Die Hutmacherin näht Masken Foto: Markus Brändli

In der Webergasse 7 hat der Hutladen wieder geöffnet. Dort werden Masken produziert. Über eine Karte auf dem EZ-Verbindet Marktplatz können Kunden ihr Lieblingsgeschäft finden und sich informieren.

Esslingen - Einige Geschäfte in der Esslinger Innenstadt dürfen seit Kurzem ihre Türen wieder öffnen – unter bestimmten Voraussetzungen. Restaurants und Kneipen sind weiterhin, aufgrund der Corona-Pandemie, geschlossen. Klarheit in dieser Zeit – über Öffnungszeiten oder Lieferbedingungen – bietet die Plattform EZ-Verbindet Marktplatz der Eßlinger Zeitung. Dort können sich Kunden über Neuigkeiten ihrer Lieblingsgeschäfte informieren und diese über die Liste oder eine Karte finden.

In diese Marktplatz-Liste hat sich auch Birgit Sophie Metzger eingetragen. Sie ist Inhaberin eines Hutmacherladens in der Webergasse 7 in Esslingen und darf seit Kurzem wieder von 12 bis 18 Uhr öffnen – unter bestimmten Bedingungen, wie zum Beispiel dem Sicherheitsabstand. „Wir haben den Laden komplett umgeräumt“, sagt Metzger. „Ich reiche den Kunden die Hüte und das Maßband nun von Weitem.“ Bei Stammkunden habe sie bereits die Größe des Kopfes abgemessen. Bei Neukunden ist das schwieriger. „Sie messen ihr Haupt selbst mit dem Maßband vor dem Spiegel.“ Aktuell sind sie und ihre Mitarbeiterin aber weniger mit ihrem eigentlichen Produkt, dem individuellen Hut, beschäftigt. „Die Maskenproduktion ist unsere primäre Arbeit“, sagt Metzger. Seit vier Wochen nähen sie Mund-Nase-Schutzmasken in zwei Größen und verschiedenen Farben für „die breite Bevölkerung und nicht für Ärzte“. Diese werden in der Theaterapotheke in Esslingen verkauft.

„Die Masken bestehen aus Bio-Baumwolle, sind waschbar, handgemacht und produzieren keinen Müll“, sagt Metzger, deren Auftragsliste für Masken derzeit am Limit ist. Denn: „Man muss das sorgfältig nähen. Das macht keine Maschine.“ Die Hutmacherin ist überzeugt, dass sich das Denken der Menschen nach der Corona-Pandemie in Bezug auf handgemachte Produkte verändern wird: „Den Menschen wird bewusst, wie aufwendig es ist zu nähen, wie viel Know-how und Zeit man dafür benötigt. Dafür haben sie vollkommen den Maßstab verloren.“ Neben Birgit Sophie Metzger, die Masken näht, gibt es weitere Menschen im Kreis Esslingen, die helfen möchten. Auf der Plattform EZ-Verbindet unter der Rubrik Nachbarschaftshilfe können sich Freiwillige in eine Helferliste eintragen.

Als Helfer hat sich zum Beispiel Caterina Bott eingetragen. Die 54-Jährige aus Esslingen arbeitet derzeit im Homeoffice und möchte diejenigen unterstützen, die beispielsweise zur Risikogruppe gehören. „Das ist etwas Konkretes, was man gerade machen kann“, sagt sie. Bisher hat sich noch niemand bei ihr gemeldet. Bott selbst hat eine gut vernetzte Nachbarschaft, die sich gegenseitig hilft, deshalb vermutet sie, dass sich nicht viele hilfsbedürftige Menschen über die Plattform melden. Dennoch möchte sie während der Corona-Pandemie für andere da sein: Sie bietet Unterstützung beim Einkaufen und bei Schulaufgaben an, da sie bereits einige Jahre in der Hausaufgabenbetreuung bei der Firma Schülerhilfe tätig ist.

Mehr Informationen zur Hilfsplattform unter www.ez-verbindet.de

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