(red) - Oberbürgermeister Christoph Traub hat zum Jahresbeginn die Vertreter der Filderstädter Landwirtschaft zu einem Gespräch eingeladen. Gut 40 Teilnehmer haben die Veranstaltung zu einem Austausch über Themen wie den Flächennutzungsplan und die Sauberkeit der Feldwege genutzt.

Gleich zu Beginn des Abends stellte Traub, der gemeinsam mit Ordnungsamtsleiter Jan-Stefan Blessing, dem Leiter des Tiefbauamts, Norbert Branz, und der Umweltreferentin Margit Riedinger am Gespräch teilnahm, fest, dass für ihn der konstruktive Dialog und damit die Belange der Landwirtschaft Anlass für die Gesprächsrunde seien. Zwei aktuelle Themenfelder standen im Mittelpunkt des Gesprächs. Einerseits die Diskussion um die Sauberkeit der Feldwege, andererseits die Debatte um das „Räumliche Leitbild“ und damit die bevorstehende Flächennutzungsplanung.

„Sie können sich vorstellen, dass ich über die in den Tagen vor Weihnachten in Diskussion geratene Sauberkeit der Feldwege und Straßen nicht einfach hinweggehen kann“, sagte Traub. Dies schon deshalb nicht, weil ihn auch zahlreiche Bürger zu diesem Thema direkt angeschrieben hätten. Um die Diskussion sachlich zu halten, habe er sich aber vor diesem Gespräch noch nicht öffentlich dazu geäußert. OB Traub betonte die Wichtigkeit der Landwirtschaft als Kooperationspartner, wies aber auch auf die einhergehenden Pflichten hin.

In diesem Kontext war es ihm wichtig, den Begriff „Verkehrssicherungspflicht“ klarzustellen, der vielfach falsch verstanden werde. Zusammengefasst bedeutet diese: Der Verursacher einer Verunreinigung muss diese unverzüglich beseitigen. Er würde ansonsten auch für Unfälle haften, die wegen der Verschmutzung passieren.

Der Oberbürgermeister nutzte das Gespräch dazu, auch im Namen des Ordnungsamts darum zu bitten, nach getaner Feldarbeit verschmutzte Wege am Grundstücks- oder Feldrand zu reinigen. Dabei spiele eine Abgrenzung zwischen Radwegen und Feldwegen keine Rolle, sondern allein die Maßgabe, öffentliche Wege nach der Verunreinigung zeitnah wieder in den Ausgangsstand zu bringen, stellte Traub klar. Schnelles Reinigen bedeute nicht, dass das nach jedem Arbeitsgang geschehen müsse, sondern nach Abschluss der Feldarbeit eines Tages. Als Maßstab hob der Oberbürgermeister hervor, dass für alle das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme gelte.

Im Hinblick auf das Ende Januar im Technischen Ausschuss des Gemeinderats beratene „Räumliche Leitbild“ haben alle Vertreter der Landwirtschaft deutlich gemacht, dass die Orientierung am maximalen Flächenverbrauch für ein Drittel der derzeitigen landwirtschaftlichen Betriebe existenzbedrohend sei. „Fakt ist“, so Traub, „dass Filderstadt durch regionale Entwicklungen extrem unter Flächendruck steht.“ Zunächst müsse festgelegt werden, welches Maß an Innenentwicklung überhaupt gewollt und ob das nötige Potenzial vorhanden ist. Die Landwirtschaft möchte deshalb in den anstehenden Prozess der Flächennutzungsplanung eingebunden werden. Es wurde auch dafür geworben, im Bereich der in Diskussion befindlichen Ausgleichsflächen nach externen Möglichkeiten zu suchen. OB Traub sagte den Vertretern der Landwirtschaft zu, sie in den weiteren Prozess eng mit einzubinden.

Neben diesen beiden großen Themen äußerten die Vertreter der Landwirtschaft weitere Handlungsmaßgaben an die Stadverwaltung. Die Teilnehmer warben dafür, sich auch für eine Schienenverbindung zwischen Stuttgart und Tübingen entlang der B 27 einzusetzen, um weiteren Flächenfraß zu ver­meiden.

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