Wenn nur die Fehler in der Defensive nicht wären. Vorne läuft es beim FCE und Stürmer Dorde Smiljic besser. Foto: Nico Bauhof

Optimismus trotz Klatsche beim FCE, Gedränge in der KLA, Trainerverlängerung beim TVH. Aber Verletzungen trüben die Stimmung.

So soll es sein: Die Sonne kommt raus und die Amateurfußballer spielen wieder. Bei denen, die zum Jahresauftakt gewonnen haben, war der Wohlfühlfaktor freilich besonders hoch.

In der Natur der Sache liegt aber, dass das nicht alle betraf. Sie können sich trösten, dass es bis zum Ende der Saison noch viele Gelegenheiten gibt, Punkte zu holen.

Verbandsliga

Davon braucht der FC Esslingen dringend eine ganze Menge. Der FCE hat als einzige Mannschaft der Region in 2026 schon zwei Pflichtspiele absolviert. Die Mannschaft hat beide verloren und steckt auf dem drittletzten Platz dick im Abstiegskampf. Das 2:6 gegen Tabellenführer Young Boys Reutlingen fühlte sich an wie ein Rückfall in alte Zeiten. Was die Defensive betrifft, empfand das Trainer Dominik Eitel auch so – er verweist aber darauf, dass diese aufgrund von Ausfällen und Winterzugängen neu zusammengestellt wurde: „Da haben wir fast wieder bei null angefangen.“ Vorne sah der Coach eine Steigerung und fasste allgemein und optimistisch zusammen: „Mich würde es nicht wundern, wenn wir die gleiche Kurve nehmen wie vor Weihnachten. Das Schwerste haben wir geschafft, indem wir uns Torchancen herausspielen. Das mit der Defensive habe ich immer hingekriegt.“

Bezirksliga

2:2 beim Tabellenführer, beziehungsweise dadurch Ex-Tabellenführer, 1. FC Heiningen – Chapeau TSV RSK Esslingen. Laut TSV-RSK-Spielleiter Thomas Schuler wäre sogar mehr drin gewesen, „wenn wir in der ersten Hälfte schon das zweite Tor nachgelegt hätten“. So drehten die spielstarken Heininger die Partie, die Esslinger schafften in der Schlussphase aber doch noch den zweiten Treffer. „Die Fitness hat gestimmt, am Ende war das Unentschieden gerecht in einem Spiel, in dem alles drin war“, war Schuler mit der Fußballwelt im Reinen.

Neuer Spitzenreiter ist der 1. FC Donzdorf nach dem 3:0-Erfolg über den FV Plochingen, bei dem sie weiter den Blick nach unten richten müssen. Beim TSV Berkheim schauen sie notgedrungen vor allem nach oben, weil dahinter nur noch der SC Geislingen II steht. Während der TSV Denkendorf beim 5:0 gegen Geislingen wenig Mühe hatte, unterlagen die Berkheimer beim VfL Kirchheim mit 0:3. „Wir haben das Spiel kontrolliert, zu null gespielt und fünf Tore erzielt, aber die Art und Weise war ausbaufähig“, erklärte Denkendorfs spielender Co-Trainer Georgios Natsis, den aber vor allem beschäftigte, dass sich Torhüter Steffen Schulze eine schwere Verletzung an der Achillessehne zuzog. „Das hat alle belastet. Man muss den Hut ziehen, wie die Spieler damit umgegangen sind“, erklärte Natsis und wünschte Schulze das Beste. Die Berkheimer haben derweil gleich am Donnerstag die nächste Chance auf die ersten Punkte in 2026, wenn sie um 19.30 Uhr beim Vierten TSV Weilheim antreten.

Kreisliga A

„Ich bin glücklich, dass wir gut gestartet sind“, sagte Trainer Martin Notz vom TSV Wernau nach dem 2:1 gegen den TV Unterboihingen und sprach damit allen Kollegen aus der Seele, denen es ebenso erging. Die Wernauer führen das sehr enge Tableau also weiter an. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe, am Ende haben wir nicht unverdient gewonnen“, fand der Coach. Wichtig waren ihm noch die Genesungswünsche an Unterboihingens Pascal Herrmann, der sich eine schwere Knieverletzung zugezogen hat.

Dritter ist der VfB Reichenbach. Abteilungsleiter Ioannis Fotarellis war nach dem 2:1 gegen den FV Neuhausen II aber nicht zufrieden. „Es war ein nicht guter Pflichtsieg“, fand er, „wir hatten die besseren Chancen, aber fußballerisch war es zu wenig.“

Zur bis Platz acht reichenden Spitzengruppe gehören auch die TSG Esslingen und der ASV Aichwald, die sich zum Jahresauftakt trafen. Der ASV gewann mit 2:0 und steht jetzt als Fünfter und punktgleich einen Rang vor dem bisherigen Zweiten TSG. „Gefühlt waren wir vom Kopf her nicht richtig auf dem Platz und auch läuferisch war es nicht genug“, sagte Esslingens Pressewart Dominic Hornisch entsprechend enttäuscht. Und: „Der letzte Punch hat ganz klar gefehlt und gefühlt hätten wir noch stundenlang spielen können, ohne ein Tor zu erzielen, obwohl Möglichkeiten durchaus da gewesen wären. Die Niederlage war verdient.“

Wie der ASV, die TSG und der TSV Deizisau hat der Sechste TV Nellingen 29 Punkte. Es sind nicht 31, weil der TVN beim Kellerteam TSV Notzingen nach 3:0-Führung noch 3:3 spielte. Nellingens in diesem Fall nach einem Eingriff zuschauender Kicker Felix Gentner war hin- und hergerissen, kam aber dann zum Schluss, dass das Ergebnis schon in Ordnung ging. Einige Faktoren spielten rein: „In den ersten 30 Minuten haben wir brutal dominiert, ab da waren wir dann aber unkonzentrierter, was man von uns eigentlich nicht kennt.“ Dazu hätte er sich in einer Kontersituation eine rote statt einer gelbe Karte gewünscht. „Und man muss auch sagen, dass es die Notzinger vorne gut gemacht haben. Die haben da ein paar Jungs drin, bei denen ich mich nicht beschweren würde, wenn sie bei uns spielen würden.“

Die Deizisauer pirschen sich immer mehr nach vorne. Zum Jahresauftakt gab es für das Team des neuen Trainers Fabio Morisco ein sattes 5:0 bei der SG Eintracht Sirnau. „Der Sieg war völlig verdient gegen zunehmend überforderte Sirnauer“, sagte Deizisaus Spielleiter Thomas Stiehl, lobte den Rasen, auf dem man „ordentlich Fußball spielen konnte“, und seine Mannschaft, die ihre „Hausaufgaben gemacht“ habe und die Tore zudem auf fünf verschiedene Schützen verteilt hatte. Klar, dass es auf der anderen Seite für Sirnaus Pressewart Martin Schmid „kein schöner Sonntag“ war. Und auch er hat Genesungswünsche auszusprechen: Alessio Iraci zog sich einen Schien-und Wadenbeinbruch zu. Bis er ins Krankenhaus gebracht wurde, war das Spiel eine halbe Stunde lang unterbrochen. „Danach fand die Mannschaft, vielleicht auch schockbedingt, zunächst nicht mehr ins Spiel, was Deizisau mit einer 2:0-Pausenführung bestrafte.“ Ein Traumtor von Alassane Braun machte kurz nach dem Wechsel „den Sack schon zu“.

Lukas Reiser bleibt Hochdorfer Trainer. Foto: Volker Müller

Am Freitagabend erwarten die Deizisauer die Reichenbacher und können am Konkurrenten vorbeiziehen. Dessen Funktionär Fotarellis hat freilich etwas dagegen: „Aber mit einer Leistung wie gegen Neuhausen brauchen wir da gar nicht hinfahren.“ Und Deizisaus Stiehl fügte im Hinblick auf das Gedränge an der Tabellenspitze gut gelaunt hinzu: „Noch muss ich nicht oben stehen.“ Mit Betonung auf „noch“.

Die erste Mannschaft hinter den acht Aufstiegskandidaten ist der TV Hochdorf, der beim 3:2 gegen den VfB Oberesslingen/Zell ebenfalls erfolgreich gestartet ist. „Es war erwartet schwer“, sagte Abteilungsleiter Michael Fahrion, fand den Sieg aber „aufgrund der vielen Torchancen“ verdient. Als „einer, der gerne den Fußball anschaut“, lobte er sogar VfBOEZ-Routinier Okan Turp für sein 25-Meter-Traumtor zum zwischenzeitlichen 1:1. Derweil verkündet Fahrion, dass Chefcoach Lukas Reiser sowie die beiden spielenden Co-Trainer Manuel Unger, der gegen Oberesslingen/Zell den Siegtreffer in der Schlussminute erzielte, und Jan Nagel und auch Torwarttrainer Michael Weiler die Mannschaft in der kommenden Saison weiter betreuen werden. „In Hochdorf funktioniert es einfach mit einem Trainer aus dem eigenen Verein“, betonte der Funktionär.

Der TB Ruit ist in der Tabelle am jetzt punktgleichen SC Altbach auf Rang zehn vorbeigezogen. TBR-Kapitän Dirk Schimmele war nach dem 5:1 beim SCA begeistert. „Es waren schwierige Platzverhältnisse, damit sind wir besser zurechtgekommen als die Altbacher“, sagte er und lobte vor allem die Defensive. Und: „Wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Wir hätten noch mehr schießen können, die Altbacher aber auch.“ Der Sieg sei „hoch verdient“ gewesen. So lässt es sich jedenfalls ins Fußballjahr starten.

Kreisliga B

In der B 1 gab es gleich zwei Spitzenspiele: Durch den 4:2-Sieg gegen den TSV Baltmannsweiler verdrängte der TSVW Esslingen den Konkurrenten von der Tabellenspitze. Der Dritte TSV RSK Esslingen II kassierte derweil im Spiel beim Vierte Odyssia Esslingen weit in der Nachspielzeit das Tor zum 1:1-Endstand, was für TSV-RSK-Spielleiter Schuler einerseits ärgerlich, aufgrund des Spielverlaufs aber „okay“ war.

In der Staffel 2 bleibt der TSV Deizisau II auf Tuchfühlung zu Platz zwei, Spitzenreiter TSV Denkendorf II ist schon enteilt. Mit 6:0 gewannen die Deizisauer bei der SG Eintracht Sirnau II, was in den Augen von Deizisaus Spielleiter Stiehl und SGE-Trainer Patrick Funk „auch in der Höhe absolut verdient“ war, wie beide wortgleich sagten. „Die kommenden drei Spiele entscheiden darüber, ob wir im Kampf um den Klassenverbleib noch ein Wort mitsprechen können oder nicht“, fügte Funk vom Elften Sirnau im Hinblick auf die Wiedereinführung der Kreisliga C in der kommenden Runde hinzu.