Frauen protestieren in Istanbul gegen Femizide und überhaupt gegen Gewalt von Männern, die noch in einer patriarchalischen Gedanken- und Gefühlswelt leben. Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire/IMAGO/Murat Kocabas

Obwohl es keinen Mangel an Gesetzen gibt, ist die Zahl der Femizide hoch. Frauen wollen ihr Leben selbst gestalten, patriarchalisch geprägte Männer reagieren mit Gewalt.

Eine schlanke Frau mit Kopftuch und in Mantel und weißen Schuhen ist auf den Aufnahmen einer Sicherheitskamera zu sehen, wie sie bei Dämmerung mit einer Tasche durch ein Wohnviertel von Istanbul läuft. Jacken für ihre drei Kinder waren in der Tasche, sagt ihre Schwester später bei einer Mahnwache: Ihr Ehemann hatte sie angerufen und um die Jacken gebeten, weil die Kinder frieren würden. In der Sicherheitsaufnahme blickt die Frau sich furchtsam um, bevor sie aus dem Bild läuft; ein Auto gibt Gas; dann rennt am Bildrand ein vermummter Mann fort. Suzan Elik wacht von dem Kopfschuss nicht mehr auf; die 29-jährige stirbt am 16. Oktober auf der Intensivstation. Ihr Ehemann Yunus Elik ist flüchtig.

Weiterlesen mit

Unsere Abo-Empfehlungen

Von hier, für die Region,
über die Welt.

  • Exklusive Artikel, Serien und Abovorteile genießen
  • Zugriff auf alle Inhalte der EZ im Web
*anschließend 10,99 € mtl.