Der Neuhausener Roman Fleisch (Zweiter von links) in Aktion gegen den Konstanzer Benjamin Schweda. Mitte der ersten Hälfte musste Fleisch verletzt raus. Foto: Joern Kehle - Joern Kehle

DIe Handballer vom TSV Neuhausen gewannen im Spitzenspiel gegen Konstanz II mit 29:24. Im kommenden Spiel verstärkt Ferdinand Michalik die MadDogs.

NeuhausenWir wollten eine geile Show abliefern“, sagte Patrik Letzgus nach dem 29:24 (12:14)-Sieg des TSV Neuhausen gegen die HSG Konstanz II. Das ist den Filder-Handballern im Spitzenspiel der Baden-Württembergliga am Sonntag eindrucksvoll gelungen. Und das, obwohl die Voraussetzungen alles andere als gut waren.

Die Leistungsträger Hannes Grundler (Innenbandriss im Knie) und Timo Durst (Achillessehnenriss) galt es zu ersetzen. Kapitän Grundler hatte gerade erst eine Sprunggelenksverletzung auskuriert und Durst führte das Team in der Hinrunde gekonnt. Hinzu kam die Verletzung von Rechtsaußen Philipp Bader (Muskelfaserriss). Da wurde kurzerhand Co-Trainer Alexander Trost reaktiviert, der im Bader-Trikot einige gute Aktionen zeigte.

Vor allem die Neuhausener Abwehr überzeugte. „Das war der Schlüssel zum Erfolg“, betonte Trainer Markus Locher, der erstmals auf einen siebten Feldspieler setzte und damit ein glückliches Händchen bewies. Immer wieder rissen die Kreisläufer Moritz Hipp und Leon Pabst im Doppelpack die entscheidenden Lücken und das Neuhausener Angriffsspiel war schwer auszumachen.

„Heute kann man nur alle loben und es gibt kein einziges Wort Kritik“, betonte Locher und lobte vor allem die Abwehrleistung von Letzgus. Der Rückraumspieler hatte zuletzt schon gezeigt, dass er da ist, wenn er gebraucht wird. „Das war seine beste Abwehrleistung im Neuhausener Trikot“, sagte Locher. Letzgus bewahrte aber auch von der Linie die nötige Ruhe: „Man wächst mit seinen Aufgaben.“ Der Rückraumspieler erzielte zudem die Treffer 18 bis 21 zur wichtigen 21:18-Führung (44.). Einen großen Anteil am Erfolg hatte auch Torhüter Magnus Becker, der zudem das Tor zum vorentscheidenden 26:19 erzielte (52.). „Als wir mit sieben Toren vorne lagen, habe ich tatsächlich an den Sieg geglaubt“, sagte Letzgus.

Auch Roman Fleisch fällt aus

Nach der 8:4-Führung (14.) ließen sich die Neuhausener von der nun offensiveren HSG-Abwehr kurzzeitig aus dem Konzept bringen und lagen zur Pause mit 12:14 hinten. Aber schnell drehten die MadDogs wieder auf und kämpften sich zurück ins Spiel. Auch den nächsten Ausfall von Roman Fleisch, der sich Mitte der ersten Hälfte wohl eine Sprunggelenksverletzung zugezogen hat, steckte die Mannschaft weg. Die genaue Diagnose steht noch aus. Der A-Jugendliche Florian Distel glänzte mit einer unaufgeregten Leistung auf der Mitte-Position und vertrat Durst gekonnt.

Bereits im nächsten Spitzenspiel beim punktgleichen Tabellenführer SG Pforzheim/Eutingen am kommenden Sonntag (18 Uhr) steht Trainer Markus Locher auf der Schlüsselposition dann aber eine weitere Alternative zur Verfügung. Ferdinand Michalik verstärkt die Neuhausener bis zum Saisonende. Zuletzt war Michalik Spielertrainer beim TV Neuhausen/Erms. Der bundesligaerfahrene Rückraumspieler hat bereits in der Egelseehalle mittrainiert und traf dabei auf einen alten Bekannten: Michalik und Trost standen beim TV Neuhausen/Erms zusammen auf dem Feld. Nun gilt es für die Routiniers, zur „geilen Show“ ihren Teil beizutragen.

Statistik

TSV Neuhausen: Becker (1), Prauß; Distel (1), Trost, Letzgus (8/3), Pabst (1), Hipp (3), Maier (1), Fleisch (2), Reinhardt, Roos (5), Sommer (3), Keppeler (4).
HSG Konstanz: Ebert, Gemeinhardt; Mauch (4/2), Schweda (1), Dahm, Michelberger (1), Mack (1), Volz (8), Samuel Löffler (4), Portmann (1), Gottesmann, Storz (1), Jonas Löffler (1), Hild (2).
Schiedsrichter: Mengesdorf / Tieg (Wiesloch).
Zuschauer: 400.
Zeitstrafen: 0:8 – zwei Minuten für Michelberger, Samuel Löffler, Portmann und Hild (Konstanz).
Beste Spieler: Letzgus / Volz.

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