Im Schwanentunnel wird gezündelt, was die Bestände der ungarischen Fans hergeben. Foto: STZN/Florian Dürr

Zigtausend ungarische Fans sind am Sonntagabend in einem Fanmarsch durch Stuttgart gelaufen. Im Schwanentunnel erreicht die Stimmung ihren Höhepunkt, eine Tankstelle schließt kurzerhand ihren Shop.

„Die Schotten sind mehr, aber wir sind lauter“, sagt Laszlo, der mit zigtausend anderen Ungarn am Sonntag beim Fanmarsch vom Schlossgarten zur Stuttgarter Arena mitläuft. Er ist mit seinen Kumpels für die EM nach Deutschland gereist. Die Männer-Gruppe hat bereits eine kleine Baden-Württemberg-Tour hinter sich: Heidelberg, Konstanz und die Burg Hohenzollern haben sie besucht. Am Mittwoch waren sie schon in der Stuttgarter Arena für das Spiel gegen die deutsche Nationalmannschaft (0:2), jetzt an diesem Sonntagabend geht es gegen die Schotten.

Tankstelle schließt ihren Shop und schenkt Bier direkt an der Straße aus

Und deren Anhänger sind in Stuttgart eindeutig in der Überzahl, aber auch Laszlo und seine Landsleute brauchen sich am Sonntag nicht zu verstecken: Der Fanmarsch durch die Landeshauptstadt macht selbst bei Schotten am Straßenrand Eindruck – sowie bei etlichen anderen Schaulustigen, die sich mit ihren Smartphones auf den Brücken platzieren, um das beste Motiv der Gäste aus Ungarn einzufangen.

Die Tankstelle an der Cannstatter Straße hat wegen des angekündigten Fanwalks der Ungarn kurzerhand ihren Shop geschlossen. Stattdessen gibt es jetzt Bier direkt an der Straße – eine Art BeerDrive, beziehungsweise in diesem Fall eher BeerWalk.

Polizei ist zufrieden mit den Gästen aus Ungarn und Schottland

Im Schwanentunnel dann lassen es die ungarischen Fans richtig krachen: Pyrotechnik, Rauchbomben – dort wird alles gezündet, was die Bestände hergeben. Das Ende des Tunnels verschwindet im Rauch. Die Polizei, die zwar immer wieder darauf hinweist, das Abbrennen von Pyrotechnik zu unterlassen, ist am Ende trotzdem zufrieden: Weil alles friedlich ablief. Sowohl bei der Party der Schotten als auch beim Fanmarsch der Ungarn.