Feuerwerk, Lichtshows und Genuss: Der Leuchtende Weinberg in Weinstadt ist seit 15 Jahren ein Publikumsmagnet. Damit ist bis auf Weiteres Schluss.
Lichtinstallationen im Weinberg, Bühnen mit Musik, Walking-Acts in der Menge, kulinarische Angebote und zum Schluss ein großes, professionelles Feuerwerk: Der Leuchtende Weinberg oberhalb von Weinstadt zieht seit 15 Jahren jeden Sommer viele Besucher an – bei gutem Wetter regelrechte Menschenmassen, aber auch bei Regen, wie in diesem Jahr, nehmen noch viele Besucher teilweise lange Anfahrtswege in Kauf, um oberhalb des Stadtteils Beutelsbach Lichter, Wein und Panorama auf sich wirken zu lassen.
Kostenrisiko aus Sicht der Verwaltung nicht mehr tragbar
Doch damit ist bis auf Weiteres Schluss. Stadtverwaltung und Gemeinderat haben entschieden, im Jahr 2025 keinen Leuchtenden Weinberg stattfinden zu lassen. Als Grund führt Weinstadts OB Michael Scharmann die Finanznot der Gemeinde an. Scharmann betont, die Fixkosten seien in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. „Das Kostenrisiko dieser Outdoor-Veranstaltung ist bei der aktuellen Haushaltslage nicht mehr tragbar“, so der Oberbürgermeister bei der Einbringung des Haushalts. Die Wichtigkeit des Events sei ihm wohl bewusst: „Diese Veranstaltung ist in den vergangenen 15 Jahren ein wesentlicher Bestandteil der Marke Weinstadt geworden.“
Dennoch gehöre der Leuchtende Weinberg nicht zu den Pflichtaufgaben, sondern zu freiwilligen Leistungen, und angesichts der Finanzmisere und der anstehenden Pflichtinvestitionen habe man entschieden, auch bei diesem Großevent den Rotstift anzusetzen. „Das Streichen betrifft dann Ideen, Projekte und Veranstaltungen, die eigentlich zu unserer Lebensqualität hier bei uns in Weinstadt beitragen, die wir uns aber nicht mehr leisten können“, so Scharmann.
Denn auch wenn die Besucher noch so zahlreich zum Leuchtenden Weinberg geströmt sind, und die Ticketpreise im vergangenen Jahr von zehn auf 25 Euro massiv angestiegen waren: Das Event machte laut der Stadt keinen Gewinn. Im vergangenen Jahr blieb die Stadt am Ende auf einem Minus von mehr als 100 000 Euro sitzen. Grund waren unter anderem die Kosten für Veranstaltungstechnik, die nach der Corona-Pandemie massiv gestiegen sind.
Die Entscheidung der Gemeinde wird in den sozialen Netzwerken rege diskutiert. Auf Facebook verfallen manche in Grundsatzkritik und geben der in Berlin regierenden Ampelkoalition die Schuld. Andere bedauern den Verlust dieser „Tradition“ und hoffen, dass die Weingüter, die sich bisher an dem Großevent beteiligt haben, es schaffen könnten, eine eigene Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Andere Weinstädter sind über das – vorläufige – Aus des Leuchtenden Weinbergs hingegen nicht traurig: „Braucht kein Mensch“, schreibt jemand. „Für die Tiere ist es besser“, meint eine weitere Nutzerin. Andere schreiben, sie hätten sich ohnehin schon gefragt, wie die Stadt sich „so etwas“ leisten könne.