Aufgrund der starken Rauchentwicklung veranlasste die Feuerwehr sogar eine Warnmeldung für den Bereich zwischen Schönaich und Holzgerlingen. Foto: SDMG

Eine Scheune wird völlig zerstört, 46 Feuerwehrleute kämpfen stundenlang mit den Flammen. Der Schaden dürfte sich mutmaßlich im sechs- bis siebenstelligen Bereich bewegen.

Dichte Rauchwolken schweben am Donnerstagmorgen noch immer über den Himmel über Schönaich. So mancher Anwohner blickt verschlafen aus dem Fenster, nur um einen Moment später aufzuschrecken. Die schwarze Rauchwolke ist nicht zu übersehen.

Ab etwa 4.30 Uhr melden laut der Polizei mehrere Anrufende über Notruf offene Flammen und starken Rauch aus dem Bereich des Schönaicher Freibades. Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei rücken an und stellen fest, dass nicht das Freibad, sondern eine weiter südlich am Waldrand gelegene Scheune in Vollbrand steht. Auch ein angrenzendes Gebüsch ist zu diesem Zeitpunkt bereits in Brand geraten.

Vor Ort sei schnell deutlich geworden, dass die Einsatzkräfte mit zusätzlichen Herausforderungen zu kämpfen haben würden, berichtet Tobias Amberg, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Schönaich und Leiter des Einsatzes, Stunden später. Vor Ort gab es nämlich keine Wasserversorgung. „Wir mussten zunächst eine Wasserleitung zum nächsten Hydranten verlegen, der etwa 500 Meter entfernt war, bevor wir mit den Löscharbeiten beginnen konnten“, erklärt er. Es wurden zusätzliche Kräfte und Fahrzeuge angefordert. Außer der Feuerwehr Schönaich waren auch die Feuerwehren Böblingen, Sindelfingen und Steinenbronn im Einsatz.

Um 4:35 Uhr, kurz nach dem Knall, sichtet unser Leser den Brand. Foto: Frank Derschum

Einsatzkräfte kehrten erst gegen 10 Uhr vom Brandort zurück

Die Feuerwehr konnte schlussendlich eine Ausbreitung der Flammen verhindern. Gegen 5.50 Uhr war das Feuer nach Angaben der Polizei weitestgehend gelöscht – die Scheune war jedoch nicht mehr zu retten und brannte vollständig ab.

Mit einem Bagger wurden anschließend noch Glutnester gelöscht. Die Arbeiten zogen sich erheblich in die Länge, laut Amberg bis 10 Uhr. „Es waren insgesamt acht Feuerwehrfahrzeuge und 46 Einsatzkräfte vor Ort“, berichtet er.

Die Feuerwehr war mit mehreren Fahrzeugen und Einsatzkräften vor Ort. Foto: SDMG

Auch das Rote Kreuz war mit vier Fahrzeugen an der Einsatzstelle. Zudem kam ein Polizeihubschrauber zum Einsatz, um mit einer Wärmebildkamera aus der Luft Aufnahmen anzufertigen. Verletzt wurde niemand, es blieb bei einem Sachschaden. Durch die Feuerwehr war aufgrund der starken Rauchentwicklung jedoch vorsorglich eine Nina-Warnmeldung, eine Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, für den Bereich zwischen Schönaich und Holzgerlingen veranlasst worden.

Kriminalpolizei ermittelt zur Brandursache

Die Ursache für den Brand ist laut Polizeibericht noch unklar. Aktuell ermittelt die Spurensicherung der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg am Brandort. In der Scheune befanden sich nach ersten Erkenntnissen mehrere Traktoren und landwirtschaftliche Geräte. Der Sachschaden dürfte sich mutmaßlich im sechs- bis siebenstelligen Bereich bewegen.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen und nimmt sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 0 80 0/11 00 225 oder per E-Mail an hinweise.kripo.boeblingen@polizei.bwl.de entgegen.