Wer einen Garten anlegt, sollte sich gut überlegen, welcher Platz für welche Pflanze der richtige ist. Eine kluge, detaillierte und rechtzeitige Gartenplanung sorgt für gute Ernten
Esslingen - Schon seit der Antike wissen die Menschen, dass es wenig Sinn macht, den Acker jedes Jahr mit derselben Pflanze zu bepflanzen. Wer statt Monokultur die Fruchtfolge abwechselt, erhöht die Fruchtbarkeit des Bodens, reguliert den Wuchs von Unkräutern und vermindert den Befall mit Pflanzenkrankheiten oder tierischen Schädlingen.
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Planung im Januar. Michael Eppinger, Initiator der Aktion „Offene Gärten“, plant bereits Anfang des Jahres, was er in seinem Garten in Rüdern wann an welcher Stelle pflanzen will. Auf kariertem Papier zeichnet er seine Beete auf und markiert entlang einer Zeitleiste von März bis Oktober etwa: „Erst Kopfsalat und Kohlrabi, dann kommen Tomaten und dazwischen Lauch.“ Bewusst pflanzt er Sorten, die sich gegenseitig unterstützen. Inspirieren lässt er sich durch ein Buch aus dem Jahr 1951 von Albert Georg Wirth, das „Höchsterträge durch Mischkultur wahlverwandter Gemüsearten und Obstsorten im Selbstversorgergarten“ verspricht.
Bohnen neben Spätmöhren. „Albert Georg Wirth fängt zum Beispiel mit Salat an, dann kommen dicke Bohnen als Leitkultur. Wenn die geerntet sind und es wieder Licht im Beet gibt, kommen die Spätmöhren als Begleitpflanze“, erläutert Eppinger. Durch diese detaillierte Planung ergibt sich dann eine zeitlich genau getaktete Bestellung jedes einzelnen Beetes.
Gartenmelde schützt vor Pilzkrankheiten. Michael Eppinger nennt ein weiteres Beispiel klug durchdachter Fruchtfolge: Wer zuerst die Gartenmelde anpflanzt – eine altbekannte Heilpflanze, die als Gemüse wie Spinat zubereitet wird – der schützt die darauffolgenden Pflanzungen in seinem Garten vor Pilzkrankheiten: „Die Gartenmelde enthält viele Saponine, die gegen Pilze wirken. Erntet man die Melde dann ab, bleiben die Wurzeln im Boden und bieten der Nachkultur Schutz.“
Mehrere Vollernten pro Jahr. Michael Eppinger teilt die Überzeugung vieler Garten-Experten: „Durch Mischkultur kann man drei oder vier Vollernten im Jahr hinbekommen. Weil sich unsere Landwirte aber so schwer tun, die nötigen Arbeitskräfte zu finden, müssen sie auf Maschinen umstellen und schaffen damit häufig nur noch eine Vollernte pro Jahr. Es gibt Untersuchungen, die zeigen: Wenn wir unsere Böden richtig nutzen, bieten sie ein Riesenpotenzial, auch im Hinblick auf die Ernährung der Weltbevölkerung.“