Tobias Korber war schon 2024 beim 24-Stunden-Radrennen dabei. Foto: Parker Prädifa

Der Nürburgring ist eine Herausforderung – erst recht auf dem Rad. Für ein Team aus Bietigheim und Pleidelsheim (Kreis Ludwigsburg) ist das Rennen mehr als nur ein Sportevent.

92 Kurven, rund 560 Höhenmeter und bis zu 17 Prozent Steigung: Sogar für Motorsportler ist eine Runde über die Grand-Prix-Strecke und durch die Nordschleife am Nürburgring anspruchsvoll. Tobias Korber wird die „Grüne Hölle“ aber sogar mit dem Rennrad bewältigen – und das gleich mehrfach. Beim 24-Stunden-Rennen am kommenden Wochenende wird er mit einem fast 30-köpfigen Team der Parker Hannifin GmbH antreten – und vor allem den Teamgeist stärken.

Bereits vor 25 Jahren hat der studierte Wirtschaftsingenieur seine Leidenschaft für den Triathlon entdeckt. Am Iron Man und anderen Triathlon-Wettbewerben hat der 43-Jährige teilgenommen, vor allem der Radsport hat es ihm angetan. Auch das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring kannte Tobias Korber schon, bevor im vergangenen Jahr die Entscheidung fiel, ein unternehmensweites Team auf die Beine zu stellen.

Erste Teilnahme hat alle überzeugt

In Bietigheim-Bissingen ist er als General Manager der Prädifa Technology Division für die Geschäfte der Sparte Europa zuständig. Sie gehört zu Parker Hannifin, nach eigenen Angaben weltweit führend in der Antriebs- und Steuerungstechnologie ist. Im vergangenen Jahr hat Tobias Korber die Teilnahme der Parker-Teams zum ersten Mal initiiert. Vorher hatten Mitarbeiter des Unternehmens, das unter anderem Werke in Bietigheim-Bissingen und Pleidelsheim betreibt, bereits gemeinsam an anderen sportlichen Veranstaltungen teilgenommen. Nach einem Aufruf wollten sich 2024 zwölf Personen beteiligen. „Alle von uns fanden es so toll, dass schnell klar war, dass wir 2025 wieder dabei sein wollen“, sagt Korber.

Das Team, das im Jahr 2024 angetreten ist Foto: Parker Prädifa

Diesmal ist das Interesse sogar noch größer. Die Mitarbeiter möchten mit drei Vier-Personen-Teams und zwei Acht-Personen-Teams, also insgesamt 28 Kollegen antreten. In den beiden größeren Gruppen sind pro Mitglied etwa drei Runden und insgesamt 75 Kilometer zu bewältigen. Gefahren wird im Wechsel, sodass jeder rund sechs Stunden Pause zwischen den Runden hat. Das sei ideal für Kollegen mit weniger sportlicher Erfahrung. Die ambitionierteren Mitarbeiter wie Korber fahren in den Viererteams, bei denen die Teilnehmer zwischen ihren Runden nur auf drei Stunden Pause kommen.

Keine Chance gegen die professionellen Teams

Sechs Fahrer der Parker-Mannschaft arbeiten am Standort Bietigheim. Die anderen Beschäftigten sind nahe Düsseldorf und in Belgien beschäftigt. Auch ein Schweizer und ein Tscheche sind dabei.

Die Mitarbeiter des Unternehmens, die zwischen Anfang 30 bis Mitte 50 Jahre alt sind, rechnen sich keine Chancen aus, vorne mitfahren zu können. „Es gibt deutlich professionellere Teams“, stellt Korber klar. Primär gehe es ihm und den Kollegen darum, Spaß zu haben und den Teamgeist zu stärken. „Durch dieses Erlebnis entsteht eine persönliche Bindung“, sagt die Führungskraft. Sieben weitere Kollegen sind zum zweiten Mal dabei. Von den übrigen Mitfahrern kenne er noch nicht alle persönlich und freue sich darauf, das zu ändern.

Berge und Dunkelheit werden zur Probe

Dennoch ist die sportliche Leistung der Teams nicht zu unterschätzen. Bis zu 100 Kilometer die Stunde werden die Rennräder auf der Strecke schnell. Die Anstiege verlangen den Fahrern einiges ab. „Die Berge in der Eifel sind eine Herausforderung“, sagt Korber. Auch das Fahren in der Nacht sei für alle eine ungewohnte Schwierigkeit.

Aufgrund der Entfernung zwischen den Unternehmensstandorten war ein gemeinsames Training mit allen nicht möglich. Die Teilnehmer haben sich allein oder in kleinen Gruppen vorab getroffen. Obwohl Tobias Korber ohnehin viel mit dem Rad unterwegs ist, hat er sein Training vor dem Rennen noch einmal etwas intensiviert. „Ich habe zur Vorbereitung längere, also vier- bis fünfstündige Ausfahren gemacht, um die nötige Härte zu bekommen“, sagt er.

Das Rennen startet am Samstag, 19. Juli, um 13 Uhr. Schon am Vortag reist Korber an. Er wird auf dem Gelände zelten. Ein Teil der Mannschaft trifft erst am Samstag ein. Für die Radsportveranstaltung, die seit 2003 auf dem Nürburgring stattfindet, erwarten die Organisatoren mehr als 5500 Teilnehmer.