In Reichenbach nimmt Freibad-Mitarbeiterin Sarah Wahl Wasserproben. Foto: Roberto Bulgrin

Pläne für zwei Schwimm-Schichten in den Freibädern im Landkreis. Noch immer gibt es Unklarheiten über Saisonstart und Bedingungen.

Kreis Esslingen - Die Bademeister stehen in den Startlöchern, die meisten Becken sind mit Wasser gefüllt. Reichenbach macht den Anfang, die anderen Bäder ziehen nach. Inspiration bieten andere Bundesländer, in denen bereits reger Freibadbetrieb herrscht. Die EZ hat bei den Verantwortlichen der Freibäder im Kreis nachgefragt.

Auf dieser Karte finden Sie kompakt die geplanten Öffnungszeiten und weitere Informationen zu den Bädern:

Aussagen in einer Umfrage am Dienstag 

Wernau: Bürgermeister Armin Elbl rechnet damit, dass das Freibad ab 15. Juni öffnet. „Wir haben uns ganz klar entschieden, so früh wie möglich zu starten.“ Nachdem in der vergangenen Woche Signale der Landesregierung gekommen waren, dass „irgendwann im Juni“ die Freibäder öffnen könnten, habe das Team die Vorbereitungen getroffen. „Es ist aber äußerst schwierig und eine Katastrophe, dass keiner weiß, wie man die Freibäder öffnen kann“, sagt Elbl. Das Team habe aber „alle möglichen Abläufe durchgeplant.“ Dazu gehört ein Online-Buchungssystem für den Eintritt. Diejenigen, die keinen Internet-Zugang haben, können Eintrittskarten im Rathaus kaufen.

Deizisau: „Wir sind mittendrin in den Vorbereitungen“, sagt Bürgermeister Thomas Matrohs über eine Freibaderöffnung in Deizisau. Geplant sei ein Start ab 15. Juni. „Wir werden diesen Sommer öffnen ganz klar, weil wir glauben, dass es ein wichtiger Schritt hin zur Normalität ist. Auch wenn der Betrieb alles andere als normal sein wird.“ Es werde Namenslisten geben und das Team bereite einen Hygieneplan sowie einen Fragenkatalog für alle Besucher vor. Ebenso gibt es nur Online-Eintrittskarten. „Wenn man ein Ticket bestellt oder reserviert, bekommt man einen Barcode“, sagt Matrohs. An der Freibadkasse gebe es keine Karten. Dennoch: „Wir wissen das nicht jeder einen Internetzugang hat und halten ein gewisses Karten-Kontingent bereit.“ Es gebe Schichten, für die sich Besucher online eintragen können. „Täglich gibt es zwei Badeschichten von 9 bis 13.30 Uhr und von 14.30 bis 19 Uhr. Dazwischen wird eine Stunde lang das Bad desinfiziert“, sagt Matrohs. Wie viele Badegäste pro Schicht in das Freibad dürften, dass sei noch unklar. „Wir warten auf die Verordnung der Landesregierung.“

Denkendorf: Schon in normalen Zeiten dauert es viele Wochen, bis das Denkendorfer Freibad fit für die Badesaison ist. Doch derzeit ist nichts wie sonst. Um das Bad in Corona-Zeiten doch noch öffnen zu können, muss vieles neu bedacht und geplant werden. „Der Aufwand ist gigantisch“, stöhnt Bürgermeister Ralf Barth. Voraussichtlich öffnet das Bad am 18. Juni.

Reichenbach: Die Becken im Reichenbacher Freibad sind gefüllt. Die stellvertretende Kämmererin Sabine Kobarg sagt: „Wir tun alles dafür, dass wir am 10. Juni öffnen können.“ Das Problem sei aber, dass man noch nichts Genaues wisse. „Wir können nur vermuten und schauen, wie es in den anderen Bundesländern ist.“ Auch in Reichenbach werde es nur Online-Tickets geben und zwei Schichten für Besucher. „Die Maximalanzahl der Besucher hängt wohl davon ab, wie viele Personen im Wasser sein können“, sagt Kobarg. Markierungen und Desinfektionsmittel, die über das Bad verteilt werden, seien bereits bestellt. Sammelumkleiden werden wohl gesperrt. „Ob Duschen geöffnet werden können, wissen wir noch nicht.“ Und die wirtschaftliche Lage? Ein Freibad rechne sich nie, aber „wir gucken, dass wir noch ein paar Einnahmen gewinnen.“

Esslingen: Im Esslinger Neckarfreibad werden wohl bald die ersten Mitarbeiter „Schritt für Schritt aus der Kurzarbeit geholt“, sagt Benjamin Fritz von den Stadtwerken Esslingen. Sobald die Landesregierung einen Öffnungstermin nenne, „werden wir mit den Vorbereitungen beginnen“. Dann brauche man noch eine Vorlaufszeit.„Die Maßnahmen für technische Anlagen wie Pumpen sind bereits getätigt.“ Die Becken am Neckarufer sind noch leer. „Wir sind nicht untätig, aber können noch nichts konkretes sagen.“ Laut Fritz gebt es bereits Ideen. „Was klar ist ist, dass es keinen normalen Badebetrieb geben wird, sondern nur einen eingeschränkten.“ Ändern werden sich die Preise: „ Es wird wohl einen ermäßigten Einheitspreis und kein Tarifsystem geben.“

Neuhausen: Trockene Schwimmerbecken gibt es auch in Neuhausen. Pressesprecherin Elke Eberle sagt: „Über die Freibad-Eröffnung entscheidet der Gemeinderat am 30. Juni.“

Wendlingen: In Wendlingen laufen laut Stadtkämmerer Horst Weigel seit langem die Vorbereitungen auf die Saison. „Wir haben vor, am 22. Juni das Freibad zu öffnen.“ Es werde ein Online-Buchungssystem für die Eintrittskarten sowie zwei Schichten geben. „Es gibt keine Saison- oder Zehnerkarten.“ Es gebe Desinfektionsmittel und Markierungen. „Alles ist in die Wege geleitet. Das Problem ist, dass die Verordnung noch nicht vorliegt“, so Weigel. „Rein finanziell betrachtet wäre es günstiger, man hätte das Freibad zu gelassen.“Das Freibad sei aber eine wichtige Einrichtung für die Freizeitbeschäftigung und vor allem für Familien, die in diesem Jahr weniger Urlaub machen können.

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