Teile der Hochschule ziehen in die Weststadt. Auf ihrem bisherigen Gelände auf der Flandernhöhe soll Wohnraum entstehen. Doch der Zeitplan für den Umzug verzögert sich.
Für die Flandernhöhe hat die Stadt Esslingen hochfliegende Pläne. Neuer Wohnraum soll hier entstehen – wenn die Hochschule Esslingen ihren dortigen Standort geräumt hat und an den gerade entstehenden Campus in der Weststadt umgezogen ist. Doch der Zeitplan für die Bauarbeiten des neuen Hochschulgeländes wurde nach hinten korrigiert. Wirbeln diese Verzögerungen auch das Timing der Stadt für die Flandernhöhe durcheinander?
Ursprünglich wollten Studierende und Mitarbeitende der Hochschule auf der Flandernhöhe zum Wintersemester 2026 ihr Ränzlein schnüren und i n die Weststadt ziehen. Doch das Stuttgarter Finanzministerium hat nun bekannt gegeben, dass ein Umzug wegen Verzögerungen der Bauarbeiten erst zum Sommersemester 2027 ins Auge gefasst werden kann.
Eine zeitliche Korrektur, die die Stadt weder ins Schwitzen noch in Zugzwang bringt: „An dem grundsätzlichen Zeitplan der Stadt in Bezug auf die Flandernhöhe ändert sich nichts“, gibt Marcel Meier vom städtischen Pressereferat auf Nachfrage unserer Zeitung bekannt. Aktuell sei vorgesehen, dass die Baumaßnahmen ab dem Jahr 2030 starten sollen: „Die Fläche ist künftig überwiegend für Wohnzwecke vorgesehen.“ Geplant sind auf der Flandernhöhe laut Stadt vor allem Aufstockungen und Umnutzungen bestehenden Wohnraums mit Potential für 450 bis 650 Einheiten, ein Lebensmittelmarkt im bisherigen Mensagebäude, weitere kleinere Ladeneinheiten, eine Kindertagesstätte sowie Gesundheits-, Sport- und Freizeitangebote.
Zukunftsfabrik in ehemaligem Stadtwerke-Gebäude macht Fortschritte
Auch auf dem künftigen Hochschulgelände in der Weststadt mischt die Stadt mit. Die Stadtwerke Esslingen hatten Anfang 2023 ihren Standort in der Fleischmannstraße in unmittelbarer Nähe zum neuen Campus aufgegeben und ihren Firmensitz in die Fritz-Müller-Straße im Industriegebiet Neckarwiesen verlegt. In den so frei gewordenen Räumlichkeiten soll eine Zukunftsfabrik für KI-Projekte entstehen.
Bei diesen Plänen vermeldet die Stadt Fortschritte. Die Entwurfsplanung zur Umnutzung des ehemaligen Stadtwerke-Verwaltungsgebäudes sei abgeschlossen worden, sagt Meier. Der Antrag auf eine Nutzungsänderung könne nun kurzfristig beim Baurechtsamt eingereicht werden: „Die Planungen zur zukünftigen Nutzungskonzeption wurden intensiv mit der Hochschule Esslingen und den beteiligten Projektpartnern der Stadt abgestimmt.“ Zum weiteren Zeitverlauf mit Blick auf den Beginn der Umbauarbeiten und das Einzugsdatum können laut Marcel Meier noch keine verlässlichen Angaben gemacht werden: „Fest steht: Nach Erteilung der Baugenehmigung sind rund acht Monate Bauzeit für die Umbauarbeiten geplant.“
Wie viel investiert die Stadt Esslingen?
Auch bei der Suche nach finanzieller Unterstützung sei man fündig geworden, so der Stadtsprecher: Das Vorhaben erhält seinen Worten zu Folge Fördermittel in Höhe von 905 000 Euro aus dem Kofinanzierungsprogramm Künstliche Intelligenz des Verbands Region Stuttgart. Aktuell erfolgten die Abstimmungen zum Fördervertrag zwischen dem Verband Region Stuttgart, der Hochschule Esslingen und der Stadt. Insgesamt investiert die Stadt Esslingen laut Marcel Meier rund 1,86 Millionen Euro in das Projekt.
Auf einer Fläche von etwa 1800 Quadratmetern sollen nach Angaben der Hochschule Esslingen im ehemaligen Gebäude der Stadtwerke in der Fleischmannstraße fünf Forschungseinrichtungen wie das Institut für Technische Zuverlässigkeit und Prognostik, das Institut für Intelligente Systeme oder das Labor für IT-Security angesiedelt werden. Das Areal im Erdgeschoss soll auch an Start-ups oder Unternehmen mit inhaltlichem Bezug zu den Forschungsbereichen der Hochschule vermietet werden.