Siegel weisen auf fair gehandelte Produkte hin. Foto: dpa/David Ebener

Viele Verbraucher legen Wert auf faire Produkte. Wer nur auf den Preis schaut, tut sich und den Erzeugern langfristig keinen Gefallen, meint Imelda Flaig.

Knapp 28 Euro haben Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland pro Kopf im vergangenen Jahr für Produkte aus fairem Handel ausgegeben. Das ist zwar mehr als 2022, aber für manchen gerade mal so viel wie ein Kneipenbesuch oder das Essen im Restaurant. Da ist also noch Luft nach oben, auch wenn fair gehandelte Produkte teurer sind als herkömmliche. Doch der Preis allein kann nicht immer das Ausschlaggebende sein.

Fairer Handel bedeutet schließlich, dass Erzeuger mit möglichst auskömmlichen Mindestpreisen kalkulieren können und sich letztlich auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort verbessern. Viele wichtige Agrarprodukte wie beispielsweise Kaffee, Kakao, Bananen oder Baumwolle stammen aus dem Globalen Süden. Niedrige oder stark schwankende Weltmarktpreise und die extrem geringen Löhne reichen meist nicht aus, um die Lebenshaltungskosten der Kleinbauern und Arbeiterfamilien zu decken.

Armut und Kinderarbeit gehören vielerorts zum Alltag

Die Folgen sind bekannt – Armut und Kinderarbeit gehören vielerorts zum Alltag. Hier setzt der Faire Handel an – mit langfristig verlässlichen Handelsbeziehungen und garantierten Mindestpreisen für ihre Produkte.

Sicher, Kritiker bemängeln, dass auch Mindestpreise nicht immer für ein existenzsicherndes Einkommen ausreichen. Herkömmliche Erzeuger haben aber schlechtere Karten, wie die Erfahrung zeigt.

Der Einkauf mit gutem Gewissen kommt also nicht nur den Kunden zugute, sondern bringt auch den Produzenten der fairen Produkte Vorteile. Denn wenn sich nur Konzerne ihre Margen sichern, zahlen am Ende auch die Verbraucher die Zeche.