Der Treffer von Xavi Simons zum vermeintlichen 1:0 "hätte zählen müssen", findet Koeman. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Der niederländische Trainer kann die Aberkennung des Simons-Tores gegen Frankreich nicht nachvollziehen. Er kritisiert noch etwas anderes dabei.

Leipzig - Bondscoach Ronald Koeman hat kein Verständnis für die VAR-Entscheidung beim 0:0 im EM-Gruppenspiel zwischen den Niederlanden und Frankreich. Ein Tor des RB-Leipzig-Profis Xavi Simons in der 69. Minute war vom Videoschiedsrichter aberkannt worden.

Mitspieler Denzel Dumfries soll in der Szene in Abseitsposition Frankreichs Torwart Mike Maignan behindert haben. Er hatte neben dem Torwart gestanden, als der Fußball ins Tor ging. "Ich persönlich denke, dass das Tor hätte zählen müssen", sagte Koeman.

"Die Position von Dumfries ist abseits, das ist richtig, aber er stört den Torwart nicht. Daher ist es legal", meinte der Ex-Nationalspieler und regte sich auch auf, dass die Entscheidungsfindung so lange gedauert hatte. "Du brauchst fünf Minuten, um das zu prüfen, das verstehe ich nicht. Noch einmal: Er stört nicht den Torwart."

Deschamps: "Für mich war das sofort klar"

Er habe auch mit dem Schiedsrichter gesprochen, der gesagt habe, es sei abseits gewesen. "Ich habe die Szene gesehen, und seitdem habe ich meine Meinung dazu, aber die bleibt in der Umkleidekabine", betonte Koeman. Trainerkollege Didier Deschamps indes hielt die Entscheidung für richtig, es sei offensichtlich gewesen, betonte er. "Für mich war das sofort klar, ich weiß aber nicht, warum das so lange dauert", meinte der Franzosen-Coach.

"Ein sensationeller Sieg schien in Leipzig für einen Moment in greifbarer Nähe", schrieb die niederländische Zeitung "AD": "Xavi Simons rannte bereits voller Freude auf die rasende orangefarbene Menge hinter dem Tor zu, ausgerechnet in seinem eigenen Stadion. Doch das Tor wurde vom VAR nach einer minutenlangen Kontrolle doch nicht anerkannt."