Die Fasnets- und gleichzeitig Jubiläums-Show des MGV Neuhausen stand unter dem Motto „Vorwärts, zurück, Zeitreise total verrückt“. Foto: kell

In seinem Jubiläumsjahr begeistert der MGV Neuhausen 1851 mit seiner Fasnets-Show „Vorwärts, zurück, Zeitreise total verrückt“ das Publikum mit viel Tanz und Gesang.

Trubel, Jux und Tollerei gehören zur DNA der Fastnacht wie die Ostereier zum Osterhasen. Doch das ist dem MGV Neuhausen längst nicht genug: Stets würzt er seine Fasnets-Shows mit pfiffigen Gesangsvorträgen, frechen Büttenreden und wirbelnden Tanzeinlagen.

Dabei kann der Verein aus dem Vollen schöpfen, umfasst sein Portfolio doch mehr als ein Dutzend Gesangsformationen unterschiedlichster Couleur und mehrere Tanzgruppen. Daraus lässt sich was machen: Wie vom MGV gewohnt, gaben die mehr als 200 Mitwirkenden auch diesmal Vollgas und zündeten eine närrische Rakete nach der anderen. Die Vielfalt und Perfektion der Show, die in der Egelsee-Festhalle mit der Präzision eines Uhrwerks über die Bühne ging, wirkten einmal mehr als Publikumsmagnet.

Für die Fasnets-Show am Freitag gibt’s Restkarten

„Zwei unserer Veranstaltungen waren in null Komma nix ausgebucht, und auch für die Fasnets-Show am nächsten Freitag gibt es nur noch wenige Restkarten“, freut sich Heinrich Hobelsberger, der Chef des Organisationsteams.

Zum Auftakt der Jubiläumsveranstaltungen „175 Jahre MGV Neuhausen 1851“ hatte man sich etwas Besonderes einfallen lassen: Unter dem Motto „Vorwärts, zurück, Zeitreise total verrückt“ wagte man einen nostalgischen Blick in längst vergangene Zeiten. Höhepunkt reihte sich an Höhepunkt. Vom Start mit fetziger Musik der Showband Seven Up bis zum großen Finale war das närrische Volk, dessen Kostüme so farbenfroh schillerten wie die Hallendekoration, fasziniert vom bunten Kaleidoskop der Narretei.

Man wusste nicht, was man mehr bewundern sollte: Die klangprächtigen Gesangseinlagen, die fantasievollen Kostüme oder die perfekt choreografierten Tänze. Jedenfalls hatte der MGV wieder ein gehöriges Maß an Zeit, Engagement und Herzblut in die Vorbereitung der Fasnets-Show gesteckt. Die Mühen haben sich gelohnt: Begeistert ging das Publikum mit, klatschte und sang, und mit Applaus wurde auch nicht gespart.

Bezaubernd ist der Auftritt der Kinder-Truppen

Bezaubernd war der Auftritt der Mix Kids, einer bunt kostümierten Truppe von Indianern, Cowboys und Prinzessinnen. Nicht minder bejubelt wurde der unbeschwerte Auftritt der Rasselbande, und als die Jungs von Fanta 5 mit den Tücken der Zeitmaschine kämpften, fürchtete man um den guten Ausgang des Abends. Doch alles war gut. Die urig gewandeten Dominos warfen als Flintstones (Familie Feuerstein) einen Blick zurück in die Steinzeit, gefolgt vom Showtanz der Sternchen, die eine rasante Western-Show auf die Bühne brachten. Eine Jukebox half den brillant aufspielenden M-Singers dabei, die 60er Jahre wieder aufleben zu lassen, und beim anschließenden Pagen-Marsch klatschte das Auditorium zu den „Stars and Stripes“ heftig mit.

Um unseren Nachwuchs brauchen wir uns keine Sorgen zu machen“, sagte Heinrich Hobelsberger. Den Beweis traten eine junge Sketchgruppe mit einer gelungenen Premiere und die Sound Sisters beim erstmaligen Auftritt vor großem Publikum an: Mit Nena-Hits rissen sie das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.

Zur hoffnungsvollen Nachwuchsmannschaft gehören auch Franzi Drinkler und Jenny Görrisen. Mit einer frechen, mit ironischen Seitenhieben gespickten Moderation führten die Youngsters durch den Abend, und manch kesser Spruch der beiden Gören sorgte für herzhafte Lacher im Publikum.

Nach der weinseligen Büttenrede von Denis Müller hatten die NearlyHat ihren großen Auftritt. Als herrlich bunt kostümierte Kindergarten-Truppe eroberten sie mit schauspielerischem Talent die Herzen der Zuschauer. Doch nicht nur optisch gaben sie etwas her: Als sie zum brillanten A-cappella-Gesang ansetzten, staunte das Publikum nicht schlecht ob der Klangfülle – NearlyHat servierte einen vokalen Leckerbissen.

Alles sind sich einig: Beim MGV war’s spitze!

Nach dem futuristischen Ausblick einer gekonnt choreografierten Performance der Junioren ging es 400 Jahre zurück in die prunkvolle Zeit des Barock. Die Damen von FamFatal hatten sich in Schale geworfen, beeindruckten mit prätentiösem Gehabe, schmucken Perücken und Reifröcken. Als sie „Locomotion“ und den Udo-Jürgens-Hit „Ein ehrenwertes Haus“ anstimmten, waren die Zuschauerinnen und Zuschauer von der vokalen Präsenz fasziniert. Danach brachte ein Showtanz der Pagen orientalisches Flair in die Egelseehalle.

Als sich im Finale die Mitwirkenden noch mal auf der Bühne versammelt und Klaus Saile mit Stimmungsmusik und Schunkelliedern den Saal zum Kochen gebracht hatten, waren sich alle einig: Es war wieder spitze beim MGV.

Das Jubiläum des MGV Neuhausen

Historie
Im Jahr 1851 gründete der Kaufmann Andreas Rank in Neuhausen den Sängerbund, der 1930 mit mehr als 100 Sängern seinen Mitglieder-Höchststand erreichte. 1882 etablierte sich mit der „Eintracht“ im Ort ein zweiter Gesangverein. Unter politischem Druck fusionierten beide Vereine 1933 zum Männergesangverein (MGV). Da sich Struktur und inhaltliche Ausrichtung seit der Gründung wesentlich verändert haben, wurde der Verein im Jahr 2024 per Satzungsänderung in MGV Neuhausen 1851 umbenannt.

Chöre
Aus dem zunächst reinen Männerchor entstand über die letzten Jahrzehnte eine breite Palette an Ensembles. Heute widmen sich neben dem Männerchor ein Frauenchor und das Feuchte Eck dem klassischen Chorrepertoire. Modernere Töne stimmen MixDur, MixVoices und zwei Kinderchöre an. Zudem ergänzen fünf Tanzgruppen das Portfolio des Vereins. Ensembles wie die Dominos, FamFatale, Fanta 5 oder die M-Singers komplettieren das Angebot.

Auftritte
Neben den konzertanten Events bereichern professionelle Shows des Männergesangvereins alljährlich die Fasnet in Neuhausen. Auch bei der Kinderfasnet ist der Verein aktiv. In Konzerten zeigen die Chöre ihr Können, und bei Shows wie „Sound of Movies 2025“ zieht der MGV Neuhausen mit seinen modernen Musik- und Tanzensembles alle Register.