Die Genusstage (hier ein Foto von der Premiere im Sommer 2023) werden nicht mehr fortgesetzt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die Genusstage, die als kleine, elegante Nachfolge für das traditionsreiche Sommerfest gedacht waren, kehren nicht zurück. Dies bestätigt in.Stuttgart unserer Redaktion.

Die endgültige Absage der Genusstage macht die Stuttgarter Innenstadt um ein sommerliches Fest ärmer. Bisher hatte in.Stuttgart als Veranstalter erklärt, man wolle nach der Premiere im Jahr 2023 das Konzept für das Nachfolgeformat einer Party-Legende weiterentwickeln, also daran festhalten. Nun aber steht fest: Der neue Treff für Genießer ist bereits wieder Vergangenheit. „Die Veranstaltung hat nicht den erhofften Anklang gefunden“, erklärt Stefanie Hirrle, der Sprecherin von in.Stuttgart, auf unsere Anfrage.

Sommerfest lockte von 1991 bis 2019 ins schicke Ambiente der weißen Zelt

Damit wird aus dem versprochenen Ersatz für das Sommerfest nichts, das seit 1991 die Massen ins schicke Ambiente der weißen Zelte gelockt hat. 2019 hat die Open-Air-Party rund um den Eckensee und auf dem Schlossplatz zum letzten Mal stattgefunden. Nach Corona lebte das einst so beliebte Format im August nicht mehr auf. Die Veranstalter nannten damals mehrere Gründe dafür: Personalnot, Abschied von Sponsoren, wachsende Unzufriedenheit mit dem kulinarischen Angebot. Auf der Gegenseite des Eckensees – also der ohne Opernhaus im Rücken – seien so viele Gastronomen abgesprungen, dass ein Rundlauf fürs Publikum gar nicht mehr möglich gewesen wäre.

Die Markthalle ist eine schöne Kulisse zum Feiern. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Mit einem kleinen, aber feinen Fest wolle man „zurück zur hochwertigen Gastronomie“, erklärte Andreas Kroll, der Chef von in.Stuttgart, zum Start der neuen Genusstage rund um die Markthalle. Gefeiert wurde auch im Dorotheenquartier sowie zwischen Markt- und Schillerplatz. Vor einem Jahr war Pause wegen der Fußball-EM. Doch nun gibt es keine Fortsetzung mehr. Damit klafft ein Loch für die City im Stuttgarter Veranstaltungskalender zwischen CSD und Weindorf.

„Wir arbeiten derzeit nicht an einem neuen Format“

„in.Stuttgart arbeitet derzeit nicht an einem neuen Format“, sagt Sprecherin Stefanie Hirrle. Die „Dichte an Veranstaltungen“ in der Innenstadt im Sommer, die man vielleicht nicht überstrapazieren sollte, spiele hierbei eine Rolle. Etliche Gastronomen hätten gern weitergemacht mit den Genusstagen und sind enttäuscht.

Thomas Lehmann, der Geschäftsführer der Märkte Stuttgart GmbH, sagt, die Genusstage hätten es schwer gehabt, weil viele Besucher sie mit dem Sommerfest verglichen hätten. Doch der Vergleich sei nicht möglich. Auch wenn sich in.Stuttgart nun verabschiedet aus der Feierkooperation, werden die Märkte mit Breuninger am 20. September ein eigenes Fest veranstalten. Damit werde man das einstige Markthallenfest mit Öffnung der Verkaufsstände bis 23 Uhr wieder aufleben lassen.

Das einstige Markthallenfest lebt wieder auf

Weiße Zelte mit Bänken und Tischen werden dann unter anderem auf jenen Parkplätzen der Markthalle aufgestellt, die nach dem Willen des Gemeinderats dort verbannt werden. Aber erst im Jahr 2028 sollen Autos dort endgültig verschwinden. Momentan werden Ideen entwickelt, was aus den bisherigen Parkflächen werden könnte. Am 20. September wird man dort erst einmal essen, trinken und feiern können.