Von morgens bis abends wird der Köngener Pumptrack stark frequentiert. Foto: Kerstin Dannath

Die Köngener Freizeitanlage ist bereits knapp ein Jahr nach der Eröffnung zu einem Anziehungspunkt über alle Generationen hinweg geworden– was fehlt, ist ein Team, das den Betrieb ehrenamtlich managt.

Unermüdlich ziehen sie ihre Runden auf dem Köngener Pumptrack – von morgens bis abends. Bereits bei der Planung sprachen die Verantwortlichen von einem „Leuchtturmprojekt“ für die ganze Region – was sich bewahrheitet hat: Die Freizeitanlage beim Mehrgenerationenhaus Burgforum hat sich innerhalb von knapp einem Jahr zu einem Magnet über alle Generationen hinweg gemausert. Im September 2023 sind die beiden Rundkurse eröffnet worden, seitdem tummeln sich Radler, Skater, Inliner- und Rollerfahrer aus Köngen und darüber hinaus aber auch die Allerkleinsten per Laufrad auf den beiden Tracks.

Gemeinsamer Sport im Freien

„Die Anlage ist ein top Anziehungspunkt von Jung bis Alt geworden“, freut sich Matthias Dold. Er muss es wissen – von seinem Büro im Burgforum aus hat der langjährige Köngener Jugendhausleiter den besten Blick auf den Pumptrack: „Allein, was die Köngener Nutzer in diesem Jahr für Fortschritte gemacht haben, ist beachtlich – da sieht man täglich Backflips oder andere Tricks. Anfangs waren alle noch ziemlich wacklig unterwegs.“ Für den Sozialpädagogen ist die Anlage inzwischen eine der besten Antworten auf die Corona-Krise: „Die Leute können draußen sein und gemeinsam Sport treiben.“ Er betont aber auch, dass die Anlage viel mehr biete, als sich auf Rollen auf einen der beiden Rundkurse zu begeben: Im nachträglich hinzugekommen Werkstattschuppen gibt es etwa diverse Outdoor-Spiele wie Indiaca oder Wikingerschach kostenlos auszuleihen, auf der angrenzenden Multifunktionsfläche kann gekickt oder Volleyball gespielt werden. Während der Öffnungszeiten des Jugendhauses Trafo steht auch die dortige Infrastruktur mit Getränkeverkauf und Toiletten zur Verfügung. Allerdings nicht durchgängig – bereits bei der Planung hatte das Jugendhaus-Team betont, dass sie angesichts ihrer zwei Vollzeitstellen, die sich drei Personen teilen, den Pumptrack lediglich begleiten aber nicht betreuen können. Sie sind nun dabei, eine Gruppe Ehrenamtlicher zu finden, die bereit ist, mehr Verantwortung zu übernehmen. Hierbei seien bereits erste Gespräche mit einigen Jugendlichen geführt: „Ich bin guter Dinge, dass wir bald ein paar Interessenten finden“, kündigt Dold an.

Positiv sei, dass es bislang keinen Fall von Vandalismus auf dem Gelände gab – die gemütlichen Holzbänke, auf denen am Nachmittag Mütter unter großen Sonnenschirmen mit einem wohlwollenden Auge auf ihren Nachwuchs und abends die Jugendlichen zusammensitzen, sind unversehrt. Besonders hervorzuheben ist laut Dold auch die große Rücksichtnahme der Nutzer der beiden Tracks untereinander: „Es ist ganz erstaunlich, wie sich der Platz selber organisiert. Die Fahrer passen aufeinander auf – wenn mal ein Vierjähriger mit seinem Laufrad über die große Bahn düst, warten die Älteren eben bis er durch ist.“ Klar habe es bereits einige Knochenbrüche gegeben, irgendjemand rufe dann eben per Handy den Krankenwagen – viel frequentiert sei zudem die offene Pflasterbox am Werkstattschuppen: „Die müssen wir alle paar Tage frisch auffüllen.“

In der Szene hat der Köngener Pumptrack einen guten Ruf, von München bis Konstanz kommen die Besucher laut Dold auf die Anlage, die eine der größten asphaltierten Anlagen im Land ist. Der Köngener Jugendhausleiter betont ausdrücklich, dass das Projekt ohne die Gelder der Stiftungen, namentlich die Köngener Ehmann-, die Maier- und die Bürgerstiftung, sicherlich nicht zu machen gewesen sei. „Der größte Respekt gebührt dabei Gerhard Maier, dem die Realisierung unglaublich wichtig war, sowie Altbürgermeister Hans Weil, der Stiftungsrat der Ehmannstiftung ist“, sagt Dold. Und auch der Gemeinderat Günter Hoffelner sei stets hinterher gewesen, dass es mit dem Pumptrack vorangehe.

Ende September gibt es Rennen und Party

Die Planung der Anlage startete bereits vor einigen Jahren, eigentlich sollte der Pumptrack bereits im Sommer 2022 in Betrieb gehen. Doch der Artenschutz machte dem Vorhaben, das vom ehemaligen Bürgermeister Otto Ruppaner zusammen mit dem Jugendhaus Trafo aus einem Partizipationsverfahren mit Jugendlichen heraus angestoßen worden war, zunächst einen Strich durch die Rechnung. Erbaut wurde die Köngener Anlage erst 2023 von der weltweit tätigen Spezialfirma für die Erstellung vom Pumptracks und Mountainbike-Trails „Velosolutions“ aus der Schweiz.

Zum Saisonabschluss 2024 – wobei der Pumptrack auch danach weiterhin für alle Nutzer offen bleibt – ist am 28. September wieder ein „Pump & Play“-Event geplant. Erstmals ist der württembergische Radsportverband mit im Boot, veranstaltet werden landesweit ausgeschriebene Rennen in mehreren Klassen. Drumherum gibt es Musik, Bewirtung und mehr durch das Trafo in Kooperation mit dem Radsportclub Köngen.

Der Pumptrack in Zahlen

Kosten
 Als letzter Akt wurde auf der jüngsten Sitzung des Köngener Gemeinderats die Garten- und Landschaftsbauarbeiten zur Neupflanzung im Umfeld des Pumptracks sowie diverse Ausgleichspflanzungen für rund 37 000 Euro vergeben. Damit belaufen sich die Gesamtkosten nach aktuellen Angaben der Köngener Verwaltung mittlerweile auf rund 575 000 Euro. Das ist einiges mehr als ursprünglich angenommen. Der Grund: Während der Planung waren viele Posten wie zum Beispiel der Werkstattschuppen oder die Sitzbänke hinzugekommen. Anfang 2022 wurden die Gesamtkosten noch auf 310 000 Euro geschätzt, ein Jahr später schon auf rund 450 000 Euro.

Finanzierung
 Neben der Kommune waren die Gerhard-und-Christa-Maier-Stiftung, die Ehmann-Stiftung und die Köngener Bürgerstiftung wichtige Geldgeber, sie steuerten zusammen 240 000 Euro für die Finanzierung der Anlage bei. Von der Maier-Stiftung wurden etwa zusätzlich die Pflasterung des Schuppenvorplatzes sowie die meisten der Sitzbänke inklusive Sonnenschutz und die Fahnenmasten bezahlt. Laut der Maier-Stiftung kamen dabei weitere 80 000 Euro auf die ursprünglich zugesagte Stiftungssumme obendrauf. Die Gemeinde rechnet zudem mit einer Förderung seitens des Landes in Höhe von etwa 90 000 Euro.