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Gleich zwei der regionalen Teams starten mit einem neuen Trainer in die Saison.

EsslingenDass die Handball-Württembergliga der Frauen eine sehr ausgeglichene Liga ist, hat sich in den vergangenen Spielzeiten gezeigt. Geht es nach den Teams der Region, wird sich daran auch in der Saison 2018/2019 nichts ändern. „Ich glaube, da kann jeder jeden schlagen“, sagt Markus Weisl, der neue Trainer der SG Hegensberg/Liebersbronn. Der Klassenverbleib ist daher das erklärte Ziel, genauso wie beim TSV Köngen. Während die HSG Deizisau/Denkendorf einen Mittelfeldplatz anpeilt, schielen der TV Nellingen II und der TV Reichenbach nach ganz oben.

HSG Deizisau/Denkendorf

„Wir waren schon fleißig“, sagt Steffen Irmer-Giffoni, Trainer der HSG Deizisau/Denkendorf. Gemeint ist die Saisonvorbereitung, in die die HSG bereits Mitte Juni eingestiegen ist. „Die Mädchen sind motiviert und ziehen alle gut mit“, lobt der HSG-Trainer den Trainingsfleiß. Dreimal die Woche treffen sich Spielerinnen und Trainerteam, um sich auf die neue Spielzeit vorzubereiten. „Am Anfang haben wir viel Athletik gemacht, dann sind wir aber auch immer häufiger schon in die Halle gegangen, um handballerisch zu arbeiten“, berichtet Imrer-Giffoni. Zudem ging es für drei Tage ins Trainingslager nach Ottobeuren. Dieses hatte vor allem einen teambildenden Charakter. Neben Klettern und anderen Freizeitaktivitäten wurde aber auch Handball gespielt. „So etwas tut dem Team immer gut. Insgesamt war es sehr cool“, erinnert sich der Trainer gerne an die Tage im Allgäu.

Besonders gut eignen sich derartige Trainingslager, um den Neuzugängen den Einstieg zu erleichtern. In Anna Tonn (TV Mögglingen), Rückkehrerin Mara Derkowski, Frauke Steinhäuser (TSV Zizishausen) und Jule Riehs mit einem Zweitspielrecht (Jugend TV Nellingen) hat sich die HSG gut verstärkt. „Das sind richtig gute Zugänge. Ich glaube, Anna Tonn hat vergangene Saison über 90 Tore geworfen“, freut sich Irmer-Giffoni über die Verstärkung des Kaders: „So werden wir im Rückraum deutlich stärker sein.“

Stärke, die die HSG gut gebrauchen kann. In einer Württembergliga, die wohl wie vergangene Saison mit einem breiten Tabellenmittelfeld aufwarten wird, ist Konstanz gefragt. „Nach dem Klassenverbleib in der Vorsaison wollen wir nun den nächsten Schritt gehen und im sicheren Mittelfeld landen“, sagt Irmer-Giffoni.
HSG Deizisau/Denkendorf

TV Reichenbach

In der vergangenen Saison hat den TV Reichenbach das Verletzungspech heimgesucht – ausgerechnet, als alle Spitzenspiele anstanden. Die Folge: Am Ende hat es weder zur Meisterschaft noch zum Erreichen des Relegationsplatzes gereicht. Ob das in der neuen Spielzeit besser läuft, lässt sich noch nicht sagen. Eines steht jedoch fest: Das Lazarett lichtet sich, die Verletzten kehren allmählich zurück. „Das freut mich“, sagt Trainer Uwe Pätzold.

Dass die Reichenbacherinnen von der Konkurrenz als einer der Top-Favoriten für den Aufstieg gehandelt werden, lässt den TVR-Coach relativ kalt: „Natürlich würde es uns keiner glauben, wenn wir nach den vergangenen beiden Spielzeiten sagen würden, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollen. Allerdings würde ich nie die Meisterschaft als Ziel ausrufen.“ Der TVR will einfach oben mitspielen. Wohlwissend, dass dieses Vorhaben stark davon abhängt, ob alle Spielerinnen gesund bleiben. „Ich sage mal so, wenn alle fit sind, dann wollen wir vorne dabei sein“, erklärt Pätzold. „Sollte es nicht klappen, wäre es kein Beinbruch.“
Der bisherige Verlauf der Vorbereitung stimmt Pätzold positiv. „Die Trainingsspiele waren im Großen und Ganzen zufriedenstellend“, berichtet er. Zudem nutzten die Reichenbacherinnen das erste Septemberwochenende für ein Kurz-Trainingslager in Albstadt. „Für Taktikschulungen ist so was immer perfekt, weil mal der Großteil des Kaders beisammen ist“, sagt Pätzold. Jener Kader ist im Vergleich zur Vorsaison quasi identisch. Lediglich auf der Torhüterposition wurde ein interner Tausch vollzogen: Nadine Graf spielt künftig in der zweiten Mannschaft, während Katharina Wolf in den Württembergliga-Kader aufsteigt.

TV Nellingen II

Veronika Goldammer wäre sehr gerne ins Trainingslager gefahren, das gibt sie zu. Rein zeitlich hat es in diesem Jahr aber einfach nicht gepasst. Für die Trainerin des TV Nellingen II kein Problem: „So haben wir jetzt eben in Nellingen trainiert, das ist völlig in Ordnung.“ Mit der ersten Hälfte der Vorbereitung von Anfang Juli bis zum Beginn der Sommerferien, in der vor allem ein athletischer Schwerpunkt gesetzt wurde, war Goldammer sehr zufrieden. „Es folgte dann ein kleines Sommerloch, in dem viele Spielerinnen im Urlaub waren, aber das ist normal“, sagt Goldammer. Im zweiten Teil rückte zunehmend das Spielerische in den Mittelpunkt.

In Lara Havjar und Luisa Scherer verstärken den Nellinger Kader zwei Eigengewächse, Neuzugänge von außerhalb gab es keine. „Das ist nicht schlimm, weil den Neuen das Spielsystem so direkt bekannt war“, erklärt Goldammer und nennt einige Trainingsinhalte: „Wir haben uns vorgenommen, die Passqualität zu verbessern und das Tempo zu erhöhen.“
Die Württembergliga hält die Nellinger Trainerin auch in der neuen Saison für sehr ausgeglichen. Bereits in der Vorsaison habe sich gezeigt, dass nur zwei, drei Teams im Tabellenkeller feststecken – und selbst die konnten die besten Mannschaften schlagen. „Oben mitspielen werden fünf, sechs Vereine“, glaubt Goldammer. Auch die Bundesliga-Reserve der Nellingerinnen will zu dieser Spitzengruppe zählen. Nach dem fünften Platz zuletzt soll noch einmal eine Steigerung her. „Wir haben ein ausgeglichenes, recht junges Team und schauen nur auf unsere eigene Leistung“, kündigt Goldammer an: „Auch wenn wir das Wort noch nicht in den Mund nehmen wollen, sollte klar sein, was wir erreichen wollen.“ Alles klar.

TSV Köngen

Für Tim Wagner, den neuen Trainer des TSV Köngen, ist die Umgebung noch ungewohnt. Erst Ende Mai kam die Anfrage des TSV, ob er sich nicht vorstellen könnte, die Frauen-Mannschaft zu übernehmen. „Eigentlich wollte ich ein Jahr Pause machen, die Herausforderung hat mich dann aber doch gereizt“, sagt Wagner, der in der vergangenen Saison die HSG Ca-Mü-Max in der Landesliga auf Platz drei führte. Sein erstes Training leitete Wagner, der in Berkheim wohnt, dann am 21. Juni. „Das Team ist motiviert und die Trainingsbeteiligung passt“, beschreibt der neue Trainer seine ersten Eindrücke. Sein Plan für die neue Saison klingt einfach. Wagner würde gerne Fitness- und Athletik steigern, eine kompaktere Abwehr bilden und zudem ein Spiel entwickeln, das möglichst schnell zu einfachen Toren führt. „Wir haben nämlich keine 2,12-Meter-Rückraumspielerinnen“, sagt Wagner.

Zu Gute kommt den Köngenerinnen dabei, dass der Kader weitestgehend zusammengeblieben ist und es somit keiner großen Eingewöhnungsphase bedarf. In Mia Fuß (A-Jugend TV Nellingen) und Gabriele Mitranic (bis vor einem Jahr TSV Wolfschlugen) stoßen lediglich zwei Neue zum TSV. Stephanie Wachtarz (TG Nürtingen II) und Joshika Horeth (Karriereende) stehen nicht mehr zur Verfügung.
Die Liga schätzt der Neu-Trainer aufgrund der Ausgeglichenheit – ähnlich wie letzte Saison – sehr schwer ein. „Unser Ziel ist der Klassenverbleib. Dafür müssen wir unbedingt gegen die direkten Konkurrenten punkten“, fordert Wagner: „Das wird auf jeden Fall keine leichte Sache.“ Auf die Derbys, von denen die Württembergliga wieder einige zu bieten hat, freut er sich besonders, weil diese immer Spannung versprechen: „Das sind besondere Spiele.“

SG Hegensberg/Liebersbronn

Während der Vorbereitung hat sich Markus Weisl, der neue Trainer der SG Hegensberg/Liebersbronn, dann doch mal eine kurze Pause gegönnt. Mit der Familie ging es für eine Woche nach Caorle an der italienischen Adria. Davor und danach ließ der Coach, der in diesem Sommer nach vier Jahren beim HT Uhingen/Holzhausen aufgehört hat und nach Esslingen gewechselt ist, viermal pro Woche trainieren. „Wir waren immer zweimal in der Halle, einmal zum Crossfit in Ostfildern und dann haben die Mädels selbstständig noch eine Laufeinheit absolviert“, sagt Weisl, der die Laufergebnisse mit einer Smartphone-App überwachte. Ohnehin ist er mit der Vorbereitung sehr zufrieden. „Die Neuzugänge passen super rein, alle haben Lust auf Handball und ziehen mit“, berichtet Weisl. Daran würden auch die Testspiele, die unterschiedlich gut verliefen, nichts ändern.

Seine ersten Wochen beim neuen Verein sind ebenfalls sehr positiv verlaufen. „Die Mädels haben es mir mit der Eingewöhnung leicht gemacht“, sagt Weisl, der in einem Probetraining und den üblichen Gesprächen mit den Vereinsverantwortlichen einen guten Eindruck hinterließ. „Nachdem dann auch meine Frau ihr Okay gegeben hatte, stand dem neuen Projekt nichts mehr im Weg“, erzählt Weisl, dem durchaus bewusst ist, dass seine neue Aufgabe keine leichte wird.
Alles andere als den Klassenverbleib bezeichnet der Trainer daher als utopisch. „Es wäre schön, wenn wir nicht wie vergangene Saison bis zum Schluss zittern müssen. Sollte es aber doch so kommen, kämpfen wir mit allen unseren Mitteln“, kündigt Weisl an. Die Liga schätzt er ähnlich ausgeglichen wie in der Vorsaison ein: „Ich glaube, jeder kann jeden schlagen.“

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