Quelle: Unbekannt

Eine Umfrage in der Esslinger Innenstadt zeigt, ob die Esslinger den weltberühmten Künstler Tim Bengel kennen. Der junge Künstler hat seine Kunstwerke in New York ausgestellt.

EsslingenEr ist überall. Er ist präsent. Er ist nicht zu übersehen. An ihm kommt keiner vorbei. In der Esslinger Fußgängerzone hinunter zur Bahnhofstraße hängen riesige Plakate mit Hinweisen auf Tim Bengel. Klingt für Uneingeweihte zunächst wie der Titel eines Kinderbuchklassikers von Erich Kästner oder eine alte, gut gereifte Whiskey-Marke. Doch die Eßlinger Zeitung wollte es genau wissen: „Entschuldigen Sie, kennen Sie Tim Bengel?“, fragte sie Passanten und Mitarbeiter in den Geschäften in der Fußgängerzone genau unter den Ankündigungsplakaten. Und diese Spurensuche brachte Erstaunliches zutage. Tim Bengel? Bruno Langhammer zuckt mit den Achseln: „Ein Mann namens Bengel war Bischof im Kloster Denkendorf – ich glaube irgendwann im 18. Jahrhundert“, erklärt der gebildete Mann. Woher er das weiß? „Ach, ich bin ein bisschen an Heimatgeschichte interessiert“, lautet die bescheidene Antwort. Doch viele Passanten schütteln bei der Frage nach Tim Bengel den Kopf: „Nie gehört.“ – „Ich bin nicht von hier.“ – „Ich wohne weiter weg.“ – „Irgendwo habe ich den Namen mal gehört.“ – Kenne ich nicht. So ist es leider nun einmal.“ – „Den Namen habe ich im Hinterkopf gespeichert. Komme aber gerade nicht drauf, was er genau macht.“ – „Kommt mir bekannt vor.“ Ein junger Mann kann sich über solche Aussagen nur wundern: Klar, Tim Bengel, der Star auf Social Media, mit ungefähr 328.000 Abonnenten auf Instagram und Ausstellungen auf der ganzen Welt. Der ist doch bekannt und berühmt.

Ach ja, das ist doch dieses „Wunderkind“, weiß Lavinia Hoanca im Männerbekleidungsgeschäft „Schlips & Co“. Sie habe die Plakate hängen sehen. Und auch Helga Becker, Pharmazeutisch-Kaufmännische Angestellte (PKA) in der Stadtapotheke, geht sofort ein Licht auf: Ja genau, Tim Bengel, der Künstler, der bald eine Ausstellung in der Kreissparkasse hat. Natürlich sagt ihr der Name etwas: „Ich finde es toll, wenn junge Künstler hier in Esslingen gefördert werden.“

Weiter unten, am Ende der Bahnhofstraße in Richtung Bahnhof, sind Angestellte damit beschäftigt, die Fassaden an einem großen Gebäude abzudichten. Die meisten Kollegen schütteln den Kopf, doch Nico nickt eifrig. Seinen Nachnamen will der 25-Jährige nicht verraten, aber er kennt Tim Bengel von Facebook her. Das sei doch der, der auf die Albert-Schäffle-Schule in Nürtingen gegangen sei – genau wie er selbst. Und Nico kennt Tim Bengel trotz des Besuchs der gleichen Schule zwar nicht persönlich, doch eine Freundin hatte mal zusammen mit ihm so eine Art Ausstellung in Stuttgart. Die Freundin sei Tätowiererin, könne ganz toll malen und zeichnen, habe sich aber für einen anderen beruflichen Weg entschieden und zusammen mit Tim Bengel diese Ausstellung mit verschiedenen Ständen bestückt. Und Tim Bengel, so Nico weiter, der kreiere doch Porträts aus Sand und anderen Materialien.

Und auch Liv Dahle, die im Zuge ihres Ferienjobs beim Tiefbauamt der städtischen Baubetriebe in der Bahnhofstraße beschäftigt ist, weiß, wer Tim Bengel ist. Persönlich hat sie ihn natürlich noch nicht kennengelernt, aber die Plakate seien ja nicht zu übersehen. Und wenn man sich ein wenig für das Thema öffne und sich dafür interessiere, dann könne man sich auch leicht über den Künstler informieren und viel über ihn erfahren. Was sie bisher über ihn weiß, hat die junge Frau auf jeden Fall sehr neugierig gemacht. Sie möchte sich die Ausstellung in Esslingen ansehen und ist schon sehr gespannt auf die dort gezeigten Werke.

Auch Derya Asci im „O2“-Laden in der Fußgängerzone kann mit dem Namen Tim Bengel etwas anfangen: Klar, das ist doch der Künstler, dessen Name auf sämtlichen Plakaten steht und der neulich zusammen mit Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger auf einem Bild zu sehen war. Also – Tim Bengel ist in Esslingen zwar noch kein Klassiker. Aber er ist auf dem besten Wege, einer zu werden.

Zur Person

Tim Bengel, in Ostfildern geborener, 27-jähriger Shooting-Star der Kunstszene, gilt als einer der bekanntesten deutschen Künstler seiner Generation und arbeitet mit Materialien wie Gold, Sand und Klebstoff. Der am 31. Dezember 1991 Geborene möchte laut seiner Homepage durch ungewöhnliche Kombinationen seiner Materialien und Techniken Einzigartiges schaffen. Der Jungstar stellt einen Teil seiner Werke unter dem Titel „Der Goldjunge – von Esslingen in die Welt“ von Freitag, 16. August, bis Freitag, 27. September, im „Haus der Kunden“ der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen in der Bahnhofstraße 8 in Esslingen aus. Die Exponate können zu den Öffnungszeiten montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr besichtigt werden. Mehr unter https://www.timbengel.com/biografie

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