Bei dem Event der Narren-Ober-Liga in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) wird am Rosenmontag ordentlich gefeiert – wenn auch wetterbedingt in kleinerem Kreis als sonst.
Wenn fast im selben Atemzug „Angel“ von der Kelly Family und „Warriors of the World“ von den Metal-Opas Manowar auf Posaunen und Trompeten erschallen, begleitet von mitreißenden Trommel- und Paukenschlägen und dem begeistert mitwippenden Publikum, dann kann eigentlich nur Fasching sein – in diesem Fall das Open Air der Renegades-Guggen der Kornwestheimer Narren-Ober-Liga (NOL).
Auf dem Marktplatz haben sie am Rosenmontag Wind und Wetter getrotzt – und mit ihnen Guggen aus der gesamten Region. Die Publikumsreihen waren wetterbedingt deutlich lichter als sonst. „Die letzten Jahre ist der Kelch meist an uns vorübergegangen, da hatten wir oft gutes Wetter und bis zu 1500 Besucher“, berichtet NOL-Präsident Lars Schubert. „Aber die Fasnet ist eben um diese Zeit im Jahr, damit muss man immer rechnen.“
Wegen Wind: Ein Zelt muss direkt wieder abgebaut werden
Ein Kassenzelt musste sogar wegen des heftigeren Windes noch vor dem Start abgebaut werden. Glücklicherweise erweisen sich an diesem Abend doch einige Faschings- und Guggenfans als deutlich wetterfester und lassen sich von so ein bisschen Wind und Regen nicht unterkriegen. So zum Beispiel eine Gruppe vom ambulanten Pflegedienst Ludwigsburg, die sich, passenderweise, als fleißige Bienchen verkleidet hat. „Ich war schon öfter hier, letztes Jahr haben aber auch die Kolleginnen Blut geleckt“, erzählt Heike. „Jetzt nur noch etwas stärken, dann heißt es: Let’s fetz!“
„Man muss sich nur gut vorbereiten“, findet auch Besucherin Linda mit Blick auf die Temperaturen, die zusammen mit einem irischen Leprechaun gekommen ist. Der heißt im wahren Leben Michael und sieht die Sache ähnlich entspannt. „Und wenn man krank wird, ist es nicht so schlimm“, sagt er augenzwinkernd. „Dann ist Fasching sowieso vorbei.“
Pünktlich zum Start füllt sich dann auch der Marktplatz immer mehr. Und fast genauso pünktlich zeigt sich das Wetter etwas gnädiger, sogar die Sonne kommt ab und zu durch, während die Musiker der NOL ihre mitreißende Performance abliefern. Sieben weitere Gruppen wie die Omsnom-Gugga aus Weiler in den Bergen (Schwäbisch Gmünd) oder, zum ersten Mal dabei, die Sulmanafetza aus Neckarsulm und die Inschdromendaquäler Blaustein, heizen dem Publikum am Rosenmontag ein.
Ein bunter Haufen, im wahrsten Sinne. „Vor 19 Jahren ist unser Open Air entstanden, weil am Rosenmontag im Kreis sonst überhaupt nichts los war“, berichtet Rolf Bahr, musikalischer Leiter der Renegades. „Inzwischen ist die Veranstaltung so beliebt, dass wir immer mehr Gruppen absagen müssen, die gerne mitmachen wollen.“ Das Event am Montag war bereits im Mai 2025 ausgebucht, „für 2027 haben wir jetzt schon sieben Anmeldungen“.
„Die Leute haben sich warmgetanzt“
Am Ende sind es immerhin um die 200 bis 250 Leute, schätzt Lars Schubert, die gemeinsam mit den Guggen feiern. „Die haben sich eben warmgetanzt“, sagt er und lacht. Gemessen an den Bedingungen ist er daher noch recht zufrieden. „Wir hatten schon ein paar ziemlich eisige Böen, pünktlich zum Abbau gab’s noch mal einen richtigen Regenguss, aber die meiste Zeit war es deutlich besser als vorhergesagt.“
Zum Glück für die Guggen. Denn Alternativen zum Open Air hätte es keine gegeben. „Vor einigen Jahren hat es mal richtig gestürmt, da konnten wir spontan in die Rechberghalle ausweichen“, erinnert sich der NOL-Präsident. Aufgrund der neuen Sicherheitsvorschriften seien solche Spontan-Aktionen leider nicht mehr möglich.