Bald wieder im Rennmodus: Mercedes-Teamchef Toto Wolff Foto: dpa/Jens Büttner

Für Mercedes-Teamchef Toto Wolff gilt bald wieder Business as usual. Die Formel 1 erwacht aus der Corona-Starre, am 5. Juli ist der Saisonauftakt mit dem Großen Preis von Österreich terminiert.

Stuttgart - Toto Wolff hatte ein Problem. Die Corona-Krise, der wochenlange Lockdown der Formel 1, das hat den Teamchef des Mercedes-Rennstalles von der Ideallinie gedrängt. Statt in der Fabrik in Brackley seinen gewöhnlichen Aufgaben nachzugehen, hatte der Österreicher nun plötzlich viel Zeit für sich selbst und seine Kinder. „Ich habe mehr Sport getrieben, die Kilos, die ich zugelegt hatte sind wieder weg“, erzählte Toto Wolff, „und ich habe die Kinder deutlich häufiger gesehen als sonst. Das hat meine Tage gefüllt.“

Rückkehr auf die Rennstrecke

Bald gilt für den Teamchef des Weltmeisters wieder: Business as usual. Arbeit wie üblich. Die Formel 1 erwacht aus der Corona-Starre, am 5. Juli ist der Saisonauftakt auf dem Red-Bull-Ring mit dem Großen Preis von Österreich terminiert. Und eine Woche später steht der zweite Grand Prix an selber Stelle im Kalender. Daher endet die Schweigepflicht von Toto Wolff und den Mitgliedern des Mercedes-Teams, die sie sich während des von Mitte März andauernden Lockdowns freiwillig auferlegt hatten. „Es war nicht einfach, die Motivation hoch zu halten“, verriet der 48-Jährige, „wir sind Racer und lieben den Wettbewerb, deshalb freuen wir uns auf die Rückkehr auf die Rennstrecke.“ Wobei: Es könnte ein besseres Fleckchen Erde geben als Spielberg, um den Auftakt zu feiern – in Österreich haben die Silberpfeile in den vergangenen Jahren oft geschwächelt, weil die Motoren die steirische Höhenluft offenbar nicht so gut vertragen. Vergangenes Jahr machten die hohen Temperaturen zudem den Reifen zu schaffen, Valtteri Bottas wurde lediglich Dritter, Dauer-Weltmeister Lewis Hamilton sogar nur Fünfter. Und 2018 fielen beide Mercedes-Piloten mit Defekten aus.

Es wird ein Kaltstart in Österreich. „Wir holen Autos aus dem Container, die im März in Melbourne losgeschickt wurden“, betonte Wolff, „nun haben wir keine vier Wochen Zeit, es fürs Rennen vorzubereiten.“ Allerdings, das muss erwähnt werden, haben auch die Konkurrenten Boliden ausgepackt, die gerade mal drei freie Trainings in Australien hinter sich gebracht haben. Mercedes hatte bereits Upgrades produziert, die jedoch noch nicht einmal getestet wurden. „Das müssen wir nun in den freien Trainings nachholen und das Auto solide machen“, erklärte Wolff, „in Österreich wird die Haltbarkeit das Kernthema darstellen.“

Die Formel 1 schläft nie

Auch wenn sich Wolff mit Fitness, Frau und Kindern beschäftigt hat, ganz ohne Motorsport musste er nicht leben. Die Formel 1 schläft nie, die Show spielt nur hinter den Kulissen. Seinen Einstieg beim künftigen Konkurrenten Aston Martin bezeichnete der 48-Jährige als reinen Invest: „Ich glaube an die Marke, ich habe da ein paar Aktien gekauft – aber operativ werde ich keine Rolle spielen.“ Und der Manager unterstrich, dass ein Abschied von Mercedes aus der Formel 1, wie mitunter spekuliert, aktuell „nicht zur Debatte“ stehe. „Natürlich hinterfragen wir stets ein Engagement, aber die Formel 1 ist eine hervorragende Plattform, die einen hohen Werbegegenwert bietet.“ Auch zum Aus von Sebastian Vettel bei Ferrari am Jahresende bezog Wolff Stellung. „Er ist ein Außenseiterkandidat für ein Cockpit bei uns, weil wir in erster Linie auf unseren Kader schauen“, sagte der Mercedes-Mann. Endgültig nein hat er nicht gesagt, weshalb weiter gerätselt werden darf, bis es am 5. Juli wieder ernst wird. in Österreich.

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