Zwei, die sich gut verstehen: Mia und Gaetano Intemperante posieren auf dem Sportgelände im heimischen Denkendorf. Foto: /Herbert Rudel

Anlässlich der Geburt seiner Tochter Mia stiftete Gaetano Intemperante beim EZ-Pokal 2003 50 Euro für das 50. Tor. Einmal noch zahlt er die „Baby-Prämie“.

Denkendorf - Gaetano Intemperante scheint zu den Vätern zu gehören, die es schaffen, nicht irgendwann peinlich zu werden. „Mir hat es nie etwas ausgemacht, wenn ich darauf angesprochen wurde“, sagt seine Tochter Mia jedenfalls. Gefreut hat sie sich sogar. Und sie wurde auf diese Geschichte oft angesprochen. Die Geschichte, die zeigt, dass der 8. August 2003 nicht nur für Familie Intemperante ein wichtiges Datum ist, sondern dass dieser Tag auch einen Bezug zum EZ-Pokal hat.

Der 8. August 2003 ist Mia Intemperantes Geburtstag. Und es war der Starttag des 29. EZ-Fußballpokals in Neuhausen. In der Montagausgabe berichtete die EZ unter der Überschrift „Baby-Prämie“ wie folgt: „Gaetano Intemperante, seit Freitag, 16.50 Uhr stolzer Vater von Mia, ließ sich nicht lumpen. Der Spieler des TSV RSK Esslingen spendete der Mannschaft, die das 50. Turniertor erzielte, 50 Euro in die Mannschaftskasse. Der Schütze des „Baby-Tores“ war Andreas Rück vom TSV Lichtenwald. Intemperante selbst spielte am Samstag um 11 Uhr, ging dann ins Krankenhaus zu Ehefrau Pia und Töchterchen Mia, und zog um 18 Uhr wieder die Kickschuhe an.“

88 Euro – für den 8.8.

Gaetano Intemperante lächelt, als er daran denkt. Die Erinnerung kehrt zurück. Und wenn er heute zu Mia, längst vom „Töchterchen“ zur jungen Frau geworden, hinüberschaut, drücken seine Augen denselben Stolz aus wie damals. Damals vor fast 18 Jahren. Der Kreis schließt sich. „Ich war so leichtsinnig zu sagen, dass ich jedes Jahr etwas spende, bis Mia 18 Jahre alt ist“, erzählt er. Nun ist es so weit. Für den fairsten Spieler hat er in den vergangenen Jahren Geld gegeben, für den besten Torhüter, für die Sanitäter, für die Jugendarbeit eines Vereins. Entweder eine runde Summe oder eine, die etwas mit Mias Geburtstag zu zu tun hat – 88 Euro etwa, für den 8.8.

Er war immer dabei beim EZ-Pokal. Erst als Spieler, dann als Spielertrainer, dann als Trainer verschiedener Mannschaften – TSV RSK, TSVW Esslingen, TSV Denkendorf und zuletzt SG Eintracht Sirnau. Und wenn er mal keinen Verein hat, wie im Moment gerade, dann schaut er trotzdem vorbei. So wird es auch in diesem Jahr im Sportpark Weil sein.

Informationen zum EZ-Pokal lesen Sie hier: Der EZ-Pokal beflügelt

„Der EZ-Pokal ist immer etwas Besonderes“, sagt der 48-Jährige. „Es sagen immer alle, es ist eine gute Vorbereitung auf die Saison – ist es auch, aber wenn man beim Turnier spielt, will man gewinnen. Das war für uns als Spieler wie eine EM.“ Und es erklärt vielleicht, warum er damals im Jahr 2003 kurz nach der Geburt seiner Tochter wieder auf dem Platz stand. Mit Erfolg übrigens: Der TSV RSK gewann den EZ-Pokal durch Siege im Elfmeterschießen im Viertel- und Halbfinale und einem 2:0-Erfolg im Endspiel gegen den TSV Wolfschlugen. Es war der erste Sieg des Clubs überhaupt. Gaetano Intemperante stand insgesamt fünf Mal im Finale des Traditionsturniers, drei Mal hat er gewonnen, unter anderem im Jahr davor mit den Denkendorfern.

Bruder Emilio tritt in die Fußstapfen

Fußball spielt in der Familie Intemperante eine große Rolle. Und wie war das so? „Ich kannte es ja nicht anders“, erzählt Mia Intemperante und lacht. „Meine Freundinnen schauen auch gerne bei uns Fußball, da geht es immer emotional zu – vor allem wenn Italien spielt.“ Sie selbst ist gerne mit auf den Sportplatz gegangen, wenn der Papa gespielt hat, beim EZ-Pokal, daheim in Denkendorf oder im Besonderen beim TSVW: „Die Gemeinschaft hat mir immer gefallen.“

Mittlerweile schaut sie ihrem 15-jährigen Bruder Emilio zu, der in der Jugend des VfL Kirchheim spielt. „Er hat das Ball-Talent geerbt“, erzählt sie. Obwohl die Eltern bei der Namenssuche von der amerikanischen Top-Fußballerin Mia Hamm inspirierte wurden, kickt Mia nicht gegen den Ball. Sie hat lange Ballett gemacht und tanzt. Da wiederum hat der Papa häufiger zugeschaut. „Ballett ist eine tolle Sportart. Wenn Fußballer das ebenfalls machen würden, würden sie wahrscheinlich besser“, sagt er.

Und dann sagt Intemperante einen typischen Eltern-Satz und schaut dabei wieder zu Mia hinüber: „Wahnsinn, wie schnell diese 18 Jahre vergangen sind.“ In einem Jahr legt Mia ihr Abitur ab, dann möchte sie auf Lehramt studieren. Noch einmal wird der Papa die „Baby-Prämie“ stiften. Im Jahr 2003 war es für das 50. Tor. Diesmal hat er sich vorgenommen, 88 Euro für das Inklusionsprojekt „TVN/FCE United“ des TV Nellingen und FC Esslingen zu geben, das am Samstag zu einem Einlagespiel antritt. 20 Euro und 30 Cent soll der Schütze des 23. Treffers bekommen. Mia Intemperante wird ihren Papa in den Sportpark Weil begleiten. Am 8. August, gut eine Woche nach dem Finale des 42. EZ-Pokals, steigt dann die 18er-Party. „Fußball ist das Schönste auf der Welt“, sagt der stolze Papa, „nach der Familie.“

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