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Die Digitalisierung krempelt aktuell viele Bereiche der Wirtschaft komplett um – darunter auch die Logistikbranche. Lange Jahre schlugen sich Flottenmanager, Fahrer, ja ganze Abteilungen von Logistikunternehmen mit Fahrtenbüchern, Excel-Tabellen und Ordnern voller Tankbelege herum. Heute unterstützen digitale Systeme diese Arbeit. Das wirkt sich nicht nur auf den Alltag der Fahrer, sondern auch auf die Effizienz der Betriebe aus.

Digitalisierung der Fuhrparkverwaltung

Umfragen unter Fuhrpark-Managern zeigen: Smarte Systeme zur Kontrolle der Flotte boomen. Eine Studie von Dataforce zur Nutzung von Telematik-Systemen in der Logistikbranche zeigt, dass inzwischen 42 Prozent der Unternehmen mit einer Fuhrparkgröße von 50 bis 99 Fahrzeugen und 47 Prozent der Unternehmen mit mehr als 100 Fahrzeugen Flottenmanagement-Software einsetzen. Auch die Zahl der Anbieter solcher Software nimmt zu. Neben etablierten Firmen gibt es immer mehr Start-ups, die digitale Lösungen für das Fuhrpark-Geschäft anbieten. Die Digitalisierung eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Nutzung von Fahrzeugflotten: Mit spezialisierter Software lassen sich Routen perfekt planen, Ein- und Ausladezeiten punktgenau kalkulieren und Störungen im Betriebsablauf vermeiden. Das kann nicht nur einen erheblichen Anteil der Kosten einsparen, sondern auch zu einer höheren Kundenzufriedenheit führen, weil das Risiko von Verzögerungen und Verspätungen minimiert wird. Flottenmanager bekommen durch solche neuartigen Systeme einen perfekten Überblick über ihre Fahrer sowie deren Fahrverhalten, Kraftstoffverbrauch und Produktivität. Auf diese Weise können Geschäftsziele effizienter erreicht werden.

Funktionsweise von Flottenmanagement-Software

Fuhrpark-Chefs müssen sich mit vielen Fragen beschäftigen: Fahren alle Fahrer wirklich die vorgeschriebene Route? In welchem Maß wird das Fahrzeug belastet? Wie viel Kraftstoff wurde verbraucht? Ist die Route optimal gewählt oder gibt es beispielsweise Baustellen, welche die Fahrzeit unnötig in die Länge ziehen? All diese Fragen können dank neuartiger Software-Lösungen automatisiert beantwortet werden. Die zentrale Funktion solcher Systeme ist die GPS-Funktion. Sie trackt Fahrer und Fahrzeuge in Echtzeit. Dadurch kann der Fuhrparkmanager permanent nachverfolgen, was mit seiner Flotte passiert. Zugleich werden detaillierte Datensätze generiert, die Aufschlüsse über die Wirtschaftlichkeit der Flotte geben. Sie helfen dabei, einen Überblick über den Status quo zu erlangen und auf Grundlage dessen neue Ziele zu definieren. Zusätzlich können anhand der Datenmengen auch Warnmeldungen abgeleitet und verschickt werden – beispielsweise dann, wenn ein Fahrer auffällig langsam fährt.

Vorteile für die Fahrer- und Fahrzeugsicherheit

Dank des GPS-Trackings werden die Aktivitäten der Fahrer genauer erfasst und ihre Sicherheit erhöht. Flottenchefs können genau prüfen, ob Pausenzeiten tatsächlich eingehalten wurden, der Fahrer sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen hält und nachts ausreichend lange schläft. Das kann das Stresslevel der Fahrer erheblich senken. Viele Verwaltungsaufgaben wie das Führen des Fahrtenbuchs entfallen und werden automatisiert über die Systeme durchgeführt. Gleichzeitig wird immer die optimale Route gefahren und Fahr- sowie Ein- und Ausladezeiten können realistischer geplant werden. Fahrer geraten dadurch nicht mehr unter Erklärungszwang, falls Routen und Kundentermine länger dauern. Die Überprüfung von Geschwindigkeit und Pausenzeiten trägt außerdem zu einer verbesserten Sicherheit im gesamten Straßenverkehr bei. Regelmäßig kommt es beispielsweise auf der A81 zu Unfällen mit Lkws. Häufig ist dabei die Übermüdung des Fahrers der Grund. Dieser Gefahr versucht auch die EU entgegenzuwirken: Laut einer neuen Richtlinie dürfen Lkw-Fahrer zukünftig nachts nicht mehr in der Kabine schlafen. Damit soll sichergestellt werden, dass sie ausreichend Schlaf bekommen und ihre Ruhezeiten einhalten.

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