Malerisch: Beim Lebenslauf kommt es auf die gelaufenen Kilometer an – aber auch auf das Drumherum. Foto: Simon Granville

Schulen, Vereine oder einfach allein: Beim 27. Ditzinger Lebenslauf schlüpfen Tausende Menschen für den guten Zweck in die Laufschuhe. Sogar ein rosa Lama wurde gesichtet. Es geht um die Hilfe für Mukoviszidosekranke.

Von wegen keine Verkleidungen. „Also jemanden im Kostüm habe ich heute noch nicht gesehen.“ Diese Aussage von Lebenslauf-Hauptorganisatorin Jana Maierhofer, getätigt am Sonntagvormittag an der Strecke am Ditzinger Schulzentrum, ist gerade einmal zehn Minuten alt, als Andreas Kern auf der Bildfläche erscheint – im pinken Lamakostüm. „Meine Laufklamotten waren in der Wäsche“, scherzt er. Der 43-Jährige aus Ditzingen ist gemeinsam mit seinen beiden Töchtern beim Lebenslauf dabei. Sein Outfit passt zur Stimmung rund um die Glemsaue. „Es ist locker, es macht allen Spaß“, sagt er, bevor er sich auf die nächste Runde begibt.

Beim Lebenslauf in Ditzingen ist die Strecke am Vormittag voll

Es ist ein Kommen und Gehen bei dieser 27. Ausgabe des Ditzinger Lebenslaufs. Ein ums andere Mal ergeht der Hinweis des Streckensprechers, dass der Kurs derzeit sehr voll sei. Für Jana Maierhofer, Projektleiterin der Regionalgruppe Ludwigsburg-Heilbronn des Vereins Mukoviszidose, ist das selbstredend ein gutes Zeichen. Denn es bedeutet, dass sich Tausende Menschen zusammengefunden haben, um ihre Laufschuhe zugunsten des Vereins Mukoviszidose zu schnüren. Jeder Kilometer zählt, denn die Läuferinnen und Läufer lassen sich ihre zurückgelegten Distanzen von Sponsoren vergüten. 3000 Anmeldungen seien es in diesem Jahr laut Maierhofer. „Mehr als im vergangenen Jahr“, stellt sie erfreut fest.

Andreas Kern mit Tochter: als Lama für den guten Zweck unterwegs. Foto: Marius Venturini

Ein Relikt aus Corona-Zeiten

Und da wären ja auch noch die Kilometer, die die Teilnehmenden vorab abspulen und einreichen konnten – ein Relikt aus Corona-Zeiten, das die Organisatoren beibehalten haben. Am Sonntagmorgen waren das satte 18 000 Kilometer. „Man kann aber noch bis Mittwoch melden“, fügt Jana Maierhofer hinzu. Wie hoch der Gesamtbetrag sei, der am Ende zusammenkomme, stehe hingegen erst im Sommer fest. Positiv: Die schwierige Situation hinsichtlich der nationalen und internationalen Wirtschaft wirke sich bislang nur vereinzelt auf die Spendenbereitschaft der kleinen und großen Sponsoren aus.

Für Fragen gibt es beim Lebenslauf die richtigen Ansprechpartner

Sprung in die Aula des Schulzentrums. Am Infostand hält Valerie Volk die Stellung. Sie weiß auch über weitere Zahlen Bescheid: „Insgesamt haben wir 200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer hier und an der Strecke.“ Und am Samstag haben rund 60 Personen beim Aufbau geholfen. Die Frage, die sie selbst am Sonntag am häufigsten beantworten musste, ist die nach einer Toilette. „Aber viele kommen auch hierher, wenn sie nach einem Treffpunkt für ihre Gruppe suchen.“

Den haben um kurz vor 11 Uhr auch Burghard Schaller und seine Frau Jutta noch nicht final gefunden. Das Ehepaar ist eigentlich eher auf dem Fahrrad als in Laufschuhen unterwegs – Burghard Schaller ist Leiter der Ski- und Bike-Abteilung bei der SVGG Hirschlanden-Schöckingen. Beide sind schon lange beim Lebenslauf mit dabei. Und zwischen Kindern, Erwachsenen, anderen Laufgruppen und Zuschauern halten sie Ausschau nach ihren Vereinskameraden. „Aus allen Abteilungen sind Leute dabei“, berichten sie. Früher sei es schon auch um die Zeit gegangen. „Heute zählt vor allem der Charity-Gedanke. Und es ist toll, dass man hier laufen, walken oder einfach nur gehen kann“, fügt der 60-Jährige hinzu.

Eine Schule hat beim Lebenslauf 500 Teilnehmende angemeldet

Auch Schulen sind beim Lebenslauf am Start. „Eine hat 500 Personen angemeldet“, berichtet Jana Maierhofer, „ich bin gespannt, ob die wirklich alle kommen.“ Dass sich um die 100 Läuferinnen und Läufer zusammenschließen, sei keine Ausnahme. Passend dazu startet in diesem Moment die Gruppe der Hirschlander Theodor-Heuglin-Schule zu ihrem Lauf. Bis in den Nachmittag hinein werden nicht nur bei ihr viele weitere Kilometer zusammenkommen.

Lebenslauf – gestern und heute

Geschichte
Jana Maierhofer und ihr Mann übernahmen den Lebenslauf von Elke Detzmeier und deren 2019 plötzlich verstorbenem Mann Manfred Schröder. Beide Paare haben Kinder mit Mukoviszidose. Als Detzmeier und Schröder den Benefizlauf 1999 ins Leben gerufen haben, gingen 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Start. Darunter befand sich auch Grünen-Politiker Cem Özdemir. Bis 2019 stiegen die Teilnehmerzahlen auf rund 4000. Dann kam Corona.

Geze
 Das Leonberger Unternehmen war ebenfalls mit am Start – mit 90 Läuferinnen und Läufern, 3 200 Kilometern (50 Prozent mehr als im Vorjahr) und somit 4000 Euro an Spenden.