Nach massiven Sachbeschädigungen hat die Stadt Fellbach nun in diverse Sicherheitsmaßnahmen investiert.
Die Zerstörungswut mancher Menschen hat in Fellbach in den vergangenen Monaten schon öfter für Verdruss gesorgt. So etwa bei der bis heute ungeklärten Serie von abgesägten Bäumen rund um Schulgebäude oder am Fuße des Kappelbergs.
Doch auch vor Friedhöfen schrecken die Täter nicht zurück. Im vergangenen Jahr wurde ein Teil eines Grabsteins samt Skulptur gestohlen. Und vor ein paar Wochen präsentierte sich den Aufsehern im nördlichen Fellbacher Stadtteil erneut ein frustrierender Anblick: Zerschlagene, aus der Wandhalterung gerissene Waschbecken, zerstörte Fliesen; so sahen die Toiletten auf dem Friedhof in Oeffingen Mitte Mai aus.
Herausgerissene Waschbecken
Bereits einen Monat zuvor fanden die Mitarbeiter des Friedhofsamts die Toiletten auf dem Kleinfeldfriedhof in der Kernstadt Fellbach in einem ähnlichen Zustand vor. Neben herausgerissenen Waschbecken wurden auch Toilettenpapierhalter abgerissen und Stützvorrichtungen beschädigt.
„Auf der Herrentoilette wurde gleich zweimal die Tür gestohlen“, berichtet Damir Jurkovic vom Friedhofsamt der Stadt Fellbach. Die Reparatur der Schäden kostet die Stadt mehr als 5000 Euro. Inbegriffen ist eine neue Schließanlage.
Nach diesen wiederholten Fällen von Vandalismus suchte die Verwaltung nach einer anderen Lösung für den Kleinfeldfriedhof. Ergebnis: Die Haupteingangstür ist mit einer automatischen Schließanlage ausgestattet worden: Von 7 bis 20 Uhr haben Friedhofsbesucher Zugang zu den Sanitärräumen. Anschließend sind die Türen fest verschlossen. Damit soll verhindert werden, dass die Anlage in den Nachtstunden erneut beschädigt wird.
Technische Lösungen gegen Vandalismus
Jurkovic erreichen seit einigen Tagen immer wieder Beschwerden, dass sich die Tür nur schwer öffnen lässt. Er empfiehlt: „Man muss etwas kräftiger drücken.“ Und er versichert ergänzend: „Aber zu den Öffnungszeiten ist die Tür immer offen.“
Und auch außerhalb der Öffnungszeiten ist sichergestellt, dass sich die Tür von innen jederzeit öffnen lässt. „Wir setzen auf technische Lösungen, um weiteren Vandalismus zu verhindern. Trotzdem sind wir auf das Verständnis und die Mithilfe der Bürger angewiesen“, betont Jurkovic.
Pietätloser Fall bereits vor einem Jahr
Vor gut einem Jahr hatte ein besonders pietätloser Fall nahe dem Fellbacher Kleinfeldfriedhof Angehörige fassungslos gemacht. Das Grab eines Familienvaters musste nach 20 Jahren auf dem Friedhof aufgelöst werden. Den Marmorsockel am Grab schmückte eine Figur, ein in sich gesunkener Mensch, der Trauer ausdrückt. „Wir wollten die Figur mit Sockel als Erinnerung behalten.“
Der Steinmetzbetrieb teilte dann mit, dass übers Wochenende Grabstein und Figur gestohlen worden seien. „Wir waren schockiert“, berichtete einer der Angehörigen. Der Steinmetzbetrieb fahndete nach der gestohlenen Figur, der Diebstahl wurde bei der Fellbacher Polizei angezeigt.
Ein Appell über Social Media wie in unserer Zeitung zeigte schließlich Wirkung. Noch am selben Tag wurde die Figur in einer blauen Stofftasche wieder zurückgebracht. Ein Happy End nach viel Aufregung.