Hier wird ein Einbruch simuliert zu Schulungszwecken. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Trotz Fahndungserfolg im November gingen die Schuleinbrüche auf den Fildern weiter. Nach einem Einbruch in eine Schule in Filderstadt wurden vier Jugendliche festgenommen.

Auch in der Zeit zwischen den Jahren sind die Einbrecher aktiv. Im Fildergebiet haben sie es offensichtlich vor allem auf Schulen abgesehen. So wurde zunächst am Mittwoch voriger Woche in zwei nebeneinanderliegende Schulen in der Sielminger Seestraße eingebrochen. Am Montag darauf ist ein weiterer Einbruch in eine Schule in der Tübinger Straße in Bernhausen gemeldet worden. Hier konnten vier junge Männer auf frischer Tat ertappt und festgenommen werden. Am Dienstag wurden sie dem Haftrichter beim Amtsgericht Kirchheim unter Teck vorgeführt. Dieser erließ die von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehle und setzte sie in Vollzug. Die vier Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren sind nun in Justizvollzugsanstalten.

Ein Zeuge hatte laut Polizei gegen 21.15 Geräusche aus einer Schule in der Tübinger Straße wahrgenommen und hat darauf die Polizei verständigt. Gleich beim Eintreffen der alarmierten Einsatzkräfte flüchteten drei Personen aus dem Gebäude. Die vierte Person wurde auf dem Dach entdeckt durch einen Polizeihubschrauber. So konnten alle Vier festgenommen werden. Ein Tatverdächtiger wurde bei der Verfolgung von einem Polizeihund gebissen, er kam zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Die Polizei prüft nun, ob die vier Tatverdächtigen für weitere Einbrüche in Schulen in Filderstadt sowie in Leinfelden-Echterdingen verantwortlich sind. Vor allem durch Zerstörung und Vandalismus richteten die Unbekannten einen erheblichen Schaden in den Schulen an. Kriminaltechniker kamen zur Spurensicherung vor Ort. Das Polizeirevier Filderstadt hat die Ermittlungen aufgenommen.

Einbrüche in private Wohnräume, aber vor allem auch in Schulen, beschäftigen seit einigen Monaten die Polizei auf den Fildern. Meist ist bei Letzterem der Sachschaden viel höher als der Wert des geraubten Diebesguts. Doch offenbar reizt es die Einbrecher besonders – vor allem jetzt in den langen Nächten – in ein größeres Gebäude einzubrechen zu einer Zeit, in der sich dort niemand aufhält.

Schuleinbrüche im November und im Dezember

Das gilt etwa für zwei Einbrüche in Schulen in Bernhausen und Leinfelden Ende November vergangenen Jahres. Wertgegenstände seien nicht entwendet worden, hieß es aus der Schule in Bernhausen. Aber der Sachschaden wurde auf etwa 10 000 Euro geschätzt. „Da haben wir noch einmal Glück gehabt“, bemerkte der Schulleiter Sascha Conrad damals. Der Einbruch ins Sekretariat sei versucht worden, doch dies habe offensichtlich nicht geklappt, so Conrad: „Wahrscheinlich haben dies Passanten verhindert, die an der Schule vorbeigelaufen sind und verdächtige Vorgänge darin beobachtet haben. Und wahrscheinlich hat die früh eingetroffene Polizei Schlimmeres verhindert.“

Da dieser Einbruch letztlich erfolglos geblieben war, haben es die Täter etwas später wohl bei einer Schule in Leinfelden versucht. Das war damals zumindest die Arbeitshypothese der Polizei aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe der Einbrüche. Gestohlen wurde dort letztlich auch nichts, der Sachschaden dafür war wieder beträchtlich. Da ist natürlich die Vermutung nicht aus der Welt, dass es vor allem um die Zerstörung gegangen war.

Ende November 2025 war die Polizei dagegen erfolgreich: Da hatte sie vier Jugendliche festgenommen nach ihrem Einbruch in einer Schule in Leinfelden-Echterdingen.

Städte ergreifen Gegenmaßnahmen

Doch Ermitteln ist die eine Sache, Prävention die andere. „Wir gehen in die Offensive“, verkündete Anfang Dezember Carl-Gustav Kalbfell, in Leinfelden-Echterdingen zuständig unter anderem für das Ordnungsamt und für die Schulen: „Wir hatten 2025 mehr als zwölf Einbrüche in diverse Schulen, Kindergärten und Vereinsheime. Fast jedes Wochenende bekommen wir Schadensmeldungen. Deshalb setzen wir da jetzt einen Sieben-Punkte-Plan um in enger Zusammenarbeit mit der Polizei.“

Da es sich dabei um sensible Sicherheitsinformationen handeln würde, könnten die nicht alle publik werden. Einige schon. Kalbfell: „In diesen Einrichtungen wird kein Bargeld mehr aufbewahrt. Alle Schränke und Spinde bleiben offen, damit klar wird: Aufbrechen lohnt sich nicht, da ist nichts wertvolles drin.“ Und im Außenbereich gibt es bei diesen Einrichtungen künftig eine bessere Beleuchtung. Kalbfell ist da resolut: „Man provoziert uns. Wir kriegen die.“

Dasselbe gilt für Filderstadt. „Wir sind in ständigem Austausch mit der Polizei. Da haben wir verschiedene präventive Maßnahmen entwickelt, die auch umgesetzt werden“, so der Erste Bürgermeister Falk-Udo Beck. Die Motivation ist dieselbe wie in Leinfelden-Echterdingen: „Die Einbrüche in Schulen sollen zum Einen erschwert und mangels Attraktivität für Täter uninteressant werden“, so Beck. Zum Sicherheitskonzept will er sich allerdings nicht näher äußern.