Tausende feiern die Fasnet in Weil der Stadt – und die Narren, einschließlich dem neuen Zunftmeister, sind zufrieden. Für die Polizei blieb es dann aber doch nicht ganz ruhig.
Für die Narren geht am Aschermittwoch wieder eine Fasnetssaison zu Ende – und zwar eine reichlich kurze. Kaum waren die Masken im Januar abgestaubt, ging es für die Weiler Narrenzunft eigentlich schon weiter in die Hochphase der Fasnetsvorbereitungen, schließlich standen die ersten großen Termine schon für wenige Wochen später im Kalender.
In Weil der Stadt hat man nun auch den Hauptakt einer jeden Saison geschafft. Am Sonntag waren wieder tausende Gäste beim großen Umzug dabei, die Polizei geht inzwischen sogar von mehr als 30 000 Teilnehmenden aus – am Sonntag lag die Schätzung noch bei rund 28 000. Auch für Vereinschef Frank Gann war die Veranstaltung „sehr gut besucht“, wie er am Sonntagabend auf Nachfrage verrät. Entlang der Umzugsstrecke wurde bunt, laut und ausgelassen gefeiert, und das trotz niedriger Temperaturen.
Der neue Zunftmeister hat seinen Auftritt genossen
Der Laune der Narren und Gäste hat das keinen Abbruch getan: „Die Stimmung war sehr gut“, sagt Gann. Tatsächlich ist es auch nach dem Umzug auf dem Marktplatz noch proppenvoll, die Kapellen drehen nochmal auf, und trotz – oder vielleicht gerade wegen – eisiger Temperaturen wird auch reichlich getanzt und getrunken.
Eine Premiere hat in dieser Saison auch der neue Zunftmeister der Weiler Narren, Tobias Forstenhäusler, gefeiert. Er wurde erst im Herbst gemeinsam mit seinem Vize Daniel Hörner ins Amt gewählt, nachdem der Vorgänger Daniel Kadasch nach 17 Jahren das Zepter weitergereicht hatte. „Es war wirklich schön“, resümiert Zunftmeister Forstenhäusler nach dem Umzug. „Es ist bisher alles glatt gelaufen“, sagt er. Schon etwas anstrengend sei der Job manchmal gewesen – aber bei weitem nicht genug, um sich davon für die kommenden Jahre von der Aufgabe abschrecken zu lassen. „Im ersten Jahr dauert es kurz, bis du alles auf der Kette hast“, meint er. In der nächsten Saison hat sich dann schon alles eingespielt.
Ausgerechnet in der letzten Woche der Fasnet hatte es den Zunftmeister erwischt, berichtet er am Telefon, seit dem Narrensprung lag er mit Fieber flach. Pünktlich zum Umzug setzte dann aber doch die Genesung ein. Die Fahrt entlang der Umzugsstrecke, hoch oben auf dem Wagen des Siebenerrats: „Es war traumhaft“, erzählt Forstenhäusler. Zahlen, Daten, Fakten zum Umzug könne er gar nicht aufzählen. „Es war ganz egal, ich habe einfach den Tag genossen“, sagt er.
Polizei: Fasnet verlief überwiegend störungsfrei
Auch das zuständige Polizeipräsidium Ludwigsburg bewertet den Fasnetssonntag in Weil der Stadt als überwiegend störungsfreie und friedliche Veranstaltung. Rund 40 Polizeibeamte waren rund um die Feierlichkeiten in der Altstadt im Einsatz. Wo es während des Umzugs ruhig blieb, mussten die Polizisten im Laufe des Abends dann aber viermal ran – unter anderem, weil es am Bahnhof zu einer recht kryptisch formulierten „Bedrohung zum Nachteil des DB-Sicherheitspersonals aufgrund der Ausübung ihres Hausrechts“ kam. Am Rummel soll wenig später ein unbekannter Täter mit Vollbart und Bärenkostüm, in Begleitung eines Kindes, auf einen 21-Jährigen und dessen Bekannten eingeschlagen haben.
Um 18.45 Uhr widersetzten sich ein 17-Jähriger und ein 18-Jähriger den Beamten, nachdem diese einem Platzverweis nicht gefolgt waren und die Angabe ihrer Personalien verweigerten. Laut Polizei wurden drei Beamte leicht verletzt. Bei den beiden jungen Männern wurden zwei Messer sichergestellt. Um 20.40 Uhr folgte schließlich noch eine unschöne Szene in der Stuttgarter Straße: Ein 24-Jähriger skandierte dort lautstark antisemitische Parolen. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet.