noch Licht brannte und es warm war. An dem die Leute zusammenkamen, über Politik diskutierten, Informationen austauschten, Feste feierten. Auch heute noch sind sie Begegnungsorte – doch „es reicht schon längst nicht mehr, Essen und Trinken auf den Tisch zu stellen“, sagt Markus Fetzer, der mit seiner Frau seit 2014 die Krone Alt-Hoheneck betreibt. Also bieten sie Quiz- und Karaoke-Abende, Konzerte und Spaziergänge mit Abschluss im Biergarten an.
Aber auch das kulturelle Programm spült nicht das große Geld in die Kassen und während früher Geburtstage, Konfirmationen und Hochzeiten die ruhigen Tage kompensierten, „tut es heute gleich weh, wenn nichts geht“, sagt Fetzer. „Wir können so nicht weitermachen, das ist nicht rentabel.“ Nun kann man Menschen nicht dazu bringen, ihren runden Geburtstag im Restaurant zu feiern – für viele sei es heute eine Entweder-oder-Entscheidung: Urlaub oder große Feier. Aber man kann das Angebot erweitern und die Vision weiterverfolgen, Menschen zusammenzubringen. Nathalie und Markus Fetzer entwickeln sich verlässlich weiter. Künftig soll die Krone nicht mehr nur Gasthaus, sondern auch Tagungsort sein: Krone Kraftwerk.
Krone schnürt Paket für Unternehmen
Vor mehreren Jahren fragt eine große Werbeagentur die Räumlichkeiten an. Auf der Suche nach einem alternativen Arbeitsort, der nicht in einem weiter entfernten Tagungshotel liegt, werden sie bei der Krone fündig. Die Idee, Unternehmen ein Paket zu schüren, eine Dienstleistung aus einer Hand zu bieten, nimmt über die Zeit Form an.
Nur die Buchung der Räume oder ein Programm mit Kanufahrt, Steillagenwanderung, Yoga-Trainer oder Achtsamkeits-Coach? Markus und Nathalie Fetzer richten sich nach den Wünschen der Firmen und ersparen ihnen durch ihr Partner-Netzwerk mehrere Anfragen stellen zu müssen. „Außerdem müssen sie kein Catering dazu buchen, sondern wir können die Verpflegung direkt dazu anbieten“, sagt Markus Fetzer. Um das Konzept und die Partner vorzustellen, plant das Paar einen Tag der offenen Türe am Mittwoch, 24. September, von 17 bis 20 Uhr.
Gleichzeitig kann sich jeder Gast daran beteiligen, dass es die Krone noch viele weitere Jahre gibt. Nathalie und Markus Fetzer stellen Genussscheine aus: Wertpapiere, mit denen Investoren zwei Prozent Rendite bekommen. Die Mindesteinlage liegt bei 1000 Euro, die Mindestlaufzeit bei fünf Jahren. „Mancherorts wurde schon ein Verein gegründet, um eine Kneipe zu erhalten“, erklärt Markus Fetzer. Ähnliche Gedanken hätten sie auch gehabt. Allein sei die Krone durch Altlasten – entstanden durch die Pandemie, Energiekrise und Inflation – , nicht mehr zu stemmen.
Krone als Gesellschaft erhalten
Anfangs seien sie gehemmt gewesen, „wir wollen nicht wie Bittsteller wirken“, sagt Fetzer. „Aber es geht darum, den Ort als Gesellschaft zu erhalten“, sagt Fetzer. „Wir brauchen solche Institutionen, um uns zu treffen, uns weiterzuentwickeln, auch mal über Dinge zu sprechen, für die es sonst keine Gelegenheit gibt“, sagt der Inhaber. Drei Familien würden bereits investieren. Die Genussscheine geben den Käufern zwar kein Stimmrecht, „sie sind aber herzlich dazu eingeladen, gestalterisch mitzuwirken“. Einmal jährlich wollen Nathalie und Markus Fetzer ein Fest für ihre „Hüter“ veranstalten – so nennen sie die Gäste, die ihre Vision teilen.
Krone Alt-Hoheneck
Spaziergang
Am Freitag, 12. September, findet um 16 Uhr die nächste Ausgabe von „Drink-Walk-Vibe“ statt, eine Kooperation der Krone und AperiGallo. Start ist um 16 Uhr im AperiGallo – von dort läuft man gemeinsam zur Krone.
Umsatzrückgang
Das deutsche Gastgewerbe hat im ersten Halbjahr 2025 einen Umsatzrückgang verzeichnet. Die Gastronomie wurde mit einem realen Minus von 4,1 Prozent härter getroffen.