Der Plan wird umgesetzt: Kornwestheim hat den ersten Asylbewerber zur gemeinnützigen Arbeit verpflichtet. Er hilft bei der Stadt aus, um einer Kürzung seiner Mittel zu entgehen.
Einen ersten Teilerfolg kann die Stadtverwaltung Kornwestheim vermelden beim Thema Asylbewerber zu Arbeit zu verpflichten. Im April hatte der Gemeinderat der Stadt das Okay gegeben, dass man im Rathaus Geflüchtete, die nicht arbeiten, zu gemeinnütziger Arbeit heranziehen kann.
In einer aufwühlenden Gemeinderatssitzung, bei der es um Richtungsfragen in Sachen Integration ging, setzte sich Oberbürgermeister Nico Lauxmann mit seinem Praxiskonzept Integration schließlich durch. Der umstrittenste Teil dieses Konzepts sieht vor, dass Kornwestheim arbeitsfähige Flüchtlinge, die bislang keine Arbeit aufgenommen haben, unter Androhung der teilweisen Streichung ihrer Bezüge zur Arbeit verpflichten darf.
Ein Kritikpunkt neben dem Zwang und der für manche implizierten Unterstellung, Geflüchtete wollten nicht arbeiten, war die sehr geringe Aufwandsentschädigung von 80 Cent pro Stunde.
Nun steht fest, dass von den fünf infrage kommenden Geflüchteten in Kornwestheim, eine Person bislang eine Arbeit bei der Stadtgärtnerei aufgenommen hat. Michael Siegel, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, zeigt sich durchaus zufrieden mit dem Start des Projekts.
Den anderen vier werde nun Gelegenheit gegeben sich ebenfalls auf die Aufforderung hin zum Arbeiten bei der Stadt zu melden. Sollte das nicht der Fall sein, werde in Kooperation mit dem Landkreis über die Kürzung der Mittel für die vier entschieden. „Dafür ist der Landkreis zuständig“, sagt Siegel. Das Landratsamt war aber schon vor Verabschiedung des Praxiskonzepts Integration mit an Bord, wie Lauxmann seinerzeit erklärte.
Im September will die Stadtverwaltung Kornwestheim ein Zwischenfazit zu dem Projekt ziehen und hofft bis dahin auch die übrigen arbeitsfähigen Asylbewerber in (gemeinnützige) Arbeit gebracht zu haben.