Der für das Modelljahr 2020 überarbeitete Fiat Ducato, hier als Personentransporter: Mehr Leistung und weniger Schadstoffausstoß. Foto: FCA Germany AG/Paolo Tangari ph - FCA Germany AG/Paolo Tangari photographer

Der Ducato ist unbestritten der „Goldesel“ von Fiat. Jetzt hat der italienische Hersteller sein Erfolgsmodell überarbeitet. Auch um den neuen Anforderungen hinsichtlich Schadstoffausstoß gerecht zu werden.

StuttgartWer auf der CMT in Stuttgart auf die Basisfahrzeuge der Wohnmobile geachtet hat, dem ist sicherlich die Dominanz des Fiat Ducato aufgefallen. Der Transporter ist für den italienischen Hersteller ein „Goldesel“, seit er Anfang der 80er aus der Taufe gehoben wurde. Ohne den Ducato, soviel ist sicher, würde es heute nicht so viele Freizeitfahrzeuge geben. Er ist das meistverkaufte Fahrzeug von Fiat, mit dem die Italiener nicht nur die Campingbranche sondern auch das Handwerk und Paketdienste sowie Privatleute beliefern.

Doch die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht: Damit sind vor allem die vor einigen Monaten in neuer Generation auf den Markt gekommenen VW Crafter und Mercedes Sprinter gemeint. Fiat hat reagiert, zwar nicht gleich mit einem ganz runderneuerten Ducato, aber immerhin mit einer weitgehenden Überarbeitung. Moderne Assistenz- und Sicherheitssysteme, ein verbessertes Fahrwerk, neue und sauberere Motoren sowie endlich eine vernünftige 9-Gang-Automatik, als Alternative zum Schaltgetriebe – das ist der Ducato des Modelljahrs 2020, der als Kastenwagen ab 32 297 Euro erhältlich ist (inklusive Mehrwertsteuer).

Alle vier 2,3-Liter-Motoren – durch die Bank Diesel - erfüllen die 6D-Temp-Norm, sind effizienter geworden, leistungsstärker und weniger umweltbelastend. Los geht es mit 88 kW (120 PS) bei 2750 Umdrehungen, kombiniert mit Schaltgetriebe. Fiat spricht bei diesem Einstiegsmotor von einer Leistungssteigerung um zehn Prozent. Das Herzstück der Baureihe, weil wohl am meisten geordert, ist der 103 kW (140 PS) starke Diesel mit 3500 Umdrehungen, der sowohl mit Schaltgetriebe als auch mit dem neuen Wandler-Automatikgetriebe „9Speed“ erhältlich ist. Darüber rangiert die Version mit 118 kW (160 PS) und ganz am oberen Ende der Baureihe steht ein 131 kW (178 PS) starker Diesel. Laut Datenblatt liegen die Verbrauchswerte etwa beim Kastenwagen zwischen 7,3 und 8,0 Liter Diesel, was CO2-Emissionen von 192 bis 219 g/km entspricht.

Drei verschiedene Modi

Den Ducato, von dem es drei Radstände und bis zu 300 Versionen gibt, ist darüber hinaus auch als Natural Power-Variante mit einem drei Liter großen Einstoff-Methanmotor mit 101 kW (136 PS. Eine rein elektrische Variante soll noch im Jahr 2020 auf den Markt kommen.

Nicht ohne Stolz verweist Fiat Professional, so wird Fiats Nutzfahrzeugsparte genannt, auf das neue Automatikgetriebe. Der Fahrer kann zwischen drei verschiedenen Modi wählen: Normal, Eco (Schaltstrategie ist auf Verbrauchs-Reduzierung ausgelegt) und Power. So könne Leistung und Verbrauch des Fahrzeugs entsprechend der spezifischen Aufgabe und Route optimiert werden. Das Automatikgetriebe lässt dem Fahrer die Wahl, die Schaltvorgänge vollkommen der Automatik zu überlassen, oder die Befehle zum Gangwechsel manuell zu geben.

Einzug gehalten, teilweise serienmäßig, haben wichtige Assistenzsysteme wie der Totwinkelassistent und die Querbewegungserkennung mit Radarsensoren im hinteren Stoßfänger, die beim rückwärtigen Ausparken Objekte erkennt, die sich von der Seite nähern und so hilft, Unfälle zu vermeiden. Dann wäre da auch die Aufprallvermeidung, die Hindernisse erkennt und den Fahrer nicht nur vor drohender Kollisionsgefahr warnt, sondern, wenn nötig, auch automatisch eine Notbremsung einleitet. Fast unverzichtbar ist mittlerweile auch der Spurhalteassistent, der im Gefahrenfall akustisch und optisch beim unbeabsichtigten Verlassen der Fahrspur warnt, etwa bei Müdigkeit. Neu sind im Ducato auch die Verkehrszeichenerkennung, eine Fernlicht-und Abblendlichtautomatik, Regensensor für den Scheibenwischer sowie ein Reifendruck-Überwachungssystem.

Fiat will das Infotainment-Angebot des Ducato schrittweise erweitern. Sofort verfügbar ist das neue System von Mopar, mit sieben Zoll großem Touchscreen, USB-Anschluss und DAB-Radio sowie der Möglichkeit, die Abmessungen des Fahrzeugs und eventuell der Ausstattungsversion zu spezifizieren, um bei der Navigation Straßen zu vermeiden, die für die Abmessungen nicht geeignet sind.

Der Ducato wird seit 1981 in Kooperation mit dem französischen PSA-Konzern (Citroen, Peugeot) in Norditalien hergestellt. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat Fiat rund eine halbe Million Exemplare als Kastenwagen oder als Basis für Wohnmobile bereit gestellt.

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