Weil sie in der Nähe zur Herrenberger Gashochdruckleitung stehen und die Versorgungssicherheit gefährden, gibt es für 15 Bäume keine Rettung mehr.
Weil sie in „kritischer Nähe“ zur Gashochdruckleitung stehen, müssen 15 Bäume im Kernstadtgebiet von Herrenberg gefällt werden. Das Amt für Technik und Grün werde voraussichtlich Anfang Oktober mit den Fällarbeiten beginnen, teilt das Herrenberger Rathaus mit.
Die Bäume könnten durch ihre Wurzeln sogenannte Zugschlingen an den Gasleitungen hervorrufen. Sollte ein Baum etwa bei Sturm fallen, bestehe dann die Gefahr, dass die Gasleitung mit aus dem Boden gerissen werde. Außerdem werde durch das Wurzelwerk der passive Korrosionsschutz der Leitungen beschädigt, sodass diese schneller korrodieren und Schäden aufweisen könnten. Die Bäume würden somit die Versorgungssicherheit gefährden, begründet die Stadt die Fällungen.
Der Artenschutz wird beachtet
Insgesamt seien circa 120 Bäume in der Nähe von Gasleitungen überprüft worden. Letztlich konnten die Stadtwerke und das Grünflächenamt den Großteil als unbedenklich einstufen. 15 Bäume jedoch werden der Motorsäge zum Opfer fallen. Kriterien für die Entscheidung waren beispielsweise die Baumart, das Material der Leitungen, der Abstand zur Leitung, der Standort, der Abstand zu Gebäuden und der Stammumfang. Auch eine Umverlegung der Gasleitungen zogen die Stadtwerke in Erwägung, was im Hochdruck-Bereich jedoch nicht in Frage komme.
Bei den betroffenen Bäumen handelt es sich um fünf Spitzahorne, drei Scheinakazien, zwei Sommerlinden, zwei Feldahorne, eine Süßkirsche, eine Pyramidenpappel und einen Kirschbaum. Die Bäume wurden zwischen 1970 und 1990 gepflanzt. Um die Brut- und Nistzeit von Vögeln nicht zu beeinflussen, erfolgen die Fällarbeiten im Herbst. Unmittelbar vor der Fällung werden die Bäume laut der Mitteilung überprüft und gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen zum Artenschutz ergriffen.
Im Frühjahr wird Ersatz gepflanzt
Um die Fällungen auszugleichen, werde das Amt für Technik und Grün im Frühjahr 15 Bäume an alternativen Standorten pflanzen, heißt es weiter. Außerdem würden die ehemaligen Baumquartiere – wo möglich – ökologisch aufgewertet, indem beispielsweise insektenfreundliche Stauden gepflanzt werden. Finanziert werden diese Maßnahmen von den Stadtwerken Herrenberg.