Zur Aufbereitung des Trinkwassers bedarf es immer besserer Filter! Foto: Unsplash

Trotz Trinkwasserverordnung gelangen immer wieder Schadstoffe ins Leitungswasser. Filtersysteme schaffen Abhilfe. 

Gebetsmühlenartig wird von den Verantwortlichen – zumindest der alten Regierung – wiederholt, dass das Trinkwasser, welches aus den deutschen Wasserhähnen sprudelt, das sauberste Lebensmittel an sich sei. Doch in Anbetracht dessen, dass in Landwirtschaft, Industrie und Privathaushalten tagtäglich Millionen Liter Abwasser in die Kanalisation gelangen, sind Zweifel angebracht. 

Unser Abwasser ist mit Düngern, Industrieabfällen, Kosmetik- und Arzneiprodukten sowie Farben und mit Biozid behandelten Waren kontaminiert. Es sickert in die Böden und verunreinigt das Grundwasser. In der letzten Zeit kommt mit Mikroplastik noch eine weitere Gefahrenquelle für die menschliche Gesundheit hinzu. Aufgrund der zunehmenden Diversität der Schadstoffe bedarf es zur Aufbereitung des Grund- und Oberflächenwassers immer ausgefeilterer Filtertechniken.

Wie gefährlich sind die Schadstoffe im Leitungswasser?

Auch wenn das Trinkwasser belastet ist, werden Betroffene, die davon trinken, nicht gleich beim ersten Schluck krank. Die Gefahr lauert in der Langzeitwirkung. Die im Trinkwasser enthaltenen Schadstoffe reichern sich über Jahre im Organismus an, bevor es zu Erscheinungen kommt, welche die Gesundheit belasten. Besonders gefährdet sind Säuglinge und junge Menschen, die dauerhaft einer Schadstoffbelastung im Trinkwasser ausgesetzt sind. 

Nicht alle Schadstoffe sind gesundheitsgefährdend. Problematisch für die Qualität des Trinkwassers sind allerdings Pestizide wie Glyphosat, Nitrate und Medikamentenreste. Auch Arsen, Blei, Bakterien und Keime sowie Mikroplastik haben im Trinkwasser nichts zu suchen.

Wie kann man das Wasser aufbereiten?

Viele Haushalte, vornehmlich mit Kindern, entschließen sich deshalb dazu, eine Filteranlage für den Hausgebrauch zu nutzen, damit ausschließlich komplett sauberes Wasser getrunken werden kann. 

Die Hersteller bieten Filter in diversen Ausführungen an. Beliebt ist vor allem der Tischkannenfilter. Dabei wird das Wasser durch ein Aktivkohlegranulat gefiltert. Diese Filter sind in der Regel Augenwischerei, halten sie doch kaum Schadstoffe auf und verkeimen nach wenigen Anwendungen. Annehmbare Ergebnisse werden insbesondere mit den folgenden beiden Technologien erreicht:

  • Umkehrosmosefilter: Diese Technik wird seit Jahren bei der Meerwasserentsalzung angewendet. Dabei wird Wasser durch eine halbdurchlässige (semipermeable) Membran gedrückt, die einzig H₂O passieren lässt. Eine Osmoseanlage liefert absolut reines Wasser.
  • Aktivkohle-Blockfilter: Im Gegensatz zum Aktivkohlegranulat des Tischkannenfilters wird die Aktivkohle bei dieser Art Filter zu einem Monoblock gepresst. Das erhöht die Leistung des Filtersystems entscheidend. Das extrem verdichtete Filtermedium verfügt im Inneren über eine Unzahl an feinsten Äderchen, Poren und Kanälen. Wie bei einem Sieb werden die meisten Schadstoffe zurückgehalten.

Welche Schadstoffe befinden sich im Wasser und was sind die Grenzwerte?

In Deutschland wird die Trinkwasseraufbereitung durch die sogenannte Trinkwasserverordnung geregelt. Diese bestimmt, welche Schadstoffe zu welchen Konzentrationen im Leitungswasser enthalten sein dürfen.

Daher ist das hiesige Trinkwasser nie ganz frei von Schadstoffen, sondern bis zu einem gewissen Grad belastet. Zur besseren Orientierung werden im Folgenden einige wichtige Schadstoffe und deren Grenzwerte angeführt:

  • Blei: Das Trinkwasser darf nicht mehr als 0,01 mg/l (Milligramm pro Liter) enthalten. Manche alten Leitungen in älteren Bestandsbauten sind aus Blei gefertigt!
  • Chlor: Chlor dient zur Reinigung von Brauchwasser. Im Trinkwasser dürfen nicht mehr als 0,3 mg/l enthalten sein.
  • Mangan: Für dieses Metall liegt der Grenzwert in Deutschland bei 0,05 mg/l.
  • Ammonium: Das Leitungswasser darf nur 0,5 mg/l dieser Säure enthalten.
  • Pestizide: Nitrate dürfen nur in einer Konzentration von 50 mg/l enthalten sein. Bei Nitrit liegt der Grenzwert sogar nur bei einem halben Milligramm pro Liter.
  • Bakterien: Gefährliche Keime, Viren und Bakterien haben im Leitungswasser nichts zu suchen, werden aber immer wieder nachgewiesen.
  • Medikamentenreste: Auch Antibiotika, Arzneimittelrückstände und Hormone dürfen im Trinkwasser nicht vorkommen.

Woher kommen die Schadstoffe im Trinkwasser?

Das Trinkwasser hierzulande wird zu 70 % aus Grundwasser und zu 30 % aus Oberflächengewässern gewonnen. Folgende Faktoren gefährden die Reinheit des Trinkwassers:

  • Allgemeine Einträge in den Grundwasserkörper durch Landwirtschaft, Industrie und private Haushalte.
  • Mikrofasern und Mikroplastik aus Kleidung, Kosmetika und Pflegeprodukten.
  • Alte Rohrleitungen, die Reste von Zink, Blei, Kupfer und Eisen enthalten und diese Metalle langsam, aber stetig ans Wasser abgeben.
  • Färbe- und Waschmittel, die über das Abwassersystem ins Grundwasser gelangen.
  • Wasserhähne und sonstige Armaturen können Schwermetalle wie Blei und Kupfer abgeben, vor allem dann, wenn das Wasser längere Zeit in der Leitung steht.



Die Recherche und Erstellung des Textes wurde durch eine externe Redaktion vorgenommen und stammt nicht aus der eigenen Redaktion.