Die SG Schurwald hatte einen holprigen Start, dann lief es besser. Für die neue Saison haben sich die Vorzeichen allerdings wieder etwas verschlechtert.
Mit dem 0:0 gegen den Türk SV Ebersbach zum Auftakt des EZ-Fußballpokals war Timo Geng, der Trainer der SG Schurwald, zufrieden: „Der Auftritt, vor allem in der zweiten Hälfte, war sehr ordentlich“, lobte er seine „Jungs“, die er nach der Partie gegen den A-Ligisten zusammengerufen hatte. In der zweiten Partie am Donnerstag gegen Bezirksligist TSV Berkheim gab es dann zwar eine 0:2-Niederlage. Gut dagegen gehalten hat die SGS dennoch.
Wie das in der neuen B-Liga-Saison laufen wird, bleibt hingegen abzuwarten. Das Experiment, für das die zweiten Mannschaften des ASV Aichwald und des TSV Baltmannsweiler vor Jahresfrist zusammengeführt wurden, während die beiden Ersten in der A-Liga weiterhin Kontrahenten sind, wird jedenfalls am Leben erhalten. Was selbstverständlich klingt, ist es allerdings beileibe nicht. Denn allzu viel Baltmannsweiler steckt künftig nicht mehr in der SG Schurwald. Wegen etlicher Abgänge bei der TSV-Ersten wurden Akteure aus der gemeinsamen Zweiten, die einen Spielerpass für Baltmannsweiler haben, nach oben geholt .
Udo Bäder: Das Fundament, das jetzt da ist, ch behalten
Dass die Situation damit nicht mehr so ist, wie man sich das vorgestellt hatte, geben Udo Bäder vom ASV Aichwald und Markus Wien vom TSV Baltmannsweiler – gewissermaßen die „Vater des Experiments“ – unumwunden zu. „Wir lassen die SG Schurwald aber weiter leben“, sagt Wien. Und Bäder betont: „Strategisch ist das zwar ein Jammer, aber wir wollen das Fundament, das jetzt da ist, einfach behalten und eine vernünftige Runde spielen, die den Jungs Spaß macht.“
Dafür gibt es vor allem einen triftigen Grund. Denn beim Nachwuchs funktioniert die Spielgemeinschaft aus ASV Aichwald und TSV Baltmannsweiler mittlerweile sehr gut: nicht nur atmosphärisch, sondern auch sportlich. Die von Wien trainierten A-Junioren sind jüngst in die Regionenliga aufgestiegen, die C-Jugend hat den Kreisstaffeltitel geholt. Das „Fundament“, von dem Bäder spricht, ist damit gesetzt. „Wenn wir in der Zweiten eine SG haben, wie das in der A-Jugend der Fall ist, dann wird die Schnittstelle zum Aktivenbereich durchgängiger“, ist er überzeugt. Es sei auf diese Weise einfacher, die A-Jugendlichen ins Training oder auch mal ins Spiel einzubeziehen und dadurch eine funktionierende Zweite zu bekommen.
Markus Wien: Teams nicht auseinanderreißen
Und was Bäder ebenfalls weiß: „Beide Vereine brauchen eine funktionierende Zweite, damit die ersten Mannschaften funktionieren können. Dieser Einschätzung widerspricht Markus Wien nicht: „In der Jugend ist die Quote von Baltmannsweiler und Aichwald etwa bei fünfzig zu fünfzig. Die Teams wollen und können wir nicht auseinanderreißen.“ Deshalb sei der Schritt zu einer SG so oder so gut gewesen. „Gerade für die Spieler mit Perspektive“, fügt er hinzu. Sein Kollege Bäder zeigt den Nutzen auf: „Es ist ein Vorteil, wenn du bei der Trainingsarbeit oder im Spiel leistungsmäßig abstufen kannst. Deshalb müssen wir die Breite aufrechterhalten, um möglichst viele Jugendspieler in den Aktivenbereich zu bringen.“
Timo Geng, sieht das genauso. „Die schlechte Alternative wäre, dass die Jungs aufhören oder mangels Perspektive den Verein wechseln. Sind sie erst mal weg, holst du die nur schwer wieder zurück“, ist der Trainer überzeugt. Er findet es wichtig, im Ligabetrieb zu sein, gerade für die Leute, die nicht auf Anhieb in Team eins stünden. Geng findet zudem, „dass da was entstanden ist, dass wir eine Einheit sind, die gut funktioniert“. Nicht zuletzt mit Blick auf den Übungsbetrieb wird das aus seiner Sicht deutlich.
„Wir haben im Schnitt 16 Leute im Training. Das würde mit einer Aichwalder Zweiten alleine nicht klappen“, betont Geng, dessen Heimatverein der ASV ist. Und der Coach blickt natürlich ebenfalls auf den Nachwuchs: „Für die A-Jugendlichen ist das gut, da mal reinzuschnuppern und Spielminuten zu sammeln.“ So habe ein junger Spieler in der ASV-Ersten nicht immer gleich einen Stammplatz. Deshalb würden einige von der SG profitieren. „Ich hoffe, dass sich die Situation wieder entspannt, dass sich etwas tut und dass vielleicht auch einige Baltmannsweilerer wieder zurückkehren.
Diese Hoffnung teilen Markus Wien und Udo Bäder: „Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen“, erklärt Wien. Und Bäder stellt das Positive heraus: „Wenn ich mir vor Augen führe, dass die Konkurrenz zwischen ASV und TSV in manchen Vereinsköpfen schon noch drin ist, hatte die SG Schurwald für mich einen überraschend guten Start.“
Irgendwann, und die Zukunft kommt oft schneller als man denkt, wird sich ohnehin die Frage stellen, ob dem Experiment mit der Zweiten nicht die ersten Mannschaften folgen werden. Dann könnte aus der SG Schurwald auch der FC Schurwald werden.