Tanja Hees hat in ihrer sportlichen Laufbahn viele Erfolge gefeiert und einiges erlebt. Dass sie ihrem Heimatverein beim EZ-Pokal hilft, ist für sie „selbstverständlich“.
Mehr als 180 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind beim EZ-Fußballpokal im Einsatz, um das Turnier reibungslos über die Bühne zu bringen und diesem den passenden Rahmen zu verleihen. Ob für den Auf- und Abbau oder für die Kassen, ob für den Getränke-, den Verpflegungs- oder den Bierstand, ob als Balljungen oder -mädchen, ob für die Turnierleitung, fürs Parkplatzeinweisen, fürs Mülleinsammeln oder für irgendetwas anderes: Überall sind Hände gefragt, die zupacken können – und Hirne, die mitdenken, weil halt doch nicht immer alles nach Schema F läuft.
Eine der vielen, die in den vergangenen Tagen im oder um das Sportzentrum Baltmannsweiler herum tätig waren, ist die Multisportlerin Tanja Hees. Sie hat Erfolge in der Leichtathletik gefeiert, hat bis hinauf in die Bundesliga Fußball gespielt, war als Anschieberin für Susi Erdmann auf der Bobbahn im Einsatz – und sammelt immer noch als Rasenkraftsportlerin bei deutschen Meisterschaften Titel ein. Letzteres macht sie im Trikot der Esslinger Turnerschaft. Gekickt hat sie für die SG Schorndorf in der Oberliga und später dann für den VfL Sindelfingen in Liga eins und zwei.
Viermal pro Woche als Trainerin im Einsatz
Hees’ Heimatverein aber ist der TSV Baltmannsweiler und deshalb war es für die Industriemechanikerin überhaupt keine Frage, beim EZ-Fußballpokal mitzuhelfen. „Das ist für mich selbstverständlich und nicht nur für mich“, erklärt sie. Schließlich mache dieser Zusammenhalt den Verein aus. „Man unterstützt sich gegenseitig. Bei einer solchen Veranstaltung sind Mitglieder aus allen Abteilungen am Start“, ergänzt die 51-Jährige, die an diesem Abend am Zapfhahn steht und eine kühle Halbe nach der anderen in die Krüge laufen lässt. Was sie anderntags zu tun haben wird, weiß sie noch nicht. „Ich hab’ gesagt, dass ich Zeit habe und dass sie mich einteilen sollen, wo es notwendig ist.“
„Ihrem“ TSV ist Hees aber auch ansonsten zu Diensten: montags und freitags als Leichtathletik-Trainerin, dienstags und donnerstags in der gleichen Funktion auf dem Fußballplatz in Baltmannsweiler. Auf diesem hat sie selbst im Übrigen nur ein einziges Mal ernsthaft gespielt: „Das war zum hundertjährigen Bestehen des Vereins, mein Abschiedsspiel mit Sindelfingen gegen die TSG Hoffenheim“, sagt sich lachend. Frauenfußball habe es zu ihrer aktiven Zeit in Baltmannsweiler noch nicht gegeben.
Der Rasenkraftsport hat Pause
Das ist heute zwar anders: Als Trainerin kümmert sich Tanja Hees allerdings um die männliche C-Jugend – wobei auch zwei Mädchen zu ihrem Team der SGM Aichwald/Baltmannsweiler gehören, die sie als Übungsleiterin wiederum aus der Leichtathletik kennt und die beide dort auch ihren sportlichen Schwerpunkt sehen. Die Fußball-Frauen des TSV spielen in der Bezirksliga, landeten in der vergangenen Saison auf Rang vier. Luft nach oben gibt es also noch reichlich. Ob da mehr möglich und obendrein gewünscht ist, vermag Hees indes nicht zu beurteilen: „Da sehe ich schlicht zu wenig rein.“
Sie selbst hat ihre sportlichen Aktivitäten aufs Badmintonspielen verlegt, „rein hobbymäßig“ – und, mangels Möglichkeiten in ihrem Heimatort, nach Fellbach. Auch im Rasenkraftsport startet sie eher sporadisch. „Dieses Jahr wohl eher gar nicht, weil mir die Zeit dafür fehlt“, erklärt Hees. Völlig unvorbereitet möchte sie sich dann doch nicht zu irgendwelchen Titelkämpfen anmelden. „Das ist zwar kein riesiger Aufwand, weil mir das Werfen und das Stoßen aufgrund meiner leichtathletische Vergangenheit relativ leicht fällt“, sagt Hees. Ein paar Einheiten mit Hermann „Jimmy“ Klein, bei und mit dem sie schon seit ewigen Zeiten trainiert, seien aber allemal sinnvoll, ergänzt sie.
Für den Verein, den sie als Ganzes sieht und in dem es aus ihrer Sicht keinen Neid zwischen den Abteilungen gibt, nimmt sich Tanja Hees die Zeit, die sie eigentlich nicht hat, dennoch. Und wo man sie in ihrer zweiten Schicht benötigt, wird anderntags ebenfalls klar. Abermals heißt das Einsatzgebiet Bierstand, was die 51-Jährige zum Schmunzeln bringt. „Da hab ich ja schon Erfahrung gesammelt und mit einer gewissen Routine geht vieles, nicht nur im Sport, leichter“, erklärt sie mit einem Augenzwinkern.