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In Esslingen mussten wegen der Corona-Pandemie alle Ferienangebote für die Pfingstferien abgesagt werden.  Die Jugendeinrichtungen greifen nun auf digitale Lösungen zurück.

Mit den Freunden im Zeltlager Stockbrot grillen, im Waldheim die Natur erkunden –  all das ist in diesen Pfingstferien nicht möglich. Wegen der Corona-Beschränkungen musste die Stadt Esslingen alle Ferienangebote für die Pfingstferien absagen. Ob eine Notbetreuung in den Schulen stattfindet, ist noch nicht klar. Da es in den Kindertageseinrichtungen keine Pfingstferien gebe, laufe dort die Notbetreuung weiter, erklärt Bernd Berroth vom Amt für Bildung, Erziehung und Betreuung. Anders sehe die Situation in den Schulen aus. Hier entscheide die Schulleitung, ob und in welchem Umfang eine Schulbetreuung stattfinde. Momentan seien die Schulen noch dabei, den Bedarf für eine Notbetreuung zu ermitteln und zu entscheiden, ob diese angeboten werde. Auch in Plochingen, Ostfildern und in Denkendorf findet keine Ferienbetreuung statt. Eine Notbetreuung wird jedoch angeboten. 

Rätsel in der Stadt lösen


Um den Kindern und Jugendlichen zumindest eine Beschäftigung zu geben, haben verschiedene Jugendeinrichtungen Programme für die Ferien entwickelt. Die Stadt Esslingen veranstaltet zusammen mit dem Stadtjugendring, dem Kreisjugendring und dem evangelischen Jugendwerk die „Esslinger-Zone-Challenge“. Hier können die Jugendlichen im gesamten Stadtgebiet verschiedene Rätsel lösen. Um die Hygieneregeln einzuhalten, dürfen die Teilnehmer nur in Zweiergruppen unterwegs sein. Das Programm ist für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren ausgelegt. Jeden Tag wird ein Sieger oder eine Siegerin gekürt. Zu gewinnen gibt es Gutscheine oder Eintrittskarten für die Wilhelma, das Fildorado und den Europapark. 
Auch der CVJM-Esslingen hat für die Ferien ein Alternativprogramm entwickelt. Für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren hat der Verein eine Schnitzeljagd in Esslingen konzipiert. „Wir haben versucht, die Aufgaben so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten“, erklärt Janina Speiser. Die Sozialpädagogin hat das Programm in Kooperation mit dem Stadtjugendring entwickelt. Die Kinder seien bei dieser Aufgabe nur zu zweit oder in der Familie unterwegs. Kontakt mit den Mitarbeitern gebe es fast keinen. Jeden Tag können die Kinder einen Preis gewinnen. Wer die ganze Woche fleißig auf Schnitzeljagd geht, der kann auch eine Trophäe für das gesamte Programm einheimsen. „Die Kinder müssen sich nicht anmelden, sondern können ganz spontan kommen“, sagt Speiser. In der ersten Ferienwoche findet das Programm von Dienstag bis Freitag statt, in der zweiten Ferienwoche von Montag bis Mittwoch. 
Nicht nur die Kleinen, auch die Jugendlichen können auf Schnitzeljagd gehen, jedoch mit dem Smartphone. Sascha Viereg vom CVJM hat zusammen mit dem evangelischen Jugendtreff eine App entwickelt. „Man lädt sich die App runter und dann muss man sich noch per Telefon bei uns anmelden“, erklärt Viereg. Bei dem Spiel lernen die Jugendlichen Wissenswertes über die Esslinger Stadtteile Berkheim, Pliensauvorstadt und Innenstadt, wo die Schnitzeljagd stattfindet. Wer die  Fragen zu den Stadtteilen am besten beantwortet,  wird mit einem Preis belohnt. Der Kreisjugendring Esslingen  hat ein Programm für die Einrichtungen im Kreis zusammengestellt. In Reichenbach drehen die Jugendlichen mit Unterstützung des Jugendhauses Kurzfilme. In Deizisau können die Kinder Bastelangebote machen, die täglich online hochgeladen werden.  


Betreuungskonzept für Esslingen


Diese Programme sind eine Beschäftigung, aber kein Ersatz für eine Betreuung, betont Jörn Lingnau, der CDU-Fraktionsvorsitzende.  Die CDU hat im Gemeinderat die Erstellung und Ausarbeitung eines Gesamtkonzeptes für die Esslinger Ferienbetreuung für Kinder in den Pfingst- und Sommerferien beantragt.„Für uns steht fest, dass es für die Ferien ein Betreuungskonzept geben muss“, sagt Lingnau. „Wie genau das aussieht und umgesetzt wird, das müssen die Stadt und die bisherigen Träger wissen“. Der Esslinger-Landtagsabgeordnete der CDU  Andreas Deuschle betonte den Wert und die Bedeutung der Arbeit, die in den Jugendhäusern, Freizeiten und Ferienprogrammen geleistet werde. Er habe in einem Schreiben an Sozialminister Manfred Lucha bekräftigt,  dass die Verbände nun  klare praktikable Regelungen bräuchten, um Programme für die Sommerferien entwickeln zu können.  Die Stadt Esslingen zeigt sich optimistisch, in den Sommerferien wieder Ferienangebote anbieten zu können. Das Schul- und Sportamt, das Amt für Sozialwesen und der Stadtjugendring wollen zusammen ein Konzept für die Sommerferien erarbeiten.

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