Die EZ-Weihnachtsspendenaktion unterstützt Amelie M. mit ihren Kindern und andere Menschen im Kreis Esslingen in Not. Welche Schicksale dahinterstecken und wie geholfen wird.
Wahnsinnig stolz ist Amelie M. (Name von der Redaktion geändert) auf ihre zwei „Lebensretter“: Die Alleinerziehende ist dankbar für ihre zwei Kinder, die sie dazu bewogen haben, ihr Leben radikal zu verändern. Trotz aller Anstrengungen fehlen ihr die finanziellen Mittel, um nun, da die beiden in der Schule sind, die richtige Lernumgebung für sie zu schaffen. M. braucht Hilfe – hier setzt die Weihnachtsspendenaktion der Eßlinger Zeitung an. Mit Vermittlung des Vereins für Sozialpsychiatrie (VSP) soll die Mutter aus dem Kreis Esslingen eine kleine finanzielle Unterstützung bekommen.
Als klar war, dass sie schwanger ist, verließ M. nach jahrelanger Suchterkrankung die Drogenszene und ist seither clean. „Trotz gesundheitlicher Einschränkungen, die sie in ihrer Beweglichkeit stark beeinträchtigen, gibt sie jeden Tag ihr Bestes, damit es ihren Kindern an nichts fehlt“, erzählt Selina Wehner vom Verein für Sozialpsychiatrie, der in Esslingen unter anderem das Zentrum für Arbeit und Kommunikation (ZAK) betreibt sowie Wohngemeinschaften anbietet. M. wolle ihren Kindern den Start ins Kapitel Schulzeit mit einer guten Lernumgebung erleichtern – dazu benötigt sie Mittel für kindgerechte Schreibtische und Stühle.
Die EZ-Spendenaktion unterstützt Jahr für Jahr nicht nur soziale Projekte im Kreis Esslingen, sondern auch Menschen wie Amelie M., die in Not sind. Dazu erhält die Aktion Unterstützung von Behörden und sozialen Organisationen wie dem VSP, die zwischen der EZ-Aktion und bedürftigen Personen vermitteln. „Es sind Menschen, die von schweren Schicksalen betroffen sind – und für die Ihre Weihnachtsspendenaktion ein kleines Stück ‚guter Hoffnung’ bedeutet“, berichtet Wehner.
Robert S. kämpft für Neuanfang: Spenden für Laptop benötigt
Wehner berichtet von weiteren Personen, die sie für eine Unterstützung durch die Weihnachtsspendenaktion vorschlagen möchte. Beispielsweise Robert S. (Name geändert), der schon direkt nach dem Schulabschluss seine schwerkranke Mutter bis zu deren Tod gepflegt hat und sich nun um seinen Vater kümmert – und der aufgrund seines Verlusts nicht nur in eine persönliche Krise geschlittert ist, sondern über viele Jahre keine Gelegenheit hatte, sich um eine Ausbildung zu kümmern oder soziale Kontakte zu pflegen. S. will das nun hochmotiviert nachholen – braucht aber einen eigenen Laptop, beispielsweise, um Bewerbungen zu verfassen. Für den Kauf fehlt im das Geld.
Hilfe für den Start in einer neuen Wohnung benötigt Mohammed K. (Name geändert). Aufgrund seiner kritischen Haltung gegenüber dem Regime in seinem Heimatland wurde er gefoltert und schwer verletzt. „Trotz täglicher Schmerzen und einem allumfassenden Verlust von Wohnraum, Eigentum, Familie und Freunde, zeigt er jeden Tag Dankbarkeit durch seinen höflichen und wertschätzenden Umgang mit Anderen“, sagt Wehner. Aufgrund seiner schlechten Gesundheit musste K. in eine barrierefreie Wohnung umziehen – und konnte die Kündigungsfrist in der alten nicht einhalten. Er benötigt Hilfe für die Begleichung der offenen Mietkosten.
Volksbank spendet 4000 Euro für EZ-Weihnachtsspendenaktion
Für Amelie M., Robert S., Mohammed K. und viele andere Menschen in Not bittet die EZ-Weihnachtsspendenaktion nun zum 59. Mal Leserinnen und Leser, aber auch Unternehmen und Organisationen um Solidarität. Mehr als 36 000 Euro sind bereits eingegangen. Eine der ersten Spenderinnen ist die Volksbank Mittlerer Neckar, die die Aktion mit 4000 Euro unterstützt. „Als Genossenschaftsbank ist es uns wichtig, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen“, sagt Markus Schaaf, Sprecher des Vorstands der Volksbank Mittlerer Neckar.
Er hat den Scheck an Silke Rayer vom Verein Gemeinsam helfen und an Herbert Dachs, Geschäftsführer der EZ, übergeben. „Wir wollen die Menschen im Kreis Esslingen, denen es nicht so gut geht, unterstützen. Und jenen unter die Arme greifen, die ihren Mitmenschen helfen und damit so wichtig für unser soziales Gefüge sind.“ Darum unterstütze die Volksbank Jahr für Jahr die EZ-Aktion.