Marko Kovacic steigt mit dem TSV RSK Esslingen in seinem ersten Jahr als Coach direkt in die Bezirksliga auf. Nun freut er sich aber erst einmal auf den EZ-Pokal.
Marko Kovacic und die Fußballer vom TSV RSK Esslingen – das passt. Und hat sich in kurzer Zeit in der Kreisliga A zu einem Erfolgsrezept entwickelt. 20 Siegen standen in der abgelaufenen Saison lediglich drei Niederlagen gegenüber. Die Sektkorken zur vorzeitigen Meisterfeier knallten bei den Esslingern bereits drei Spieltage vor dem Rundenende. Letztendlich setzte sich der TSV RSK mit einem souveränen Sechs-Punkte-Vorsprung vor dem TSV Denkendorf, der den Bezirksliga-Aufstieg über die Relegation klarmachte, an der Spitze fest. „Es hat alles super gepasst und ich habe von Anfang an gesehen, dass da Potenzial da ist“, sagt Kovacic.
Marko Kovacic: „Wir haben eine ehrgeizige, junge Mannschaft“
Der 45-jährige, den es zum A-Liga-Rückkehrer SC Altbach vor der abgelaufenen Runde zum TSV RSK zog, hatte von Anfang an einen Plan und zog diesen konsequent durch. „Zu allererst möchte ich aber meine Spieler loben, die es mir leicht gemacht haben, mich bei diesem Verein wohlzufühlen und immer alles reingehauen haben“, betont er nicht nur einmal. Kovacic schaffte es, nach dem Abstieg der Esslinger und dem Abgang von Trainer Florian Burkhardt ein Team zu formen, das direkt wieder Aufstiegsambitionen an den Tag legte. „Wir haben eine ehrgeizige, junge Mannschaft, die vor allem vom Charakter her top ist. Ich habe immer an das Team geglaubt und ich war mir von Tag eins an sicher, dass es nach oben gehen wird“, erklärt der TSV-RSK-Coach.
Der gebürtige Kroate Kovacic hat in seiner fußballerischen Laufbahn schon einiges erlebt, bis er zu den Esslingern hoch auf die Katharinenlinde kam. Zuerst spielte er in Kroatien, ehe er als Profikicker unter anderem beim Erstligisten NK Siroki Brijeg aus Bosnien und Herzegowina auf dem Platz stand – und sogar bei Champions-League-Qualifikations-Spielen auflief. „Im Alter von 21 bis 27 Jahren hat mein Knie dann nicht mehr richtig mitgemacht und ich musste einige Operationen über mich ergehen lassen, sodass ich dann zum Entschluss kam, meine Karriere als Fußballer zu beenden“, erzählt er und ergänzt: „Nebenher studierte ich und schloss mein Studium als Sportlehrer in Bosnien und Herzegowina ab. Das war dann eben meine Priorität.“
Und wie ist Kovacic nach Deutschland gekommen? „Ganz einfach, ich habe meine Frau kennengelernt“, sagt er mit einem Lächeln und fügt hinzu: „Sie hat in Kroatien Urlaub gemacht und wir haben uns so kennengelernt, aber ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich nach Deutschland ziehen werde.“ Bereut hat er diesen Schritt jedenfalls nicht, denn neben Frau sowie Kind – und seiner Arbeit als Sportlehrer – widmete er sich auch in Deutschland seiner Leidenschaft zum Fußball. Kovacic stieg 2018 beim FC Esslingen als U-17-Coach ein und arbeitete damals mit einigen seiner derzeitigen Spielern wie Lucas Hägele und den Neuzugängen Maurice Regber sowie Moritz Ragg – kommt vom Verbandsligisten TSG Tübingen – zusammen.
„Nicht immer einfach mit mir“
Nach seiner Zeit als FCE-Jugendtrainer, stieg er dann als Chefcoach beim damaligen A-Ligisten SCA ein, stieg in seiner ersten Saison direkt ab, schaffte darauf aber auch den Wiederaufstieg. „Ich war dankbar, dass ich in Altbach als Trainer starten durfte, aber es war eine schwierige Zeit, weil ich nicht immer auf hoch motivierte Spieler zurückgreifen konnte und erst einmal ein Team formen musste. Das hat mir aber auch Erfahrung gebracht“, erzählt er und beschreibt ergänzend seinen Trainerstil: „Ich glaube, dass die Spieler es nicht immer einfach mit mir haben, da ich intensives Training bevorzuge. Aber ich mag einfach den Fußball und möchte, dass mein Team die Situationen spielerisch löst.“
In den vergangenen Tagen aber freute sich Kovacic, der „zufrieden mit der bisherigen Vorbereitung ist“, erst einmal auf den EZ-Pokal – und vor allem auf das Eröffnungsspiel gegen seinen Ex-Club SC Altbach. „Es wird ein komisches Gefühl sein, auf der anderen Trainerbank zu sitzen, aber das wird schon gehen. Wir freuen uns auf besondere und schöne Momente bei diesem Turnier“, sagte Kovacic im Vorfeld. Der TSV RSK gewann nach 0:1-Rückstand noch standesgemäß mit 5:1. „Der Kontakt zum SCA ist immer noch da, auch mit Abteilungsleiter Stephan Schnabel. Wir quatschen immer mal wieder“, erzählt Kovacic. Den EZ-Pokal sieht er als eine „gute Vorbereitung“, aber klar möchte er trotz einiger urlaubs- und arbeitsbedingter Personalsorgen weit kommen. „Es wird schwierig. Aber die Gruppenphase werden wir überstehen, dazu haben wir einen guten Kader.“
„Der TSV RSK ist etwas Besonderes“
Ausruhen können sich die Esslinger nach dem Turnier nicht, denn am Sonntag, 17. August, startet die Mannschaft mit der Partie im Bezirkspokal beim A-Ligisten TSV Wäschenbeuren in die Saison. Dabei überwiegt bei Kovacic und den Esslinger Kickern die Freude, dann in der Bezirksliga antreten zu dürfen. „Wir haben Spieler mit Erfahrung und Charakter geholt, die zum Verein passen. Der TSV RSK ist etwas Besonderes und da passt nicht jeder rein“, sagt der 45-jährige Coach und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Ich glaube schon, dass wir mit dem Abstieg nichts zutun haben werden und eventuell ein Überraschungsteam sein können.“ Bis dato sind aber noch einige Spiele zu absolvieren. Die Chemie zwischen Coach Kovacic und seinen Spielern passt.