Nicht alle freuen sich über den besseren Gehwegschutz neben Deutschlands kürzestem Radweg in Fellbach-Schmiden: Für Rollatoren oder Kinderwagen wird es recht eng.
Verbesserungen an Deutschlands kürzestem Radweg, das hatten wir kürzlich vermeldet, nachdem die Stadt Fellbach an dem getrennten Geh- und Radweg eine Art Barriere auf der Süd- und Nordseite des Fußgängerstreifens angebracht hatte. Der Schutz für zu Fuß Gehende hat allerdings auch Nachteile, weshalb die Umgestaltung nicht überall auf Zustimmung stößt.
Es geht um eine Seitenstraße der Karolingerstraße im Fellbacher Stadtteil Schmiden. Dort hat die Bauverwaltung, um die Fußgänger sowie auch die Anwohner, die aus ihren Häusern hinaustreten, vor den dort häufig schnellen Radfahrern zu schützen, die beiden Streifen separiert.
Gefährlicher Begegnungsverkehr
„Zu Stoßzeiten gab es immer wieder Konflikte – zwischen Fußgängern, Radfahrenden, Schülerinnen und Schülern, Rollerfahrern und Anwohnenden, die für den Zugang zu den Gebäuden keinen gesonderten Gehweg hatten“, erläuterte die Fellbacher Mobilitätsbeauftragte Birgit Orner bereits vor einigen Monaten. Der Radweg liegt nun einige Meter entfernt, weshalb der gefährliche Begegnungsverkehr im Idealfall verhindert wird.
Doch mittlerweile gibt es kritische Stimmen. So meldet sich zum Beispiel die frühere Vorsitzende des Fellbacher Stadtseniorenrats, Roswitha Morlok-Harrer, zu Wort. Einerseits ist es ihrer Einschätzung nach ja durchaus lobenswert, dass die Wegführung an „Deutschlands kürzestem Radweg“ in der Karolingerstraße in Fellbach-Schmiden getrennt zwischen Radlern und Fußgänger sei.
Morlok-Harrer: „Was jedoch alles andere als glücklich ist: Die Absperrung vor und nach dem Fußweg. Ist überhaupt an Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl gedacht worden? Das vermag ich zu bezweifeln.“
Ihrer Beobachtung nach ist diese Absperrung so gestaltet, dass Kinderwagen, Rollator und Rollstuhl diese nur schwerlich passieren könnten. Morlok-Harrer: „Man muss sich regelrecht durchschlängeln. Ich weiß, von was ich spreche, da ich auf diesem Weg auch oft mit meiner Tochter im Rollstuhl unterwegs bin.“
Kein Durchkommen für Liegerollstuhl
Die Absperrung in Schmiden hat ihrer Meinung nach zur Folge, dass der genannte Personenkreis ausweicht und den Radweg benutzt, da dieser ohne Barrieren nutzbar ist. „Das Gewollte ist damit jedoch nicht erreicht, nämlich die Fußgänger vor den Radlern zu schützen.“
Auf diesem Weg seien auch zahlreiche Menschen mit Handicap aus der Fröbelschule unterwegs – zum Teil mit Liegerollstühlen. „Ein Durchkommen durch die Absperrung ist kaum möglich“. Deshalb richtet Morlok-Harrer ihre Forderung an die Verantwortlichen der Stadt Fellbach, „mehr Platz für das Durchkommen zu lassen oder aber die Abschrankung zu beseitigen“.