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Von Spinat bis Spargel wächst in Baden-Württemberg allerlei regionales Supergemüse. Trend-Analysen prognostizieren jetzt, dass das Superfood der Region in naher Zukunft Exoten wie Quinoa ablösen wird.

Immer mehr Verbraucher interessieren sich dafür, woher ihre Lebensmittel stammen. Laut repräsentativen Umfragen bevorzugen zwei Drittel aller Deutschen mittlerweile Obst und Gemüse aus ihrem Raum, wodurch Superfoods wie Goji-Beeren aus exotischeren Ländern wie Asien in Marktprognosen Stück für Stück an Trendpotential verlieren.

Steigendes Ernährungs- und Umweltbewusstsein

Deutschland entwickelt Ernährungsbewusstsein. Neben Trendbewegungen wie dem Superfood-Hype sprechen Ernährungsreports und Umfragen dafür, dass sich ein großer Teil der Bevölkerung heutzutage mit den Inhaltsstoffen täglich konsumierter Lebensmittel beschäftigt. Trotz Stress und Zeitdruck rückt in der Gegenwart auch Selbstgekochtes wieder in den Fokus. Wie kreiseigene Kochkurse regelmäßig beweisen, lässt sich Leckeres relativ leicht selbst zubereiten.

Tatsächlich kochen über 73 Prozent aller Deutschen regelmäßig, wobei mehr als 90 Prozent laut einem aktuellen BMEL-Report Wert auf gesunde Ernährung legen. Schnell zuzubereitende Rezepte helfen ihnen dabei, zeitsparend und gleichzeitig gesund zu kochen. Darüber hinaus dokumentiert der Report, dass mehr als die Hälfte aller Deutschen Lebensmittel mit Rücksicht auf die Umwelt auswählt. Vor diesem Hintergrund lässt sich ein wachsender Markt für regionale Produkte prognostizieren. Neben der besseren Ökobilanz durch kurze Transportwege schlägt hierbei die Stärkung der Regionalwirtschaft positiv zu Buche.

Bessere Umwelt- und Nährstoffbilanz

Die Hof- und Bauernläden der Region dürften sich über diese Entwicklungen besonders freuen. Dass exotische Superfoods wie Goji-Beeren aus Asien im Hinblick auf einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt wegen langen Flugzeugtransporten alles andere als super sind, galt schon seit längerer Zeit als Kritikpunkt. Obwohl sich Baden-Württemberg im Hinblick auf deutsche Obst- und Gemüseerzeuger unter den fünf Top-Plätzen befindet, stellten exotische Superfoods trotz der schlechteren Umweltbilanz bisher eine harte Konkurrenz für regionale Produkte wie Erdbeeren, Wirsing, Chicorée, Trauben, Spinat und Spargel dar. Nicht ganz unschuldig war hieran der Medienhype, der sich in den vergangenen Jahren um die angeblich gesunden Superlebensmittel vom anderen Ende der Welt entwickelt hatte.

Bei näherer Betrachtung stehen regionale Erzeugnisse den viel gehypten Superfoods aus dem fernen Ausland in nichts nach. Der Direktvergleich ergibt teils sogar eine bessere Nährstoffbilanz für Obst und Gemüse aus Baden-Württemberg, weil voll ausgereifte Ernte aus der Region beim Verkauf frischer ist als solche Lebensmittel, die bis zu ihrem Bestimmungsort Tausende von Kilometern zurücklegen müssen. Je länger die Lagerzeit, desto mehr Vitamine gehen verloren. Aus diesem Grund sind saisonale Obst- und Gemüsesorten aus der Region die eigentlichen Superfoods, was enthaltene Nährstoffe betrifft. Neben der Umwelt profitiert dadurch auch der Konsument von der aktuellen Trendbewegung hin zu höherem Regionalbewusstsein.

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