Ehrenamtliche des DRK Baltmannsweiler retten Leben auf dem Schurwald. Nach einem Fahrzeugbrand hoffen sie auf Spenden. Die EZ-Weihnachtsspendenaktion sammelt für die Helfer vor Ort.
Ehrenamtliche vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Baltmannsweiler, die Helfer vor Ort (HvO), sind rund um die Uhr bei Unfällen oder medizinischen Notsituationen im Bereich der Gemeinden Baltmannsweiler und Lichtenwald zur Stelle. Sie überbrücken die Zeit, bis der Rettungswagen eintrifft – und haben so schon so manches Leben gerettet. Nachdem das Fahrzeug der Helfer im vergangenen August ausgebrannt war, stand das Angebot, das auf Spenden angewiesen ist, zeitweise auf der Kippe. Die Helfer hoffen auf Unterstützung – bei der diesjährigen Weihnachtsspendenaktion der Eßlinger Zeitung wird auch für dieses Projekt gesammelt.
283 Einsätze sind die Helfer vor Ort in diesem Jahr bereits im Bereich der Gemeinden Baltmannsweiler und Lichtenwald gefahren. „Wir fahren hauptsächlich zu internistischen Notfällen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen, oder aber auch zu schweren chirurgischen Notfällen wie bei manchen Unfällen“, berichtet Fabian Günther, Bereitschaftsleiter beim DRK Baltmannsweiler.
Die Helfer vor Ort werden regelmäßig mit alarmiert, wenn bei der Leitstelle in Esslingen ein Notruf aus dem Bereich des mittleren Schurwalds eingeht. Acht bis neun Ehrenamtliche mit einer speziellen Ausbildung stehen in den beiden Gemeinden rund um die Uhr in Bereitschaft.
Rettungswagen kann Frist auf Schurwald oft nicht einhalten
Laut dem Landes-Rettungsdienstgesetz soll der Rettungswagen innerhalb von zwölf Minuten nach der Alarmierung am Unfallort oder beim Notfall sein. Diese Frist könne im ländlichen Raum in vielen Fällen nicht eingehalten werden, sagt Günther. Sollten ein Notarzt oder ein Rettungswagen benötigt werden, fährt daher zunächst der HvO los.
Es sei auffallend, dass in jüngerer Zeit sehr oft auch bei Bagatellen der Notruf abgesetzt werde. Bei einem Schnitt in den Finger oder auch einem Beinbruch sei jedoch oft kein Rettungswagen nötig. „Aber bei einem Unfall nachts auf dem Schurwald wäre man ohne uns in einer prekären Situation“, erläutert der Bereitschaftsleiter die Notwendigkeit des HvO.
Helfer vor Ort überbrückt Zeit, bis Rettungswagen eintrifft
„Nach dem Alarm sind wir in Baltmannsweiler oder Hohengehren in drei bis fünf Minuten an der Einsatzstelle, in Thomashardt oder Hegenlohe sind wir in acht bis neun Minuten“, erklärt Günther. Bis der Rettungswagen eintreffe, könne bereits mit einer Erstversorgung begonnen werden. Das verschaffe etwa bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheidende Vorteile. „Wir haben schon so manches Leben auf dem Schurwald gerettet“, erklärt Günther.
Wie Martin Kuhn, Vorsitzender des DRK Ortsvereins Baltmannsweiler, berichtet, hatte der HvO-Dienst im vergangenen August eine schweren Rückschlag zu verkraften. Bei einer Einsatzfahrt trat ein technischer Defekt am Fahrzeug auf, das Auto brannte aus und mit ihm der Großteil der Ausrüstung. Für das DRK war dies bitter, denn die Helfer sind auf ehrenamtlicher Basis tätig. „Wir erhalten keine Zuschüsse oder gar Kostenersatz für den HvO und müssen jede Aufwendung aus eigener Tasche stemmen“, sagt Kuhn. „Das System Helfer vor Ort funktioniert nur auf Spendenbasis.“
DRK Baltmannsweiler hofft auf Spenden
Aber die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung habe sich als enorm erwiesen. „Viele Privatleute, Vereine, Firmen und Stiftungen haben uns in dieser schwierigen Situation geholfen“, erzählt Kuhn. 35 000 Euro kamen so zusammen, das reichte für ein neues Einsatzfahrzeug. Doch nun sind noch etwa 10 000 Euro aufzubringen, um den Innenausbau, die Installation des Blaulichts sowie die Funk- und Kommunikationstechnik zu finanzieren. Der Ausbau und die Ausstattung könnten im Februar erledigt werden. „Wir hoffen auf eine breite Unterstützung“, sagen Günther und Kuhn.
EZ-Weihnachtsspendenaktion
Kampagne
Zum 59. Mal trommelt die EZ-Weihnachtsspendenaktion, hinter der der Verein „Gemeinsam helfen“steht, für den guten Zweck. Die Spenden kommen Familien und Einzelpersonen im Kreis Esslingen zugute, die in finanziellen, medizinischen oder sozialen Notlagen sind. Auch soziale Projekte werden unterstützt.
Spenden
Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, IBAN: DE38 6115 0020 0000 9020 36; BW Bank, IBAN: DE24 6005 0101 0008 4053 53; Volksbank Mittlerer Neckar, IBAN: DE89 6129 0120 0126 8880 00. Oder einfach im Internet auf der Spendenplattform www.wirwunder.de/projects/166077. Sachspenden können nicht angenommen werden.