Ein Flüchtlingsjunge fährt mit einem Roller vor Müllsäcken im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos. (Archivbild) Foto: dpa/Angelos Tzortzinis

Zunächst schien es so als ob die Corona-Krise die Verlegung von 1600 Flüchtlingskindern aus den überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln verzögern könnte. Neuerliche Aussagen klingen nun aber anders.

Brüssel - Die Umsiedlung Minderjähriger aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln könnte nach Angaben der EU-Innenkommissarin Ylva Johansson trotz der Coronavirus-Krise bald beginnen. „Ich hoffe jetzt, dass die ersten Kinder nächste Woche in Aufnahmeländer gebracht werden können“, sagte die Schwedin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Donnerstag.

Deutschland und Luxemburg seien mit ihren Vorbereitungen am weitesten. „Wir werden nicht alle 1600 Plätze auf einen Schlag füllen können, aber angesichts der Pandemie müssen wir uns sputen.“ Alle Länder, die die Aufnahme von Kindern und Jugendlichen zugesagt hätten, hielten sich daran.

1600 unbegleitete Kinder sollen verlegt werden

Ein Kommissionssprecher hatte kürzlich gesagt, dass es wegen der Coronavirus-Pandemie zu Verzögerungen kommen werde. Deutschland und einige andere EU-Staaten hatten zugesagt, mindestens 1600 unbegleitete Kinder und andere Migranten aus den völlig überfüllten Lagern auf den Ägäis-Inseln abzunehmen.

Für die mehr als 40 000 Migranten kündigte Johansson dem Bericht zufolge außerdem einen Aktionsplan gegen das Coronavirus an. „Wir wollen diejenigen, die von einer Corona-Infektion am stärksten betroffen wären, isolieren. Das betrifft Ältere und Kranke.“ Im Lager Moria auf Lesbos seien das geschätzt 500 bis 600 Menschen. Eine Umsiedlung auf das griechische Festland könne jedoch riskant sein, weil das Coronavirus dort schon angekommen sei.

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