Antonia Amann setzt sich mit ihrem Team im Finale durch – und bei der Wahl zur besten Spielerin des Turniers. Foto: Herbert Rudel

Wolfschlugens Antonia Amann und Reichenbachs Philipp Schaupp sind Spielerin und Spieler des EZ-Handballpokals 2026.

Sie hat den Unterstützungspost ihres TSV Wolfschlugen in den sozialen Medien gesehen, groß Werbung in eigener Sache aber hat Antonia Amann nicht gemacht. Dazu ist sie viel zu bescheiden. „Es hat mich aber schon gefreut, dass ich einige Male angesprochen wurde, dass sie für mich gestimmt haben und gut fanden, dass ich aufgestellt wurde“, sagt sie. Amann vom Turniersieger Wolfschlugen wurde von den Leserinnen und Lesern der Eßlinger Zeitung zur besten Spielerin des EZ-Handballpokals 2026 gewählt, mit genau 36 Prozent der Stimmen und damit einem ordentlichen Vorsprung auf Marlene Kriessler (29,2) von der HSG Leinfelden Echterdingen. Sie selbst, erzählt Amann, hat für Kriessler gestimmt – und bei den Männern für Philipp Schaupp vom Verbandsligisten, Turnierdritten und -ausrichter TV Reichenbach, der sich auch dank Amanns Voting durchsetzte, mit 32,2 Prozent vor Dusan Ilijin (27,9) vom TV Plochingen etwas knapper.

„Er ist mir aufgefallen, auch wie gut die Reichenbacher mit ihm am Kreis zusammenspielen“, erklärt Amann. Über Kriessler sagt sie: „Ich kenne sie, seit wir zusammen beim TV Nellingen gespielt haben. Sie ist eine gute Halblinke – hätten wir da Bedarf gehabt, hätte ich sie vorgeschlagen.“ Gut für Leinfelden-Echterdingen, dass die Wolfschlugenerinnen auf dieser Position gut aufgestellt sind.

Und was sagt Amann über sich selbst? Sie lässt lieber Taten sprechen, wie beim EZ-Pokal. „Ich war fit, es war gut, um wieder reinzukommen“, erklärt sie, und sagt allgemein: „Ich bin neben den Wolfschlugenerinnen im Team am längsten dabei, habe meine Rolle bekommen und habe das Vertrauen der Trainer.“ Aber lieber lobt sie das gesamte Team: „Wir haben eine sehr gute Dynamik.“ Seit dem Sommer 2018 spielt Amann in Wolfschlugen.

Philipp Schaupp spielt schon lange im Trikot des TVR – auch beim EZ-Pokal. Foto: oh

Dann muss das mit dem Loben eben ihr Trainer Simon Hablizel übernehmen. Der hat damit sowas von keine Schwierigkeiten. „Toni ist eine Spielerin mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, mit einer außergewöhnlichen Geschwindigkeit, eine der besten drei Eins-gegen-Eins-Spielerinnen der Liga“, sagt er. Und: „Ich habe sie gerne als Spielerin, sie sollte nicht so oft fehlen.“ Ein kleines bisschen Verbesserungspotenzial sieht der Coach aber doch, wie er lachend hinzufügt: „Ihr fehlen fünf Prozent Ego.“

Zurück nach Wernau

Vielleicht ist Schaupp der 24-jährigen angehenden Lehrerin Amann auch aufgefallen, weil er bei aller individueller Klasse wie sie ein Teamspieler ist. „Ich hätte es nicht gedacht, aber es fühlt sich gut an“, sagt Schaupp – und zum Auftritt beim EZ-Pokal: „Ich finde, wir haben gerade gegen die höherklassigen Mannschaften gut performt und mit meiner Leistung bin ich auch zufrieden.“ Gerne würde er den Schwung mit in die Liga nehmen, um vom Mittelfeld der Tabelle noch „in die Top Drei“ zu klettern.

Auch hier darf sein Coach Jochen Masching die Lobeshymnen übernehmen. „Man weiß immer, was man kriegt, wenn man ihn einsetzt. Das ist stressfrei, man muss sich keine Gedanken machen“, sagt er über Schaupp, der ebenfalls ein Dauerbrenner und mit seinen zehn Jahren im Team mittlerweile der dienstälteste TVR-Handballer ist. Am Saisonende wird er zu seinem Heimatverein HC Wernau zurückkehren. „Ich will noch mal was anderes machen und in Wernau spielen viele meiner Jugendfreunde“, begründet der 28-Jährige, der zudem im dualen Studium bei Mercedes-Benz gefordert ist. Auch Masching betont, und Schaupp wird das recht sein, dass es immer eine Sache des Kollektivs ist, das einzelne Spieler glänzen lässt: „Mit ihm und Fabian Mäntele sind wir am Kreis grundsolide aufgestellt.“

Spannend beim EZ-Handballpokal 2026 war, dass sich bei den Männern die Kreisläufer in den Vordergrund gespielt haben. Denn Ilijin und der mit 24,4 Prozent der Stimmen auf Platz drei liegende – Torschützenkönig – Simon Kosak verrichten ebenfalls auf dieser Position ihren Dienst. „Das freut mich, es ist mal was anderes – sonst stehen eher die Rückraumspieler im Fokus“, sagt Schaupp.

Und es war auch das Turnier der Frauen. 30 Mal haben die Männer um den Wanderpokal der Eßlinger Zeitung gespielt, zum zweiten Mal die Frauen. Carla Kösling, die vor einem Jahr im Trikot des TV Nellingen Premierensiegerin war und mittlerweile in Wolfschlugen spielt, hat Amann jedenfalls kräftig die Daumen gedrückt, wahrscheinlich – alles andere ist Wahlgeheimnis – für sie abgestimmt und ihr mit Sicherheit gratuliert. Auch Schaupp hat Amann seine Stimme gegeben („das matched ja“), bei den Männern bekam sie Kosak, mit dem er in der Jugendauswahl zusammengespielt hatte, seither mit ihm befreundet ist – und den er als Kreisläuferkollegen schätzt.

Spielerin und Spieler des EZ-Pokals

Frauen
1. Antonia Amann (TSV Wolschlugen)
2. Marlene Kriessler (HSG Leinfeld.-Echterd.)
3. Rebekka Wieder (TSV Neckartenzlingen)
4. Theresa Kurz (TSV Heiningen)

Männer

1. Philipp Schaupp (TV Reichenbach)
2. Dusan Ilijin (TV Plochingen)
3. Simon Kosak (TSV Neuhausen)
4. Marco Adelt (Team Esslingen)