Die Pokale und Schecks sind erspielt und verteilt, von links: Philipp Keppeler und Simon Kosak vom TSV Neuhausen, Lilien Longin vom TSV Neckartenzlingen, EZ-Sportchef Sigor Paesler, Lani Fellberg vom TSV Neckartenzlingen, Thomas Eckert von der Volksbank Mittlerer Neckar, Antonia Amann und Carla Kösling vom TSV Wolfschlugen, Daniel Scharpf von der Firma Karl Scharpf, Esslingens Sportbürgermeister Yalcin Bayraktar, Svenja Biehl von der HSG Leinfelden-Echterdingen,Jochen Greiner von der Firma Orthosteps, Cedric Hauff und Marvin Schmid vom TV Plochingen, Handball-Bezirksvorsitzender Markus Belser, Mika Fahrion und Marcus Masching vom TV Reichenbach. Foto: Herbert Rudel

Das Drumherum ist beim EZ-Handballpokal fast genauso wichtig wie das Geschehen auf dem Spielfeld. Bisweilen spielen auch andere Sportarten und ungewöhnliche Disziplinen mit hinein.

Schön war er, der EZ-Handballpokal 2026. Erfolgreich war er. Und angesichts von nun 30 Ausgaben der Männer ist das zum zweiten Mal ausgespielte Turnier der Frauen schon etabliert – es kam erneut sehr gut an. Spannend war es auch – vor allem, und das war besonders schön, in den beiden Endspielen, in denen die schließlich unterlegenen Frauen des TSV Neckartenzlingen und die Männer des TV Plochingen dem jeweils favorisierten TSV Wolfschlugen und TSV Neuhausen alles abverlangten und bei den Fans viele Sympathiepunkte sammelten. Aber natürlich war auch ums Spielfeld herum viel los – ein kleiner Ausschnitt davon ist im Folgenden zusammengetragen.

Trainertreff

Es ist auf der Tribüne immer ein großes „Hallo“, wenn sich ehemalige Mitspieler, Gegner oder sonstige Wegbegleiter treffen. Unter ihnen sind freilich stets auch viele Trainer, die entweder nicht mehr aktiv sind, oder es bei Vereinen sind, die nicht beim Turnier mitspielen. Volker Pikard, viele Jahre lang Team Esslingen und zurzeit HSG Owen/Lenningen, etwa wurde natürlich in der Halle gesehen. Georgios Chatzigietim (früher unter anderem TSV Deizisau) war da, Magnus Gründig, der A-Jugend-Bundesligacoach der JANO Filder auch. Als bekennender, großer EZ-Pokal-Fan saß Marco Schwab vom TSV Neuhausen II gemeinsam mit seinem Mit-Coach und Bruder Steffen auf der Tribüne. Klar, Reichenbachs (und Deizisaus) Ex-Coach Daniel Maier schob Dienste für seinen TVR, in Volker Haiser schaute ein weiterer Ex-Reichenbach-Coach vorbei. Der TV Nellingen – vor einem Jahr beim EZ-Pokal noch im Finale der Frauen und mittlerweile von der Erwachsenenhandball-Bildfläche verschwunden – war in Person der Ex-Übungsleiter Veronika Goldammer und Dieter Döffinger vertreten. Döffinger wiederum war auch mal gemeinsam mit Armin Dobler beim TSV Köngen tätig – wo Dobler gerade wieder als Interimscoach eingestiegen ist. Auch er schaute sich die Spiele in Weil an – und traf viele Bekannte. Und, ebenso klar, diese Aufzählung ist mit Sicherheit nicht vollständig. Möglicherweise schaute ja auch der eine oder andere Coach seinen kommenden Club an, ohne dass man das jetzt schon weiß.

Handball meets Fußball

Unzählige Helferinnen und Helfer aus der Handball-Abteilung des TV Reichenbach waren an den drei Turniertagen im Einsatz und sorgten dafür, dass sich Spielerinnen und Spieler sowie Zuschauerinnen und Zuschauer rundum wohl fühlten. Ausschließlich Helferinnen und Helfer des TVR? Nein. In der Küche schoben auch Fußballer des VfB Reichenbach Schichten. „Das ist unser kleiner Beitrag“, erklärte VfBR-Fußballabteilungsleiter Ioannis Fotarellis. Er weiß genau, was gefragt ist, um einen EZ-Pokal zu stemmen. Denn seine Kicker richteten mit ihm als Organisationschef im vergangenen Sommer – sehr erfolgreich – den EZ-Fußballpokal aus. Auch deshalb halfen er und seine Kameraden sehr gerne. Und wie hat es ihm im Sportpark Weil gefallen? „Es geht sehr diszipliniert und fair zu. Und es spielen im Vergleich zum Fußball wenige Ausländer mit“, antwortete der Grieche Fotarellis. Und noch etwas fiel ihm auf, wie er lachend erklärte: „Man ist beim Handball nicht so abhängig vom Wetter.“ Beim Fußballturnier hatte ein Sturzregen das Reichenbacher Stadion am Finaltag unter Wasser gesetzt und es stand sogar ein Abbruch im Raum. Am Ende gab es aber doch ein Endspiel, das der FV Plochingen gewann.

Eine andere „Disziplin“

Mit dem Einzug ins EZ-Pokal-Halbfinale hat es für die Handballer des TSV Denkendorf dieses Mal zwar nicht geklappt, einen Grund zum Feiern gab es dennoch: zumindest für TSV-Keeper Hardy Neubert. Dass er weit werfen kann, beweist Neubert mit Pässen über das gesamte Spielfeld – und direkt erzielten Toren aus der Ferne – immer wieder. Am turnierfreien Montag wendete er sich daher einer anderen sportlichen „Disziplin“ zu: dem Christbaumweitwurf vor dem Café Eisele in Köngen. Und der Denkendorfer Torwart machte das perfekt, schaffte die größte Weite und holte sich zwar nicht den Pott, aber einen Gutschein für elf Halbe Bier. Ob er diesen im Köngener Kultcafé alleine einlöst oder seine Mannschaftskameraden zu einer Runde einlädt, ist indes nicht überliefert.

Gut bei Stimme

Beim EZ-Pokal alles und jederzeit mitzukriegen, ist nicht einfach. Doch wer den Blick mal nicht aufs Spielfeld richtet oder anderweitig abgelenkt ist, wird dennoch verlässlich darüber informiert, was sich auf der Platte tut. Sechs Sprecher und Mitschreiber des TV Reichenbach haben diesen Job während der drei Turniertage übernommen und waren stets auf der Höhe des Geschehens. Holger Schwarz, Tom Fohler, Frank Reitmajer und Jonas Bayer ließen ihre Stimmen erklingen. Stefan Zemmel und Moritz Greth versorgten das Quartett mit Informationen. Jonas Bayer kam, um seinen TVR zu unterstützen, sogar extra aus München angereist. Dort, oder genauer gesagt auf der ganzen Welt, ist er ansonsten als Regisseur für den Pay-TV-Sender Sky bei der Formel 1 tätig.

Wie geschmiert

Unaufgeregt, routiniert und seriös wickelte der TV Reichenbach den EZ-Pokal ab. Rund 400 Dienste hatte Organisatorin Sigrid Bayer eingeteilt – und besetzen können. Viele fleißige Heinzelmännchen verrichteten ihre Jobs, unterstütz von ebenso vielen guten Feen. Eine von ihnen war Bärbel Scheffold, die sich sogar noch die Zeit nahm, Turnierleitung, Sprecherpult, das Kassenpersonal und den Pressetisch mit Nervennahrung in Form von Keksen, Gummibärchen, Schokokugel und Kaubonbons zu beglücken.

Schützen und Hüter

Die beste Torschützin und der beste Torschütze des diesjährigen EZ-Pokals standen erst nach den beiden Endspielen endgültig fest: Bei den Frauen blieb es bei Maja Seeger vom Turniervierten TSV Heiningen mit 18 Toren, Neckartenzlingens Lilien Longin stand nach dem Finale bei 17 Treffern. Bei den Männern wurde Neuhausens Simon Kosak geehrt, der während der drei Turniertage 22 Mal traf. Als beste Torhüterin und als bester Torhüter wurden Neckartenzlingens Rebekka Wieder, die nicht nur im Endspiel gegen ihren Ex- und Wohnort-Club TSV Wolfschlugen glänzend hielt, und Tim Gübele TV Plochingen ausgezeichnet.

Jubiläumsschiris

Früher waren es die international tätigen Holger Fleisch und Jürgen Rieber, die es sich als Schiedsrichter-Aushängeschilder der Region nicht nehmen ließen, beim EZ-Pokal zu pfeifen. Seit die beiden im Schiri-Ruhestand sind, sind Tobias Hägele und Stefan Schmid-Denzinger die Top-Unparteiischen im EZ-Land. Und natürlich sind auch sie beim Turnier dabei – und natürlich nicht erst, seit sie in der 3. Liga pfeifen. „Es ist das zehnte Mal, dass wir als Schiedsrichter hier sind, und im April haben wir unser 25-jähriges Jubiläum als Gespann“, erzählte Hägele locker und ein bisschen stolz zwischen zwei Halbfinal-Partien, die das Duo am Stück – und gewohnt souverän – leitete. Der Hinweis, dass es ihr zehnter EZ-Pokal mit der Pfeife war, war vonseiten der Jubiläumsschiris durchaus erhellend. Denn als Spieler waren Hägele und Schmid-Denzinger auch schon beim Turnier dabei, mit dem TV Altbach und natürlich auch gemeinsam.

Neuer Job für Bader

Der Name Ralf Bader hat in der Handball-Region einen guten Klang. Der frühere Bundesliga-Spieler schaffte als Coach mit dem TSV Neuhausen den Aufstieg in die 3. Liga und gewann auch den EZ-Pokal. Nach Stationen bei der SG BBM Bietigheim, dem TV Großwallstadt und beim HSC Kreuzlingen in der Schweiz hat er nun den Trainerjob bei der HSG Konstanz übernommen, wo er dem aus persönlichen Gründen zurückgetretenen Vitor Baricelli folgt. Spannend: In seinem ersten Spiel mit den Konstanzern erwartet er am Samstag seinen Ex-Club VfL Pfullingen – und am 1. Februar kommt er mit der HSG nach Neuhausen.

Wer noch mal in Ruhe alles über den EZ-Handballpokal 2026 nachlesen möchte, kann dies auf dem Spezial auf der Homepage der EZ unter www.esslinger-zeitung.de/sport/ez-pokal-handball tun. Dort findet sich auch ein Link zum erstmals gezeigten Livestream der Endspiele der Frauen und der Männer zum Nachschauen.