Ramon Gehrmann hat aus Fairplay-Gründen ein Eigentor angeordnet. Das ist eine große Geste des Trainers der Stuttgarter Kickers und ein positives Zeichen im so harten und durchkalkulierten Fußball-Geschäft – vor allem für den Nachwuchs, meint unser Sportredakteur Jürgen Frey.
Stuttgart - Die Stuttgarter Kickers haben es geschafft, bundesweit in die Schlagzeilen zu kommen. Nicht, weil der in die fünfte Liga abgestürzte Traditionsclub um den Aufstieg in die Regionalliga spielt oder wie so gut wie alle Clubs in diesen Zeiten ums finanzielle Überleben kämpft. Nein, mit einer Geste ihres Trainers, wie man sie von kleinauf beim Kicken auf dem Bolzplatz lernt, aber dann doch vielleicht auf seinem weiteren Weg wieder vergisst.
Ramon Gehrmann hat aus Fairplay-Gründen seiner Mannschaft ein Eigentor angeordnet. Nicht beim Stand von 4:0, sondern als die Partie gegen den FC Nöttingen Spitz auf Knopf stand.
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Das ist ein beispielhaftes Zeichen für vernünftige Entscheidungen gerade in diesen schwierigen Corona-Zeiten, in denen es wichtigere Dinge gibt, als Sport. Es ist aber auch ein Signal für den Nachwuchs. Sie schauen von den Stars der Branche oftmals nichts Gutes ab: Ständiges Reklamieren und Schauspielerei gehören zur Tagesordnung. Dass Gehrmanns bemerkenswerte Aktion so enorme Aufmerksamkeit erfährt, zeigt auch die Sehnsucht im so harten und durchkalkulierten Fußballgeschäft nach freundschaftlichen, sportlichen Gesten. Die Kickers haben am Samstag mehr als drei Zähler in der Oberliga geholt, sie haben sehr viele Sympathiepunkte gewonnen. Dank einer großen Geste ihres Trainers.