Die Pokale warten auf die Handballer – diesmal ein bisschen länger. Foto: /Herbert Rudel

Die Traditionsveranstaltung könnte später als Vorbereitungsturnier vor dem Wiederstart ausgerichtet werden.

Esslingen - „Den EZ-Pokal spielt man einfach, das ist ganz klar“, sagt Markus Steinle vom TSV Denkendorf. Das Traditionsturnier hat einen festen Platz im Jahreskalender der Handballer der Region und der Eßlinger Zeitung. 26 Mal fand das Turnier bislang statt, seit 1995 ohne Unterbrechung. Klar ist, dass die 27. Ausgabe im Jahr 2021 nicht zum gewohnten Zeitpunkt um den Dreikönigstag über die Bühne gehen kann. Die Regelungen der Politik zur Eindämmung der Corona-Pandemie sowie die jüngsten Entscheidungen des Handball-Verbandes Württemberg (HVW) lassen das nicht zu. Eine Absage bedeutet das aber nicht: Die Eßlinger Zeitung und der diesmalige Ausrichter TSV Denkendorf planen, den EZ-Pokal 2021 vor dem Wiederstart der Saison im kleineren Rahmen als Vorbereitungsturnier auszurichten – natürlich unter Einhaltung aller dann geltenden Hygieneregeln.

„Der EZ-Handballpokal ist eine der wichtigsten Veranstaltungen der Eßlinger Zeitung im Jahresverlauf, deshalb wollen wir alles dafür tun, damit die Ausgabe 2021 nicht ausfallen muss“, erklärt EZ-Geschäftsführer Andreas Heinkel, der selbst früher als Kreisläufer auf Torejagd gegangen ist. „Wir sind dem TSV Denkendorf sehr dankbar, dass er trotz der schwierigen Umstände weiter als Ausrichter zur Verfügung steht. Wir wollen das Turnier nicht durchziehen, als ob es keine Pandemie gäbe, aber den Mannschaften die Möglichkeit erhalten, vor dem Beginn der Rückrunde ihre Form zu testen“, sagt Heinkel weiter.

Auch Denkendorfs Handball-Abteilungsleiter Steinle hat den Sport im Blick. „Wir stehen dazu, den EZ-Pokal auszurichten, auch in einem kleineren Rahmen und zur Not ohne Zuschauer“, erklärt er, „allen macht es Spaß, bei dem Turnier mitzuspielen und wir haben uns frühzeitig darauf eingestellt und gefreut, es auszurichten.“

Der HVW hatte am Samstag als Reaktion auf die jüngsten Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz entschieden, den Spielbetrieb frühestens am Wochenende 7./8. Februar wieder aufzunehmen und dann eine Einfachrunde zu spielen. Der EZ-Pokal könnte eine Woche vorher stattfinden. Sollte die Entwicklung der Pandemie eine spätere Fortführung der Saison nötig machen, könnte das Turnier analog eine Woche davor ausgetragen werden.

Geplant war, mit dem EZ-Pokal nach 26 Ausgaben in der Esslinger Neckarsporthalle in die renovierte Sporthalle Weil umzuziehen. Eine Möglichkeit wäre aber auch, das Turnier diesmal ausnahmsweise in der Sporthalle in Denkendorf auszutragen, für die die TSV-Handballer bereits ein Hygienekonzept ausgearbeitet haben. „Wir tun alles, um das Turnier durchführen zu können“, sagt Steinle dazu.

Zurzeit steht der Wanderpokal in der Vitrine des Württembergligisten TSV Deizisau. Der Rekordsieger gewann den EZ-Pokal 2020 im vergangenen Januar nach elf Jahren Pause durch einen 20:15-Sieg gegen den favorisierten, aber ersatzgeschwächten TSV Neuhausen. „Wir als Titelverteidiger würden uns sehr freuen, wenn der EZ-Pokal stattfinden könnte“, sagt Dennis Prinz vom Management der Deizisauer, der selbst schon viele Male bei dem Traditionsturnier mitgespielt hat. „Es wäre eine Ehrensache, dabei zu sein.“

Prinz hofft, dass auch die Amateurmannschaften im Laufe des Januars wieder trainieren dürfen. „Es braucht einige Wochen der Vorbereitung, bevor die Saison fortgesetzt werden kann“, erklärt er, „da würde man dann auch Testspiele machen – das in Turnierform zu haben, hätte natürlich viel mehr Charme.“

Ein EZ-Pokal in abgespeckter Form wäre nicht dasselbe wie der jährliche Treff der Handball-Szene der Region an drei Tagen in einer Halle. „Aber ein Jahr ganz ohne das Turnier, das wäre sehr schade“, sagt Denkendorfs Abteilungsleiter Steinle. Klar ist nur: Für die ersten Januartage müssen sich die Handballfreunde eine andere Beschäftigung suchen.

Mehr zum Thema gibt es im EZ-Handballblog „Am Kreis“.

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