Die neue Saison in der Fußball-Kreisliga B 1 sowie B 2 verspricht Spannung. Dieses Mal ist in beiden Spielklassen kein klarer Favorit auszumachen.
In den Staffeln 1 sowie 2 der Kreisliga B wird am Sonntag wieder Fußball gespielt. Beide Ligen versprechen Spannung im Kampf um die Aufstiegsplätze – mit Blick auf die kommende Kreisliga C allerdings auch um die hinteren Ränge. In beiden Staffeln kristallisiert sich kein klarer Aufstiegsfavorit heraus. Während in Staffel 1 manch einer dem TSV Scharnhausen gute Chancen zurechnet, gilt das in der B 2 für den TSV Denkendorf II sowie den TSV Köngen II. Spannend bleibt auch die Frage, wohin die Reise für die Spielgemeinschaft resultierend aus Westcity United FC und dem SV Mettingen hingeht. Und wie der Wernauer SF nach der Abkapslung von Westcity auftreten wird. In beiden Ligen steckt jedenfalls eine Menge drin und die „Wundertüte“ Kreisliga B, wie Stephan Bender, der Coach des TSV Baltmannsweiler die Spielklasse beschreibt, kann einiges bereithalten.
Einführung der Kreisliga C
Dazu verspricht die geplante Einführung einer Kreisliga C ab der Spielzeit 2026/2027 zusätzliche Spannung. Schon jetzt blicken die Vereine auf die künftige Reform, die das Leistungsgefälle verringern und für ausgeglichenere Ligen sorgen soll. Entsprechend groß ist der sportliche Ehrgeiz in der aktuellen Runde – schließlich wollen sich viele Teams frühzeitig in eine gute Ausgangsposition bringen: „Viele Teams haben mit Blick auf die Kreisliga C aufgerüstet. Niemand will absteigen“, betont Bender.
Staffel 1
Für den Kreisliga-A-Absteiger TSV Baltmannsweiler ist die neue Saison laut Trainer Bender „eine Wundertüte“. Mit 133 Gegentoren und nur 26 eigenen Treffern stellten die Baltmannsweilerer in der vergangenen Runde sowohl die schwächste Defensive als auch Offensive und stiegen mit vier Zählern abgeschlagen ab. Am Kader hat sich wenig verändert – trotzdem peilen die Baltmannsweilerer den Wiederaufstieg an. „Unser Ziel sind die Plätze eins bis drei“, betont Bender. Der Schlüssel soll mehr Disziplin sein: „Wir haben in der Sommerpause viel daran und am Gesamtauftreten gearbeitet“, sagt Bender. Den Aufstieg mit 58 Punkten auf Tabellenrang zwei knapp verpasst hat der TSV Scharnhausen in der vergangenen Saison. Im Entscheidungsspiel um den Platz in der Kreisliga A 1 setzte sich letztlich der VfB Oberesslingen/Zell mit 3:2 durch. Die Scharnhausener Kicker des Trainerduos Serkan Tunc und Yigit Büyükak wollen auch in dieser Runde erneut um die Aufstiegsplätze mitspielen. Mit vielen Abgängen steht der Club allerdings vor neuen Herausforderungen. Der 2:1-Erfolg gegen den SC Uhingen II aus der B-2-Liga im Bezirkspokal deutet jedoch auf keinen Leistungsabfall hin.
Auch der GFV Odyssia Esslingen will im Kampf um die Aufstiegsplätze mitmischen: „Wir erwarten einiges in dieser Saison von unserer jungen Mannschaft und wollen bis zum Ende um den Aufstieg kämpfen“, betont der sportliche Leiter Dimitrios Papadopoulos. Bitter für die Kicker aus Zell: In Michail Papadopulos verlieren sie ihren besten Torjäger, der laut Papadopoulos „nicht eins zu eins zu ersetzen“ ist. Neben den Zugängen ruhen die Hoffnungen auf dem neuen Kapitän Giorgos Kompos. Mit einer jungen und hungrigen Mannschaft soll nach dem 4. Platz in der vergangen Runde es diese Saison noch weiter nach oben gehen. Das gelingt laut Papadopoulos allerdings nur, wenn die Spieler als „ein Team auftreten, sonst bringt alles nichts“.
Auch eine Wundertüte ist der neue Zusammenschluss SGM Mettingen/Westcity United Esslingen FC. Für die Saison 2024/2025 gingen die Wernauer SF gemeinsam mit Westcity United FC als Spielgemeinschaft in der Kreisliga B ins Rennen. Nach der Auflösung hatten sich die WU-Kicker entschieden, mit dem SV Mettingen zu fusionieren. Was von der SGM in der kommenden Spielzeit zu erwarten ist, bleibt spannend. Diese Frage stellt sich auch Papadopoulos der sportliche Leiter vom GFV – und kann sie freilich nicht beantworten: „Gespannt darf und muss man auch sein, was die Fusion von Mettingen und Westcity mit sich bringt.“
Staffel 2
Neben Baltmannsweiler ist der TSV Wolfschlugen aus der A 1 in die Kreisliga B abgestiegen. Für die Wolfschlugener Kicker von Trainer Kevin Lake bedeutet die neue Saison einen großen Umbruch. „Priorität hat, eine neue Mannschaft zu formieren. Wir haben viele Abgänge und haben aus zwei Mannschaften eine gemacht“, erzählt Lake und ergänzt: „Bei den Ergebnissen schauen wird dann.“ Für viele Ligakonkurrenten ist Wolfschlugen ein Favorit für den Aufstieg. Der Coach hingegen sieht das nicht so: „Als Aufstiegsanwärter würde ich uns nicht bezeichnen. Dafür ist noch zu viel ungewiss in der Mannschaft.“
Indes ist der neue Coach der Wernauer SF, Mehmet Etli, selbstbewusst: „Das Fundament haben wir gesetzt. Und so ein Verein mit so einer geilen Infrastruktur sollte mindestens in der Kreisliga A spielen.“ Nach dem die Kicker von Westcity und aus Mettingen fusionierten, agieren die Wernauer nun wieder unabhängig. Aber die Sportfreunde müssen erst einmal ein Team formen.
Auch der TSV Denkendorf II hat ambitionierte Ziele für die Saison: „Ziel ist es, unter den ersten sechs Mannschaften zu landen“, betont Trainer Marc Köstle. In Felix Eder verlieren die Denkenendorfer ihren besten Torschützen. Der Stürmer wechselte zurück in die erste Mannschaft des TSV und zeigte dort vor allem in den Relegationsspielen um die Bezirksliga seine Qualitäten. Laut Köstle ist er „schwierig aufzufangen“. Der Denkendorfer Kader ist ansonsten weitestgehend derselbe – und der TSV möchte wieder ganz vorne angreifen.