Das griechische Restaurant Irodion in Fellbach, das nach 26 Jahren umziehen muss, hat neue Weichen gestellt. Bis zum Jahresende bleibt der Betrieb in dem markanten Rundbau. Danach soll es an anderer Stelle in Fellbach nahe der Alten Kelter weiter gehen.
Wie geht es mit dem Irodion weiter? Das fragen sich nicht nur Stammgäste des griechischen Lokals, sondern auch viele Fellbacher, die den Gastrobetrieb schätzen, seitdem bekannt ist, dass das gut gehende Restaurant in dem markanten Gebäude nahe des Fellbacher Bahnhofs aus seinem angestammten Platz weichen muss. Die Räume werden künftig für Büroflächen genutzt. Deshalb hatten die Fellbacher Stadtwerke als Vermieter und Eigentümer den Pachtvertrag nicht verlängert und Eigenbedarf angemeldet – in zwölf Büros sollen dort 26 bis 34 Arbeitsplätze entstehen.
Nun haben die Macher des Irodion die Weichen neu für die Zukunft gestellt. Und diese soll weiterhin in Fellbach stattfinden. „Wir werden ab Ende des Jahres das Restaurant im Hotel Alte Kelter übernehmen“, sagt Babis Pathekas, der das Irodion zusammen mit seinem Bruder Dimitrios führt.
Neue Weichenstellung über persönliche Kontakte
Zustande gekommen sei diese Weichenstellung über persönliche Kontakte, die bereits seit Langem zu der Inhaberin des Restaurants bestehen. „Sie ist schon seit vielen Jahren Stammgast hier im Irodion“, erklärt Babis Pathekas. Außerdem biete das Restaurant mit seinem einmaligen Blick auf den Kappelberg und den großzügigen Räumlichkeiten beste Voraussetzungen für seine Gastronomie. Wie der Name schon deutlich macht, liegt es direkt gegenüber der „Kathedrale aus Holz“, wie die Alte Kelter auch genannt wird. In dem historischen Gebäude finden hochkarätige Veranstaltungen statt wie verschiedene Messen, Firmenevents und vieles mehr. Das Restaurant im Hotel Alte Kelter verfügt über 90 Plätze im Innenbereich und rund 50 Plätze im Freien.
Die besondere Lage mit Blick auf den Kappelberg punktet beim neuen Standort
Die sehr schöne Lage neben der Alten Kelter sei ein großer Pluspunkt, so Pathekas. Außerdem seien zahlreiche Parkplätze vorhanden. Heike Schmitt, die bisher das Restaurant und das Hotel führt, möchte sich Ende des Jahres aus dem Restaurantbetrieb zurückziehen. „Ich möchte mich bei meinen Gästen für die jahrelange Treue bedanken“, sagt sie. Der Abschied aus dem Restaurant sei natürlich auch mit Herzschmerz verbunden. Seit 1979 ist das Haus im Familienbesitz. Die Eltern von Heike Schmitt, Otto Eberhardt und Hannelore Eberhardt, geborene Bay, haben das Haus im Jahr 1979 errichtet. Heike Schmitt wird weiterhin das Hotel führen – und somit auch in Zukunft mit Gästen in Kontakt bleiben.
Inhaber Babis Pathekas hat sich bewusst für Fellbach entschieden
Für das Irodion-Team seien andere angebotene Alternativen nicht realisierbar und erfolgversprechend gewesen, sagt Pathekas. So hätten wichtige Voraussetzungen für einen Gastrobetrieb wie beispielsweise ein Notausgang gefehlt oder man hätte die sanitären Anlagen gemeinsam mit anderen Veranstaltern nutzen sollen.
Bewusst hat sich Babis Pathekas für den Standort Fellbach entschieden. „Wir hatten auch Angebote aus anderen Städten über unsere persönlichen Kontakte“, sagt er, „aber wir sind hier in Fellbach verwurzelt, und hier leben auch viele unserer Gäste.“
Apropos Gäste: Der Zwangs-Umzug des Irodion hatte für große Aufregung gesorgt, viele Gäste hatten ihren Unmut auch in Unterschriftenlisten ausgedrückt. Die Stadt Fellbach und die Stadtwerke hatten dann signalisiert, dass sie den Betrieb bei der Suche nach neuen Räumen unterstützen.
Stadtwerke-Chef Gerhard Ammon hatte auch deutlich gemacht, dass alle anderen Überlegungen für die Stadtwerke und deren Schwestergesellschaft, der Wohnungs- und Dienstleistungsgesellschaft Fellbach (WDF), sich zusätzliche Büroräume zu verschaffen, gescheitert seien. Auf die Frage, warum Büros im Erdgeschoss mit Schaufenstern und nicht in anderen Stockwerken des Hauses eingerichtet werden könnten, etwa auch in Räumen, die derzeit von Geflüchteten genutzt werden, nannte Ammon im Frühjahr folgende Gründe: „Die Apartments können nicht zu Büroräumen umgebaut werden. Die Raumhöhen sind nicht ausreichend, um die Technik, die in der Decke moderner Büros untergebracht ist, unterzubringen. Außerdem hat die WDF sehr viel Kundschaft, die auf einen persönlichen Besuch bei der WDF angewiesen ist. Diesen Menschen müssen wir einen barrierefreien, leicht zu erreichenden Zugang anbieten.“
Bis zum Jahresende werden Gäste noch nahe des Bahnhofs bewirtet
Babis Pathekas und seine Kunden wissen nun, wo es weitergeht. Bis zum Jahresende wird das Irodion noch am Bahnhof seine Gäste bewirten. „Wir bedanken uns, dass wir eine gewisse Übergangsfrist für den Umzug haben“, sagt Babis Pathekas.
Zum Jahreswechsel geht es dann nach 26 Jahren in den Kelterweg 7. Wann dort wiedereröffnet wird, das sei momentan noch offen. Klar sei aber, dass der Zwangs-Umzug und Neustart mit Kosten und Investitionen verbunden sei. Und das sei nach überstandenen Coronajahren inklusive Wasserschaden eine weitere Belastung und Herausforderung für den Familienbetrieb.